Guten Tag! Frohe Ostern! „Christòs Anèsti! – Alithòs Anèsti!“ Die Meisten von uns kennen diesen griechischen Ostergruss schon. Damit verkündet man, dass Jesus auferstanden ist, wahrhaftig auferstanden! Wir wissen, dass Jesus lebt. Aber es ist nicht immer einfach, das mit dem Herzen zu erfassen. Gerade, wenn wir in einer schwierigen Lage oder gerade ziemlich emotional sind. Und doch: Wir können immer auf Gottes Wort und auf das bereits mit Jesus Erlebte zurückgreifen. Denn dieses hat Kraft. Nicht nur Kraft, uns zu trösten, sondern auch, uns freudig und willig zu machen, Jesu Berufung zu gehorchen. Und hierzu gehört, weiterzuerzählen, was Jesus für uns getan hat. Allen Menschen in unserem Umfeld, in ihrer ganzen wunderbaren Verschiedenheit. – Lesen wir gemeinsam den Titel meiner Botschaft: „Jesus ist auferstanden!“. Und lesen wir zusammen das Leitwort, Vers 6.
Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
Markus 16,6
In einer Predigt, die ich kürzlich gelesen habe, kam eine wundervolle Geschichte vor, die mich nach dem Lesen nicht mehr losgelassen hat. Ich möchte sie euch nicht vorenthalten… Philipp war ein kleiner Junge mit Down-Syndrom. Einmal in der Osterzeit schickte die Lehrerin die Kinder nach draussen. Jedes Kind bekam einen kleinen Behälter, der wie ein Ei geformt war, und die Aufgabe, etwas zu suchen, was zu Ostern, zum neuen Leben im Frühling passt. Nach einiger Zeit kehrten die Kinder zurück und stellten stolz ihre kleinen Behälter auf den Tisch der Lehrerin. Einen nach dem anderen öffnete sie und zeigte der Klasse, was darinnen war. Es gab Blumen, Blätter und sogar einen Schmetterling. Nur ein kleiner Behälter war leer, da war nichts drin, gar nichts. „Das ist nicht fair“, riefen die Kinder, „einer hat seine Aufgabe nicht erfüllt.“ „Das ist meiner“, rief Philipp. „Oh nein“, stöhnten die anderen, „typisch Philipp, du kannst ja nichts richtig machen.“ „Nein“, sagte Philipp, „das stimmt nicht. Ich habe es extra so gemacht. Es war doch leer. Das Grab war leer.“ Ein paar Wochen später wurde er krank. Philipp starb an einer Infektion, die andere Kinder wohl überlebt hätten. Er nicht. Zur Beerdigung kamen alle Kinder der Klasse; statt Blumen brachte jedes einen kleinen eiförmigen Behälter mit – einen leeren kleinen eiförmigen Behälter. So war für Philipp Ostern gewesen. Er hatte es verstanden. Das Grab war leer – und Jesus ist auferstanden. Er, unsere Hoffnung, lebt!
So fühlt es sich an, wenn wir am auferstandenen Jesus festhalten. An dem, was er gesagt hat und was wir über ihn wissen. Auch dann, wenn andere finden, es sei nichts mehr zu hoffen. Dieser Glaube eckt an. Aber dann steckt er an. Andere sehen durch unser Reden und Tun, dass Jesus lebt. In uns und überall in der ganzen Welt. Schaffen wir uns einen Grundstock an Gottes Verheissungsworten, die wir uns immer wieder vorsagen, auch entgegen von Lage, Gedanken und Gefühlen. Und selbst wenn wir einmal völlig versagen, wenn uns unsere Emotionen übermannen oder sich unsere Gedanken nur noch unruhig im Kreis drehen: Kommen wir wieder zum HERRN und zu seinem Wort. Oder, falls das auch nicht mehr geht, lassen wir uns von ihm finden!
