2. Samuel 16,1-23
Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.
2. Samuel 16,12
Im heutigen Text werden wir uns zwei gegensätzliche Personen ansehen, nämlich den Vater David und seinen Sohn Absalom. Sie befinden sich in völlig unterschiedlichen Situationen. Absalom übernimmt durch einen Putsch nun die Macht, und David flieht aus der Stadt Jerusalem. Davids Familie bricht auseinander. Das ist ein Niedergang für David gewesen. Absalom hingegen hat den Höhepunkt seines Lebens als König genossen. Auch wir möchten stürmische Tiefpunkte vermeiden und nur sonnige Höhepunkte erleben. Momentan haben wir eine Hitzewelle. Wenn die ganze Zeit nur die Sonne scheint, wird das Land zur Wüste. Sprüche 7,2 sagt: «Es ist besser, in ein Haus zu gehen, wo man trauert, als in ein Haus, wo man feiert; denn da zeigt sich das Ende aller Menschen, und der Lebende nehme es zu Herzen!» Elend ist kein Ende des Lebens. Im heutigen Text werden wir uns damit befassen, wie David seinen Niedergang akzeptiert und wie ihm dies vielmehr ermöglicht hat, gemeinsam mit Gott einen Neuanfang zu wagen.
1. Davids Niedergang
David wollte die Stadt nicht zum Blutbad machen, so vermied er direkten Konflikt gegen Absalom. In diesem Text begegnete David auf seiner Flucht zwei Männern.
Lesen wir die Verse 1-5: 1 Und als David ein wenig von der Höhe hinabgegangen war, siehe, da begegnete ihm Ziba, der Knecht Mefi-Boschets, mit einem Paar gesattelter Esel; darauf waren zweihundert Brote und hundert Rosinenkuchen und hundert frische Früchte und ein Schlauch Wein. 2 Da sprach der König zu Ziba: Was willst du damit machen? Ziba sprach: Die Esel sollen für das Haus des Königs sein, um darauf zu reiten, und die Brote und die Früchte sind für die Leute zum Essen und der Wein zum Trinken, wenn sie müde werden in der Wüste. 3 Der König sprach: Wo ist der Sohn deines Herrn? Ziba sprach zum König: Siehe, er blieb in Jerusalem; denn er denkt: Heute wird mir das Haus Israel meines Vaters Königtum zurückgeben. 4 Der König sprach zu Ziba: Siehe, es soll dein sein alles, was Mefi-Boschet hat. Ziba sprach: Ich neige mich; lass mich Gnade finden vor dir, mein Herr und König.
Der erste war Ziba, der Diener von Mefi-Boschet, dem Sohn Jonatans und Enkel Sauls, des ersten Königs von Israel. David hatte Jonatan versprochen, sich um dessen Nachkommen zu kümmern, sobald er König würde. Mefi-Boschet war an beiden Beinen gelähmt. David ernannte Ziba zum Diener Mefi-Boschets und sorgte dafür, dass Mefi-Boschet jeden Tag an seinem Tisch ass. Das war eine grosse Gnade für ihn.
Ziba brachte Esel für das Haus des Königs zum Reiten, die Brote und die Früchte für die Leute zum Essen und den Wein zum Trinken. Das war grosszügig und nötige Versorgung für David und seine Leute auf der Flucht. Aber Ziba hatte David geschickt getäuscht. Er meinte, dass Mefi-Boschet sich wünschte, ihm das Königtum seines Vaters zurückzugeben, durch den Niedergang von David. Aber durch das Wort aus 2. Samuel 19 erkennen wir, dass das eine Lüge war. Ziba hatte Mefi-Boschet den Esel weggenommen, damit dieser Gelähmte nicht zu David kommen konnte. Ohne die Tatsache zu überprüfen, glaubte David Ziba und gab ihm das ganze Vermögen von Melfi-Boschet. Ziba war ein Opportunist und nutzte die Lage von David aus und erfüllte seinen Zweck. In schwierigen Situationen fällt es uns schwer, die opportunistischen Schmeichler zu erkennen, die mit Lügen arbeiten.
Wer kam danach zu David?
