Ein harter Weg der Vergebung und Versöhnung

2.Samuel 14,1–33

Aber der König sprach: Lass ihn wieder in sein Haus gehen, doch mein Angesicht soll er nicht sehen. So kam Absalom wieder in sein Haus, doch des Königs Angesicht sah er nicht.

2. Samuel 14,24

Durch David wird uns bewusst, wie gross Gottes Vergebung und Liebe gegenüber den Sündern ist. Selbst die grösste menschliche Liebe und Vergebung kann Gottes Vergebung und Liebe gegenüber den Menschen nicht erfassen. Wir erkennen, wie sehr die Vergebung und Liebe der Menschen, die wir kennen, nur eine leere Hülle sind. Wann war die schwere Zeit für David? Wann war die Zeit der Krise für David? Es war nicht die Zeit, als er als Hirte auf der Weide gegen Bären und Wölfe kämpfte, um seine Schafe zu beschützen. Es war auch nicht die Zeit, als er gegen den Philister Goliath kämpfte, der grösser, stärker und mächtiger war als er. Es war auch nicht die Zeit, als er mit unzähligen Menschen, die keinen Ort hatten, wo sie hingehen konnten, in der Wüste lebte. Auch die Zeit, in der er unzählige Male dem Tod durch König Saul entging, war für David keine Zeit der Krise. Selbst die Zeit, in der er unzählige Male gegen die mächtige Armee der Philister kämpfte, stürzte ihn nicht in eine Krise. Davids Krise war genau dann, als er König wurde und politische Stabilität erlangte. Davids Ehebruch und Mord sowie Gottes Vergebung – die darauf folgende Krise des Hauses David hielt an, und es kam zu einer nationalen Krise. 

 Es ereignete sich die Tragödie, dass Davids ältester Sohn Amnon Tamar vergewaltigte und Davids zweiter Thronfolger Absalom Amnon ermordete. Absalom floh nach Geschur, um Davids Zorn zu entgehen, und David litt drei Jahre lang wegen Absalom unter grosser Sehnsucht. (2.Sam 13,38) Die Zeit verging, doch der Weg zur Wiederherstellung des Hauses Davids schien in weiter Ferne zu liegen. Aus diesem Text können wir erkennen, wie schwierig Vergebung und Wiederherstellung unter Menschen sind. Gleichzeitig wird uns bewusst, wie herrlich der Weg der Vergebung und Wiederherstellung durch unseren Herrn ist. Letztendlich ist es das Kreuz. Ich bete darum, dass wir durch das heutige Wort tief erfahren, dass nur das Kreuz der zentrale Weg zu Vergebung und Versöhnung ist. 

Erstens, kann ein Mensch als Vermittler tätig werden?

 Lesen wir gemeinsam die Verse 1 bis 3: «Joab aber, der Sohn der Zeruja, merkte, dass des Königs Herz an Absalom hing, und sandte hin nach Tekoa und liess von dort eine kluge Frau holen und sprach zu ihr: Stelle dich wie eine Trauernde und zieh Trauerkleider an und salbe dich nicht mit Öl, sondern stelle dich wie eine Frau, die eine lange Zeit Leid getragen hat um einen Toten. Und du sollst zum König hineingehen und mit ihm reden so und so. Und Joab legte ihr in den Mund, was sie reden sollte.»

 Absalom tötete seinen Bruder Amon, weil Amon seine Schwester vergewaltigte. Und Absalom floh nach Geschur. Er blieb dort drei Jahre. Joab merkte, dass des Königs Herz sich zu Absalom neigte. Er war ein Neffe Davids und der Oberbefehlshaber von Davids Armee. Joab plante für seine Macht im nächsten König Israels. Er wollte die Stellung Absalom im Hause Davids wiederherstellen. Er hatte eine grosse politische Ambition im Herzen. Aber er versteckte sein Motiv. Stattdessen wollte er versuchen, wie David Absalom zum nächsten Thronfolger wiederherstellen wird. Darum wählte er eine kluge Frau in Tekoa für diesen Plan. Er legte ihr in den Mund, was sie reden sollte. Er erfand eine Geschichte von dieser Frau. Sie besuchte König Davids und bat ihn um Hilfe. Sie erzählte ihre gefälschte Geschichte. Sie war verheiratet, aber ihr Mann war gestorben. Leider zankten zwei Söhne miteinander auf dem Felde, und weil keiner da war, der zwischen ihnen schlichtete, schlug einer den andern nieder und tötete ihn. Nun wollte die ganze Verwandtschaft sie und ihren anderen Sohn, nämlich ihren Erben, vertilgen. Sie wollten den Funken auslöschen, der in ihr noch übrigblieb, sodass ihrem Mann kein Name und keine Nachkommenschaft auf Erden bleibe. David hörte von ihren Anliegen. Er versprach, dass kein Haar von ihrem Sohn auf die Erde fallen solle.