Teil 1: Er ist nicht hier (Verse 1-8)
Der Sabbat nach Jesu Kreuzigung. Er war der traurigste Sabbat überhaupt in der Geschichte der Jünger und Jüngerinnen Jesu. Wer ahnte damals, dass der darauffolgende Sonntag der allerschönste, glücklichste Tag in ihrer Geschichte werden sollte? Jesus war tot. Die Frauen, die ihm nachgefolgt waren, hatten nur noch diesen Gedanken im Kopf und im Herzen. Als es Tag wurde, fanden sie einen kleinen Trost: Nun, nach dem Ruhetag, konnten sie wenigstens etwas machen. Sie wollten Jesus die letzte Ehre erweisen. Und so kauften sie wohlriechende Öle zur Salbung von Jesu Leichnam. Sie, das waren Maria Magdalena, Jesu beste Freundin. Und Maria, die Frau des Kleophas, die Mutter des Apostels Jakobus. Und schliesslich die Jüngerin Salome, von der wir nicht viel wissen. Sie alle nutzten die allererste Gelegenheit, um Jesu Grab aufzusuchen. Ihre Tat zeugte einerseits von grosser Trauer und Verzweiflung. Sie erwarteten, nur noch eine Gedenkstätte zu haben, an der sie wenigstens Jesu Leichnam noch nahe waren. Andererseits zeugt ihre Tat von ihrer grossen Liebe zu Jesus. Diese blieb ganz ungebrochen. Bei Jesu Leiden und nun auch nach seinem Ableben. Gott kann mit unserer Liebe zu ihm und seinem Sohn etwas machen. Auch dann, wenn wir noch kaum Bibelkenntnisse haben, auch dann, wenn wir geistlich noch unreif sind, auch dann, wenn unser Gottesbild noch nicht stimmig ist. In ihrer Lage anerkannte Gott diese Liebe der Frauen. Und auch ihre Verzweiflung. Wir dürfen nicht denken, dass der HERR unabhängig von unserer Lage handeln würde, und schon gar nicht erst, dass ihm unsere Gefühle angesichts einer schwierigen Situation egal wären. Der HERR ist da und wird uns leiten und helfen, nur vielleicht anders als wir das zuerst gedacht hätten. Vielleicht auch viel schöner, mächtiger. Das war hier der Fall; nur wusste das noch niemand. Da gingen diese treuen Frauen also zum Grab. Die Sonne ging auf. Ein erstes, noch ignoriertes Zeichen einer neuen Hoffnung, eines neuen Anfangs. Unterwegs beschäftigte die Frauen eine Frage; lesen wir gemeinsam den Vers 3: „Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Die Frage nach dem Wer deutet darauf hin, dass die Frauen nur an Hilfe von Menschen dachten. Doch wer wäre schon bereit, die Frauen in das Grab gehen zu lassen? Bestimmt nicht die Wachen, die teuer dafür bezahlt wurden, einen allfälligen Diebstahl von Jesu Leichnam zu verhindern. Aber wer dann? Die Frage drehte sich im Kreis. Dabei wusste keine der Frauen, dass das Problem inzwischen gar nicht mehr bestand. Und dann sahen sie das Grab, und da war kein Stein mehr! Das grosse Ding, das sie aus eigener Kraft nicht hätten bewegen können, war weggewälzt. Doch das war bei Weitem nicht das einzige Erstaunliche, das die Jüngerinnen sahen, als sie bei der Stätte angelangt waren. Das Grab war leer, da war kein Leichnam Jesu. Und die Frauen sahen dort einen jungen Mann mit einem langen weissen Gewand. Zweifellos: Das war ein Bote Gottes. Seine ewige Jugend und seine Position auf der rechten Seite der Stätte weisen auf Jesus hin. Auf den ewigen Gottessohn, der inzwischen zur Rechten Gottes Platz genommen hat. Die Frauen reagierten mit Entsetzen auf das, was sie sahen. Denn es war alles so anders als erwartet. Mit einem Grab mit Grabstein und Leichnam hätten sie sich irgendwie abgefunden, so schmerzhaft und traurig es auch war. Aber das hier wühlte sie wirklich auf: Was hatte das zu bedeuten? Wo war Jesu toter Körper? Und was würde nun geschehen, da sie einen Engel, einen Gottesboten, leibhaft vor sich sahen?