Verse 5-8: 5 Als aber der König David nach Bahurim kam, siehe, da kam ein Mann von dort heraus, vom Geschlecht des Hauses Saul, der hieß Schimi, der Sohn Geras; der kam heraus und fluchte 6 und warf mit Steinen nach David und allen Knechten des Königs David, obwohl das ganze Kriegsvolk und alle Helden zu seiner Rechten und Linken waren. 7 So aber rief Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du Bluthund, du ruchloser Mann! 8 Der HERR hat über dich gebracht alles Blut des Hauses Sauls, an dessen statt du König geworden bist. Jetzt hat der HERR das Königtum gegeben in die Hand deines Sohnes Absalom; und siehe, nun steckst du in deinem Unglück, denn du bist ein Bluthund.
Schimi, ein Mann aus dem Geschlecht Benjaminiter, fluchte den fliehenden König David als «Bluthund». Das hebräische Originalwort (damim) bedeutet «Mörder». Er gab David die Schuld am Tod Sauls, dem ersten König in Israel aus Benjaminiter. Eigentlich hat David mit dem Tod von Saul und seinen Söhnen gar nichts zu tun. Er hat eher das Leben von Saul trotz seiner Verfolgung zweimal verschont. Die falsche Anschuldigung und Ungerechtigkeit sind für den Menschen besonders schwer zu ertragen.
Wie reagierte David auf ihn?
Verse 9-11: 9 Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, sprach zu dem König: Sollte dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen dürfen? Ich will hingehen und ihm den Kopf abschlagen. 10 Der König sprach: Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu schaffen? Lasst ihn fluchen; wenn der HERR ihm geboten hat: Fluche David!, wer darf dann sagen: Warum tust du das? 11 Und David sprach zu Abischai und zu allen seinen Knechten: Siehe, mein Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, trachtet mir nach dem Leben; warum nicht auch jetzt der Benjaminiter? Lasst ihn ruhig fluchen, denn der HERR hat’s ihm geboten.
Abischai, sein Cousin, reagierte mit voller Wut und wollte ihn sofort umbringen. David sagte ihm aber nicht: «Du mein guter treuer Knecht! An dir habe ich wohl gefallen.» David bremste ihn. Er hatte genug Macht und Kraft und hätte Schimi wie eine Fliege aus dem Weg räumen können. Das hatte er früher seinem treuen Knecht Uria angetan. Er ist nun anders. Er nahm den Fluch von Schimi vielmehr als die Stimme Gottes an.
«Lasst ihn fluchen; wenn der HERR ihm geboten hat: Fluche David!, wer darf dann sagen: Warum tust du das? Lasst ihn ruhig fluchen, denn der HERR hat’s ihm geboten.»
Wir möchten eher ein liebliches Wort als Gottes Stimme hören: «Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Psalm 23,1)» Wer kann aber wie David nicht mit Menschen wie Schimi kämpfen, sondern durch den Fluch von andern vielmehr die eigene Sünde anerkennen und sich vor Gott demütigen, mit Bussegeist und zerschlagenem Herzen?
Früher hatte David Ehebruch mit Batscheba begangen und ihren Mann Uria durch Hinterlist umbringen lassen, um seine Sünde zu bedecken. Durch seine Busse wurde er vergeben, aber die Konsequenzen blieben, was er nun erlebte. So ist die Sünde in aller Form keine Sache, was man auf die leichten Schultern nehmen kann. Neun Jahre lang hatte er seine Rolle als Vater vernachlässigt und sass nur auf dem Königsthron. Nun aber, durch den Putsch von Absalom, musste er von seinem Thron herabkommen und fliehen. Wenn wir falsche Wege gehen, bleibt Gottes Segen auch nicht für immer. Wäre dann dieser Niedergang eine Endstation für David?
Solange wir in dieser Welt leben, passiert uns immer etwas Ungünstiges wie Durchfallen von Prüfungen, Finanzprobleme, Konflikte mit Menschen, usw. Wichtig ist, wie wir damit vor Gott umgehen. Das grossartige an David ist nicht seine Errungenschaft als König, sondern dass er sich in Not vor Gott als Sünder demütigte. Das ermöglichte ihm den Neuanfang mit Gott. Er wurde langsam zum «Mann Gottes» wiederhergestellt.