 Das war jedoch eine äusserst schwierige Situation. Gerechtigkeit und Liebe standen im Widerspruch zueinander. Um Gerechtigkeit walten zu lassen, musste der Mörder hingerichtet werden, doch die Lage der Witwe, die dadurch ihre Nachkommenschaft verlieren und allein zurückbleiben würde, war so erbärmlich. Denn damals hatte eine Frau, deren Mann gestorben war und die keinen Sohn hatte, keinerlei gesellschaftlichen Status mehr und befand sich damit in einer Situation, die dem Tod gleichkam. Da David in solchen Situationen über ein Sonderbegnadigungsrecht verfügte, konnte er davon Gebrauch machen. Deshalb kam sie vor den König und flehte ihn an. Doch der König durfte dieses Begnadigungsrecht nicht leichtfertig missbrauchen, denn sonst wäre die Gerechtigkeit in Israel ins Wanken geraten. Diese Frau war letztlich zu König David gekommen, um ihn zu bitten, ihren Sohn, der einen Mord begangen hatte, ausnahmsweise zu begnadigen. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine wahre Begebenheit, sondern um eine erfundene Geschichte, doch sie brachte genau diese vor.

 Zu diesem Zeitpunkt versprach David überraschenderweise, eine Sonderbegnadigung zu gewähren, ohne den Sohn, der angeblich einen Mord begangen hatte, überhaupt gesehen zu haben und ohne die Aussagen anderer anzuhören. Er hörte nur auf die Worte dieser Frau. 

 Lesen wir gemeinsam die Verse 13 und 14: «Die Frau sprach: Warum bist du so gesinnt gegen Gottes Volk? Denn da der König nun ein solches Urteil gefällt hat, ist er wie ein Schuldiger, wenn er den nicht zurückholen lässt, den er verstossen hat. Denn wir sterben des Todes und sind wie Wasser, das auf die Erde gegossen wird und das man nicht wieder sammeln kann; aber Gott will nicht das Leben wegnehmen, sondern er ist darauf bedacht, dass das Verstossene nicht auf von ihm verstossen werde.» David wusste, dass die Worte dieser Frau einen Haken hatten. Dennoch erkannte er, dass sie von seiner eigenen Geschichte sprach. Deshalb versprach er ihr, ihren Sohn zu beschützen. Die Frau fragte ihn, was er gegen das tun würde, was Davids Sohn Absalom getan hatte. So wie verschüttetes Wasser nicht wieder aufgefangen werden kann, lobte sie König David auf subtile Weise, indem sie sagte, dass Gott auch den Sündern Gnade erweise und selbst die Verstossenen nicht im Stich lasse. Die Geschichte, die diese Frau erzählte, ähnelte dem eigenen Fall Davids sehr. Unbewusst war er davon bewegt. Deshalb hatte David den Wunsch, auch Absalom wie den Sohn dieser Witwe durch eine besondere Begnadigung zurückzuholen. Zunächst bat sie David, den von ihm vertriebenen Absalom zurückkehren zu lassen. 