In dem Moment redete dieses überirdische Wesen zu ihnen. Lesen wir zusammen die Verse 6 und 7: „Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“ Der Engel las im Herzen der Frauen wie in einem offenen Buch. Er spürte ihren Schrecken, ihre Angst und ihre Unsicherheit. Doch die brauchten sie nun nicht mehr zu haben. Sie mussten nicht einen toten Jesus suchen. Sie brauchten nicht den Lebenden bei den Toten zu vermuten. Der Jesus, wie sie sich ihn vorgestellt hatten, war nicht hier. Der verachtete Nazarener, der von allen Verspottete, der schmählich ans Kreuz Genagelte. Nein, Jesus war auferstanden, er lebte, er hatte über den Tod gesiegt! Die Geschichte unseres Heilands und Messias endet nicht mit Jesu Tod. Das wäre auch schrecklich und würde unsere ganze Hoffnung zunichtemachen. 1. Korinther 15, Verse 17-19, besagt: „Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ Dann würden auch uns in unserem Glaubensleben nur Schmach und Mühen bleiben. Aber da Jesus auferstanden ist, wissen wir, dass es die Auferstehung gibt. Wir werden ihm einst folgen in das ewige Leben. Ja, Jesus ist die Auferstehung und das Leben, wie er am Grab von Lazarus auch der Schwester des Verstorbenen versichert hatte. Daraufhin hatte er Lazarus vom Tod erweckt. Weil Jesus gestorben und auferstanden ist, können wir mit ihm sterben und auferstehen. Wir sterben unserem alten Leben und nehmen das neue Leben an, das uns Jesus in seiner Nachfolge schenkt. Jesus, das Leben selbst, konnte unmöglich vom Tod festgehalten werden. Und für uns ist er die Liebe, die stärker ist als der Tod. Was für Hindernisse, was für tote Situationen können wir schon nicht überwinden durch den HERRN und seine Kraft? – Zurück zum Geschehen. Zuerst sollten die Frauen einfach hinsehen. Da war das leere Grab, ein empirischer Beweis für Jesu Auferstehung. Die wohlgeordneten Leichentücher, das separat hingelegte Schweisstuch, das sah alles andere als nach einem hastigen Grabraub aus… Der zweite Auftrag des Engels war schon weniger leicht zu erfüllen: Sie sollten hingehen und den Zwölf und der erweiterten Jüngerschaft sagen, dass Jesus auferstanden war. Sie sollten sie an das Wort erinnern, das Jesus ihnen vor seinem Tod gesagt hatte; das steht in Matthäus 26,32: „Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.“ Der Engel erwähnte hier Petrus besonders. Alle Jünger waren traumatisiert, weil sie ihren heissgeliebten Jesus in der Stunde seines Leidens alleingelassen hatten, um ihr nacktes Leben rennend. Aber Petrus traf das besonders hart. Denn et hatte Jesus in der Nacht vor dessen Tod dreimal verleugnet! Der Engel wusste darum. Petrus brauchte diese Nachricht, diese Wahrheit von Jesu Auferstehung so dringend, wie eine durstige Kehle in der Wüste Wasser braucht… Wie er gesagt hat, betonte der Engel. Auch wir brauchen immer wieder an Gottes Wort erinnert zu werden bzw. uns daran zu erinnern. Nicht nur sind wir als Menschen furchtbar vergesslich. Sondern wir bekommen auch jede Menge Stimmen mit, die etwas anderes sagen als die Wahrheit. Stimmen der Medien, Stimmen nichtgläubiger Menschen, Stimmen des Zeitgeistes, eigene Gedanken- und Herzenstimmen. Dieser doofe Negativbias, er erwischt uns immer wieder. Zweifel, Unglauben, Fatalismus und dergleichen zerren an unserem Herzen. Doch wir haben Gottes Wort. Wir sagen diesen Stimmen Stopp! Wir entgegnen: Nein, es ist nicht so. Der HERR ist gut. Er liebt uns. Ihm ist nichts, aber auch gar nichts unmöglich. Er wird in der aktuellen Lage seine Herrlichkeit beweisen… Dieser Stopp-Mechanismus, dieses Bewahren von Gottes Worten im Herzen und im Mund, ist für uns extrem wichtig. Wir lernen das Stück für Stück, wir sammeln Worte wie Schätze, an die wir uns auch dann halten können, wenn die Lage widersprüchlich aussieht. Die Frauen an Jesu Grab hatten offenbar diesen Stopp-Mechanismus noch nicht. Dementsprechend gehorchten sie den Worten des Gottesboten nicht. Stattdessen folgten sie ihren Emotionen. Sie gingen hinaus und flohen vom Grab, mit Zittern und Entsetzen. Und schwiegen über das Geschehene.
Ja, der HERR gibt uns weitaus mehr als das, was wir erwarten oder auch erbeten. Wir bitten ihn um Gutes, er überhäuft uns mit seinem Segen. Wir bitten um Brot, er gibt uns Manna. Wir wollen leben, er gibt uns ewiges Leben. Manchmal vergessen wir, wie gut und mächtig er ist. Dann suchen auch wir gewissermassen Jesus bei den Toten. Es ist noch gar nicht lange her, da ging es auch mir so. Irgendwie schaffte es der Satan, mich ungewiss darüber zu machen, ob ich wirklich errettet bin. Er packte mich bei meinen Schwächen: ein geteiltes Herz, noch nicht gefestigt im Glauben, geistliche Unreife. Die immer gleiche alte Leier. So war mein Glauben in jenen Tagen und Wochen theoretisch, schwach, freudlos. Bis mich eine Botschaft über den ersten Abschnitt von 2. Korinther 5 erreichte. Das Kapitel beginnt mit den Worten: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.“ Durch jene Predigt versicherte mir der HERR, dass ich errettet bin. Obwohl es Herbst war, blühte mein Inneres auf wie eine Wiese im vollsten Frühling. Mein Herz und mein Körper wurden durchdrungen von Jugendkraft und von ewiger Hoffnung. Mir war fast so, als hätte sich die ganze Welt um mich herum verändert. Sehr zum Positiven. Das motivierte mich neu, etwas für Gott und Jesus zu machen. Ich war im Grunde in dem Verkündigungs-Modus. Etwas, das jene Frauen bei Jesus Grab noch nicht hatten. Aber sie sollten ihn bekommen. Zumindest eine von ihnen: Maria Magdalena.