 David fragte, ob Joab derjenige sei, der diese Frau zu ihm geschickt habe. Wie konnte David das wissen? Er wusste, dass all dies nicht geschehen könnte, wenn nicht Joab dahinterstünde. Joab war zwar Davids Neffe, aber ein äusserst gefährlicher Mann. Er war ein General, der Dinge, die David gar nicht wollte, mit übertriebener Loyalität ausführte. In seiner Treue zu David schickte Joab sogar Uria an die Front, damit er dort den Tod fände. Er war ein Mann mit grossen politischen Ambitionen und stand auf Davids Seite, wobei er dem Menschen David treu war. Doch er hatte keine Beziehung zu Gott. Er fürchtete Gott nicht, sondern die Macht der sichtbaren Welt, und er begehrte die Kraft dieser Macht. Er war geschickt in Intrigen und wollte um jeden Preis seine politische Karriere verlängern und politischen Einfluss ausüben. Er tat so, als würde er David helfen, aber in Wirklichkeit konnte er dies nicht tun. Vielmehr war er durch seine ungeschickten menschlichen Bemühungen später derjenige, der Davids Befehl missachtete und Absalom tötete. Tatsächlich war Joab ein treuer General Davids. David vertraute ihm. Er war überzeugt, dass Joab ihm glaubte, ihm vertraute und sogar sein Leben für ihn opfern würde. Obwohl David Joabs Charakter kannte, verliess er sich menschlich gesehen wohl auf ihn. Deshalb verliess er sich auf Joabs Rat und Unterstützung. Es war zwar gut, einen so zuverlässigen General an seiner Seite zu haben, doch David hätte erkennen müssen, dass Joab nicht sein wahrer Fürsprecher sein konnte. David hatte sich sehr verändert. David beging zwar die Sünde des Ehebruchs mit Batseba und tat Busse, doch hatte er wohl ein Problem in seiner Beziehung zu Gott. Er tat zwar vor Gott Busse, doch die zerbrochene Beziehung zu Gott wurde nicht wiederhergestellt. Und in seinem Herzen schien eine menschliche Vorliebe zu bestehen, sich auf einen mächtigen General zu verlassen. 

 Die Menschen wissen nicht, wie schrecklich eine einzige Sünde sein kann. Seht nur: Wir wissen, wie reich Adam im schönen und üppigen Garten Eden gesegnet war. Wie schön, innig und rein war seine Beziehung zu Gott! Doch wegen der Sünde, die er vor Gott begangen hatte, mussten die ganze Menschheit und die gesamte Schöpfung in Leid leben. Gott vergab Adam, doch die Folgen dieser Sünde sind Tod, Krankheit und die Früchte der Finsternis. Verstehen wir nun, warum wir ein heiliges Leben führen müssen? Lesen Sie das Alte Testament der Bibel. Gott ist heilig. Und er sagt: Auch wir sollen heilig sein. Deshalb heisst es im 1. Johannes 2,1: «Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.» Wir dürfen uns nicht den Mächten der Finsternis und keinen Orten der Sünde nähern. Deshalb müssen wir beten, dass wir stets in Reinheit und Heiligkeit mit Gott Gemeinschaft haben und den Kampf gegen diese Welt in der Beziehung zu Gott mit einer brennenden Liebe gut bestehen können. 

Zweitens, die menschliche Vergebung ist eingeschränkt. 

 David wusste das Herz von Joab. Was tat er? Lesen wir gemeinsam die Verse 21 bis 23: «Da sprach der König zu Joab: Siehe, ich will es tun; so geh hin und bringe den jungen Absalom zurück. Da fiel Joab auf sein Antlitz zur Erde, huldigte und dankte dem König und sprach: Heute erkennt dein Knecht, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, mein Herr und König, da der König tut, was sein Knecht sagt. So machte sich Joab auf und zog nach Geschur und brachte Absalom nach Jerusalem.» David erlaubte, dass Absalom wieder nach Jerusalem zurückkam. Aber sein Herz für Absalom war nicht bereit, ihn ganzheitlich aufzunehmen. Er konnte ihn noch nicht mit reiner Liebe aufnehmen. Sein Herz war immer noch schwer, obwohl er Absalom drei Jahre lang nicht gesehen hatte. In einem Herzen sehnte er sich nach Absalom. Auf der anderen Seite lehnte er ihn immer noch ab. Er nannte ihn nicht seinen Sohn, sondern den jungen Absalom. Er war noch nicht bereit, ihm zu vergeben, weil er seinen Bruder ermordet hatte. 

 Betrachten wir Vers 24: «Aber der König sprach: Lass ihn wieder in sein Haus gehen, doch mein Angesicht soll er nicht sehen. So kam Absalom wieder in sein Haus, doch des Königs Angesicht sah er nicht.» Dies zeigt, dass David Absalom zwar die Rückkehr gestattete, ihm aber im Herzen nicht vergeben hatte. Warum war das so? Die Wunden in seinem Herzen waren noch nicht verheilt. Der Tod seines ältesten Sohnes Amnon, der eigentlich seine Nachfolge hätte antreten sollen und von Absalom getötet worden war, hinderte ihn immer noch daran, Absalom zu begegnen. Als Vater hätte er einmal Absalom zu sich berufen und zurechtweisen müssen, warum er seinen Bruder getötet hatte. David wollte nichts von Absaloms Taten wissen. Als Vater hätte er seinen Sohn für dessen Sünden klar zurechtweisen und bestrafen müssen. Doch er schwieg und liess Absalom im Haus wohnen.