Teil 2: Predigt das Evangelium aller Kreatur! (Verse 9-20)
Um Maria Magdalena geht es auch in den nächsten Versen. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass sich das so zugetragen hat. Dieser Text hier ist in eckigen Klammern. Das heisst, dass er in manchen Bibelübersetzungen fehlt. Er ist nicht zur selben Zeit geschrieben worden wie das übrige Markusevangelium. Authentisch ist er aber trotzdem! – Maria Magdalena kehrte zum Grab Jesu zurück. Zu sehr liebte sie Jesus. Zu viel hatte sie ihm zu verdanken. Er hatte sieben Dämonen aus ihr ausgetrieben! Die Zahl sieben könnte sogar stellvertretend für noch mehr stehen. Jedenfalls war Maria Magdalena einst vollkommen von teuflischen Mächten besetzt gewesen. Wir können uns kaum vorstellen, wie sich die Befreiung von einer solchen Besessenheit anfühlt. Von der Hölle zum Himmel. Von quälender Finsternis zu herrlichem Licht. Vom Tod zum genuinen Leben! Was die Frau nun am Grab erlebte, war ein Revival von diesem unfassbar grossen Ereignis. Vom Tod ins Leben. Von der tiefen Trauer zur unfassbar grossen Freude! Denn sie sah Jesus, den Auferstandenen, mit eigenen Augen! Das steht in Johannes 20. Zuerst erkannte sie nicht, wen sie vor sich hatte. Was ausserhalb unserer Vorstellungen liegt, nehmen wir oft nicht wahr oder münzen es auf etwas für uns Vorstellbares um. In der Psychologie nennt man dies das Verhindern kognitiver Dissonanzen. Aber dann sprach Jesus Maria an. Seine Stimme und die unverkennbare Art, wie er ihren Namen sagte, das öffnete ihr die Augen. Da gab Jesus ihr den Auftrag erneut, Jesu Jüngern zu verkünden, dass er auferstanden war. Und diesmal ging sie hin. Vor lauter Freude, ihren Jesus wiederzuhaben, muss sie förmlich geschwebt sein. Jesus hatte sie zur Freudebotin berufen, und wie gerne betätigte sie sich als solche! Doch wo sie nun hinkam, traf sie überhaupt nicht auf Jubel und Fröhlichkeit. Lesen wir gemeinsam die Verse 10 und 11: „Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. Und als diese hörten, dass er lebe und ihr erschienen sei, glaubten sie nicht.“ Für diese Jünger war Jesus tot und konnte nicht mehr lebendig werden. Nicht allein menschliche Logik, sondern auch ihr schlechtes Gewissen verschlossen ihnen das Herz und vernebelten ihren Horizont. Egal wie glücklich und wie lebendig Maria Magdalena vom Auferstandenen erzählte, sie taten es als Geschwätz ab. Nun hätte man denken können, dass eine Frau und ein einzelner Zeuge in der damaligen Gesellschaft einfach nicht als glaubwürdig angesehen wurden. Das jüdische Recht sah vor, dass alle Dinge durch zwei oder mehr Zeugen bestätigt werden mussten; Frauen durften nicht als Zeugen fungieren. Aber bei Jesu Jüngern war das Problem offenbar anders geartet. Denn als zwei männliche Augenzeugen zu ihnen kamen und sagten, Jesus lebe, glaubten die Elf ihnen auch nicht. Aus eigener Kraft kamen sie nicht aus diesem hartnäckigen Unglauben heraus. Jesus musste eingreifen und die Sache in seine Hände nehmen! Was er denn auch tat. Er erschien seinen Jüngern, als diese zu Tisch sassen. Augenzeugenberichte können Menschen neugierig machen. Aber selbst Erlebtes ist das, was wirklich eine Veränderung anstösst. Viele Menschen werden vom Hörensagen oder vom Lesen von Bibelworten auf Jesus, unseren wundervollen Heiland, aufmerksam. Sie lesen von Jesu Taten und freuen sich grossartig. Aber es braucht unsere persönliche Begegnung mit Jesus, bis wir seine Zeugen und Jüngerinnen werden. Erlebte Bibelworte, Gehorsam gegenüber Jesu Worten und, vor allem, dass wir Jesu Liebe tiefgehend in unseren Herzen spüren! Love makes the world go round, ohne Liebe geht nichts… Genau diese Liebe Jesu war es, die die elf Jünger nun auch spürten. Jesus war da. Und das erwartete Donnerwetter blieb aus: Er tadelte sie mit keinem Wort für ihr Versagen. Er hielt ihnen nicht vor, dass sie ihn verlassen hatten, als es brenzlig geworden war. Aber eines tadelte er: ihren Unglauben und ihres Herzens Härte. Sie hatten keinen Zeugen geglaubt. In einem anderen Wort sagt Jesus zum sprichwörtlich ungläubigen Thomas: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Sicher waren die Elf frappiert über Jesus: Er suchte sie von sich aus auf, er liebte sie noch, auch wenn sie ihm als Freunde in ihren Augen das Schlimmste angetan hatten, das sie sich vorstellen konnten. Was aber Jesus dann sagte, war für sie wohl noch erstaunlicher. Er gab ihnen eine grosse Mission, ihnen, die sich wie Versager vorkamen. Ja, Jesus beruft nicht die perfekten Menschen für sein Werk. Er beruft die Menschen, die er sich aussucht nach seiner göttlichen Liebe und Weisheit. Wir wachsen mit den Aufgaben, die uns der HERR gibt. Sie sind Learning by Doing.
Was war Jesu Hauptauftrag an seine Jünger? Lesen wir zusammen den Vers 15: „Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Die Mitteilung war klar: Geht hinaus! Das ist ein Aufruf auch an uns, dass wir nicht in unserem Kabäuschen oder in unserer Komfortzone bleiben. Das Evangelium ist dazu da, zu anderen Menschen zu gelangen und sie zu berühren, zu verändern und selig zu machen! Die erfahrene Liebe Jesu motiviert uns dazu, dem zu gehorchen. Inzwischen gehen Jesu Nachfolgerinnen und Nachfolger tatsächlich in alle Welt aus. In jedes Land, nach und nach auch zu jeder Volksgruppe. Sie tragen ihre Begeisterung für Gott und Jesus zu all diesen Menschen. Und ihre Begeisterung ist ansteckend. Jesu Botschaft wirkt. Inzwischen gibt es 2,3 Milliarden Christen auf der Erde. Geht hinaus in alle Welt, sagt Jesus. Er hat uns allen unser Missionsfeld gegeben, und er gebraucht uns auch in unserem persönlichen Umfeld. Wo immer jemand das Evangelium annimmt und sich zu Jesus bekehrt, ist das ein Freudenfest im Himmel und unter uns! Egal ob schlussendlich wir es waren, die Jesu Gute Nachricht überbracht haben oder ob das ein Glaubensgeschwister war. Die Säende und der Erntende freuen sich gemeinsam! – Als Nächstes sagt Jesus: Aller Kreatur. Eine spannende Ausdrucksweise. Gemeint ist damit nicht, dass wir das Evangelium den Würmern oder den Bäumen predigen sollten. Obgleich das Evangelium auch für die Tiere und Pflanzen relevant ist, denn alle Geschöpfe leiden unter der Vergänglichkeit und sehnen sich nach dem Himmelreich. Und ich muss sagen: Als ich einmal, übungshalber, einer Katze auf Griechisch vom Evangelium erzählte, schaute mich das Tier ganz aufmerksam an… Aber eigentlich meint „aller Kreatur“ allen Sorten von Menschen. Das mussten die Jünger Jesu auch allmählich lernen. Man denke an Simon Petrus, der zum Hauptmann Kornelius gesandt wurde. Es kostete ihn immense Überwindung, als Jude zu einem Heiden zu gehen! Auch wir müssen unseren Dünkel und unsere Vorurteile über Bord werfen, wenn wir anderen das Evangelium verkündigen. Wir sprechen nicht nur den Studenten an, der europäisch aussieht, sondern auch die Studentin mit dem Kopftuch. Oder den älteren Studi mit den harten Gesichtszügen und dem abweisenden Blick. Wer weiss, vielleicht nimmt er unsere Einladung zum Bibelstudium an? Während die Studentin, die super lieb zu uns war, freundlich abgelehnt hat. Nur Gott sieht in die Herzen der Menschen. Seien wir gespannt, wer alles in unserer Gemeinde landen wird. Wie wunderbar es ist, dass wir, auch wir Stamm-Gemeindemitglieder, so verschieden sind. Alle Arten von Kreaturen eben.