 Die Zeit verging. Doch an dieser Stelle erwähnt die Bibel ganz unerwartet Absaloms Aussehen. Was wollte die Bibel damit sagen?

 Lesen wir gemeinsam die Verse 25 und 26: «Es war aber in ganz Israel kein Mann so schön wie Absalom, und er hatte dieses Lob vor allen, von der Fusssohlen bis zum Scheitel war nicht ein Fehl an ihm. Und wenn man sein Haupt schor-das geschah alle Jahre, denn es war ihm zu schwer, sodass man es abscheren musste-, so wog sein Haupthaar zweihundert Schekel nach dem königlichen Gewicht.» Absalom war ein schöner junger Mann. Alle lobten sein ansprechendes Äusseres. Er liess sich die Haare einmal im Jahr schneiden. Es ist gut möglich, dass die Menschen nicht glauben konnten, dass ein so makelloser Mann wie Absalom einen Mord begangen hatte. Die Menschen wollten sich nicht an Absaloms Sünde erinnern, sondern interessierten sich mehr für sein schönes Aussehen und dafür, dass er der Thronfolger von König David werden würde. Hier finden wir keinen Hinweis darauf, dass Absalom seine Sünde bereut hätte. Er hätte drei Jahre lang gründlich für seine Sünde Busse tun müssen. Da er wusste, dass er eine unverzeihliche Tat begangen hatte, nämlich Mord, hätte er seine Sünden vor Gott und seinem Vater David bekennen und um Vergebung bitten müssen. Doch er war nach wie vor von seinem eigenen guten Aussehen eingenommen und kümmerte sich als Prinz nur um sein Äusseres. So vergingen zwei Jahre. Absalom war unzufrieden damit, dass sein Vater David ihn wie einen Unsichtbaren behandelte. Deshalb steckte er Joabs Felder in Brand, um seinen Vater zu treffen. Und er bat General Joab, ihn zu seinem Vater David zu lassen. Er sagte, sein Vater David solle ihn töten oder am Leben lassen, denn er könne unmöglich so weiterleben wie bisher. Absalom kehrte voller Erwartungen nach Jerusalem zurück und begann daraufhin, Unmut gegenüber David zu hegen. Natürlich war ihm bewusst, dass er Unrecht getan hatte. Da er jedoch keine Lösung für das Problem fand, sondern diesem auswich, begann sich in ihm Unmut zu regen. Als er sah, dass David ihn nicht als Thronfolger anerkannte, begann er, einen Aufstand zu planen.

 Lesen wir gemeinsam Vers 33: «Und Joab ging hinein zum König und sagte es ihm an. Und er rief Absalom, dass er hinein zum König kam; und er fiel nieder vor dem König auf sein Antlitz zur Erde, und der König küsste Absalom.» David traf endlich seinen Sohn Absalom. Und er küsste Absalom. Spiegelt dies wirklich Davids Gefühle wider? Ist dies wirklich das Bild eines Vaters, der lange auf seinen verlorenen Sohn gewartet hat und Absalom nun als Sohn willkommen heisst? Der Kuss zwischen David und Absalom wirkte überaus unnatürlich. Auch wenn David Absalom vergeben hatte, war die Beziehung zu seinem Sohn noch nicht vollständig wiederhergestellt. Endlich traf David nach fünf Jahren wieder auf Absalom. Aber sie waren in der Beziehung immer noch sehr distanziert. Absalom konnte vor dem König sein Gesicht nicht erheben, sondern lag wie einer von vielen Untertanen mit dem Gesicht auf dem Boden. Auch der Kuss des Königs glich genau dem formellen Gruss, den er anderen Untertanen entgegenbrachte. Hier findet sich keinerlei Hinweis darauf, dass er heisse Tränen vergoss oder ihn stürmisch umarmte. Ihr Treffen war eiskalt, skeptisch und formell. 