Weiter sagt Jesus über das Annehmen des Evangeliums; lesen wir zusammen den Vers 16: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ Glauben, das ist der Schlüssel zur Seligkeit und zum ewigen Leben! Ohne das geht es nicht. Die Taufe ist zwar nicht das, was uns errettet; sie ist eine äusserliche Form. Aber sie ist für ganz viele Gläubige sehr wichtig. Denn sie ist das offizielle Bekenntnis zu Jesus. Der Ausdruck der Bereitschaft, den restlichen Lebensweg mit dem Christus zu gehen. Als ich mich 2017 taufen liess, wusste ich mich in Gottes Familie aufgenommen. Es war ein Meilenstein in meiner Glaubenskarriere, ein Segen, an den ich mich zeitlebens erinnern will. – Jesu Jünger tauften ebenfalls. Und ihre Vollmachten reichten noch weiter. Jesus sagte ihnen die Zeichen voraus, die ihnen folgen würden bei ihrer Tätigkeit als Apostel. Ihnen und ganz vielen anderen Gläubigen. Auch heute noch. Die Zeichen zählt er hier auf: „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen.“ Das sind Geistesgaben. Sie sind dazu da, dass Menschen, die noch nicht an Jesus glauben, zu ihm finden und sich zu ihm bekehren. Und sie dienen zum Schutz der Menschen Gottes, die sich doch immer wieder in Verfolgungen und in andere Gefahren begeben. Ganz freiwillig. In der Apostelgeschichte ist nachzulesen, dass die Apostel das wirklich so erlebten. Alles ausser das mit dem tödlichen Trank. Aber auch dieses Zeichen ist eine Tatsache! Ich kannte einen grossartigen Schweizer Afrikamissionar: Jonathan Spörri. Einmal hatte dessen Familie in Afrika nichts zu essen. Da brachte jemand ihr ein vergiftetes Poulet. Alle wussten, dass ihnen das Gift nicht schaden würde. Und so war es denn auch. Gelobt sei der HERR! Aber fokussieren wir uns nicht auf solche Zeichen. Wichtig ist unsere Botschaft an die Welt, das Evangelium. Es geht immer um Jesus und nicht um uns selbst! -Jesus begleitete seine Jünger noch weiter, bis seine Zeit gekommen war, in den Himmel aufzufahren. Einen zweiten Tod auf Erden musste er nicht mehr erleiden. Endlich ging er wieder zurück in die Herrlichkeit, die er von Ewigkeit her bei seinem Vater gehabt hatte! Die Jünger sahen ihren geliebten Rabbi entschwinden. Jesus war weg, schon wieder? Doch diesmal waren sie alles andere als traurig. Sie wussten ja, dass er lebte. Stattdessen waren sie ganz beseelt von den Begegnungen mit ihm und von seinem Auftrag. Sie zogen aus und predigten an allen Orten. Und die Zeichen, die Jesus angekündigt hatte, folgten ihnen tatsächlich. Gott bekräftigte und bestätigte dadurch sein Wort. Wie wunderbar ist es, wenn wir erleben, wie Gottes Zusagen und Verheissungen Wirklichkeit werden!
Möge der HERR uns Solches auch in dieser Osterzeit erleben lassen. Ich bete, dass die Freude am auferstandenen Jesus und am Weitergeben seines Wortes unsere Herzen erfüllt. In diesen Tagen und weit über sie hinaus. Jesu Mission ist göttlich und himmlisch. Gottes Wort ist so kostbar. Es ist unser Halt in stürmischen Zeiten, ein Anker zum Festhalten. Es widerspricht den ganzen Lügen und Lieblosigkeiten des Satans. Suchen wir Jesus nicht bei den Toten, sondern in seinem Wort. Und in unserem Leben, voller Dankbarkeit für alles bis jetzt mit ihm erlebte. Und trauen wir dem HERRN zu, dass er überaus mächtig in und unter uns wirken wird, himmelweit über unsere Vorstellungen hinaus. Jesus ist auferstanden und er lebt! Er ist nicht hier? Doch, er ist hier! Für immer und ewig mit uns. Christòs Anèsti, Alithòs Anèsti! Wunderschöne, reichlich gesegnete Ostern euch allen!
Lesen wir nochmals den Leitvers, Vers 6: „Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.“