 So schwer und mühsam ist es, zu vergeben. Je näher uns jemand steht, desto schwerer fällt es, zu vergeben und zu lieben. Das ist das Wesen des Menschen und unser zerbrechliches Selbstbild. Die Versöhnung zwischen Menschen ist keine einfache Angelegenheit. Wer könnte schon die verwirrten Gefühle eines Vaters nachvollziehen, der seinen Sohn zugleich vermisst und verabscheut? Vergebung und Versöhnung lassen sich nicht wie Gehaltsverhandlungen durchsetzen. Das menschliche Herz lässt sich nicht wie die Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen lenken.

 Es dauerte 20 Jahre, bis sich Josef und seine Brüder versöhnten, und auch Esau und Jakob brauchten ganze 20 Jahre, um sich zu versöhnen – mit welchen Gedanken hatte Joab es dann gewagt, die Versöhnung zwischen David und Absalom voreilig zu arrangieren? Vergebung und Versöhnung lassen sich nicht durch menschliche Berechnungen und Intrigen erreichen. Hass ist etwas, das unkontrollierbar eskalieren kann, wenn man es falsch handhabt.

 Wir müssen uns daran erinnern, dass Jesus für die Versöhnung den Preis seines Lebens gezahlt hat. Vergebung und Versöhnung sind so kostbar. Es ist eine ganz andere Sache, jemandem zu vergeben und sich mit ihm zu versöhnen, als die Beziehung wieder zu normalisieren. Dieser Weg kann wahrlich lang und beschwerlich sein. Durch das Blut Jesu am Kreuz können wir Vergebung und Versöhnung erlangen. Doch selbst dafür müssen wir uns völlig verleugnen. Wir müssen uns unserer Sündhaftigkeit gründlich bewusst werden, vor dem Kreuz unseren Stolz und unser Ansehen sowie unsere sündige Natur eingestehen und alles loslassen. Doch selbst nach vielen Jahren verschwinden die Wunden nicht. In unseren Herzen bleiben Narben zurück, die den Schmerz jenes Tages noch immer in sich tragen. Schauen wir uns die Narben an, die auf unserem Körper zurückgeblieben sind. Es sind Spuren von Verletzungen, die wir uns in unserer Kindheit durch dies und das zugezogen haben. Wir haben alles vergessen und es ist nicht mehr in unserer Erinnerung, doch wir leben weiterhin mit diesen Narben. Es fällt uns schwer, anderen zu vergeben und uns mit ihnen zu versöhnen. Doch wenn wir an Jesus denken, können wir vergeben und uns versöhnen. Es ist jedoch nicht einfach, eine vollständige Beziehung wiederherzustellen. Wir bekennen, dass wir die Gnade des Herrn brauchen. In uns gibt es ungewollten Schmerz. Wir tragen ungewollten Hass in uns. Es ist wichtig, dies ehrlich vor dem Herrn zu bekennen. Das ermöglicht es uns, in unserem Leben voranzukommen. Wir dürfen nicht in der Vergangenheit verharren, sondern müssen vorwärtsgehen und auf den neuen Weg hoffen, den der Herr für uns bereithält. Die vergangene Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Die Dinge der Vergangenheit sind durch das Blut des Herrn gereinigt worden. Da wir vom Herrn Vergebung empfangen haben, müssen wir jederzeit Menschen sein, die anderen vergeben. Und wir brauchen den Glauben, den Rest dem Herrn anzuvertrauen. Dies ist auch das Kreuz, das wir tragen müssen. Gott hat uns Jesus als Geschenk gegeben, um uns ewigen Frieden zu schenken. Es heisst, dass der Gerechte allein aus dem Glauben lebt. Ich bete darum, dass wir alle Jesus, der sich am Kreuz für uns geopfert und sein Blut vergossen hat, in unseren Herzen bewahren, keine Sünden begehen und ein Leben führen, in dem wir jeden Tag Frieden im Herrn geniessen. Ich bete darum, dass der Herr uns allen hilft, in unserem Glaubensleben über Vergebung und Versöhnung hinaus die vollständige Wiederherstellung unserer Beziehungen zu erreichen. 

«Aber der König sprach: Lass ihn wieder in sein Haus gehen, doch mein Angesicht soll er nicht sehen. So kam Absalom wieder in sein Haus, doch des Königs Angesicht sah er nicht.» 

Halleluja, Amen.