Das klingt einfach, aber ist das praktisch umsetzbar?
Für uns wäre der Zweifel an Gottes Liebe die erste Reaktion in einer Not und von Attacke der Menschen: Warum bin ich? Warum hat Gott mir nicht geholfen und mich nicht geschützt? Wir würden auch wie Abischai reagieren, aus Wut zurückgeben, was wir bekommen haben. Wie Schimi David «Bluthund» nannte, hatte dieser ihn als «toten Hund» bezeichnet und ihn umgebracht.
Wir können auch aus Groll anderen die Schuld geben, mit Menschen kämpfen, indem man sich als Opfer darstellt. David hätte behaupten können: «Warum muss ich demütig sein und Busse tun? Wegen Absalom habe ich dieses Unglück. Ziba, der Opportunist, hat mich betrogen, Schimi hat mich falsch angeschuldigt und verflucht. Ich bin bloss ein Opfer! Ich bin der Elendeste.» Habt ihr in eurem Umfeld Menschen wie Absalom, Ziba, Schimi und inakzeptierende Leute? Gott formt unseren Charakter auch mit solchen Leuten und auch durch Schwierigkeiten und Niederlage. Wer aber immer die Schuld auf andere verschiebt und aus Wut andere verurteilt und sich als Opfer betrachtet, wird es kaum möglich sein, sich zu verändern und im Glauben reifer zu werden. Und auch die Bitterkeit und Selbstqual ist ein Mittel von Satan, dass wir uns Gott nicht demütig unterordnen, sondern von negativen Gefühlen gefangen werden. Gott sagt in Römer 12,19: Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: «Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.» In Schwierigkeiten sollten wir uns darum eher vor Gott prüfen lassen, ob wir Sünden zur Busse haben, anstatt sich emotional mitreissen zu lassen.
Welche Haltung hatte David vor Gott?
Verse 12: 12 Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.
Er sagte: Vielleicht wird der HERR sein Elend ansehen. «Vielleicht». David nahm Gottes Barmherzigkeit nicht in Anspruch. Ohne das Wort «Vielleicht» klingt Davids Rede ganz anders: «Der HERR sehe mein Elend an und vergelte heutiges Fluchen mir mit Gutem.» Hier spüren wir eher die Forderung. Wir haben eigentlich immer ein solches Gebet: «Herr, bitte, tu dies und das.» An seiner Stelle hätte ich so gebetet: «Gott, bitte, führe Absalom’s Plan zum Scheitern. Herr, bitte, vergelte, was Schimi mir verflucht hat. Herr, du hast mir das ewigen Königtum versprochen, Herr, bitte, erfülle diese deine Verheissung trotz dieser Lage!» Unser Gebet orientiert sich öfters an anderen und die Lage zu verändern, anstatt uns selbst.
Hätte David sich nur die Beseitigung seines Gegners und die Wiederherstellung seiner Königsherrschaft gewünscht, wäre das zum Götzen für ihn geworden, und Gott wäre lediglich ein Werkzeug gewesen, um seine Begierden zu stillen. Auf diese Weise wurde Saul, den ersten König in Israel verworfen.
Aber David forderte Gott das nicht an, sondern überliess alles Gott, vertraute ihm alles an und war bereit, anzunehmen, falls Gott ihm seinen Wunsch nicht erfüllen würde. Denn Gott kannte, was für David am Besten war. Er hatte den Fokus nicht auf den Segen, sondern auf Gott selbst gelegt. Neulich habe ich gehört, dass das Ende des Gebets nicht die Gebetserhörung selbst sei, sondern unser Vertrauen auf ihn, dass wir Gott alles anvertrauen können. So werden wir Gott nicht als Werkzeug gebrauchen, sondern als Herr ehren und wir werden zur Kinder Gottes geformt.
Dennoch verlor David nicht seine Hoffnung.
Verse 12: 12 Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.
Wenn Gottes Wille ist, wird er heutiges Fluchen mit Gutem vergelten. Wegen unserer Sünden haben wir den Fluch, die Konsequenzen der Sünde, verdient. Dennoch kann die Barmherzigkeit Gottes unser Schicksal drehen.
Galater 3,13-14 sagt: 13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns – denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der am Holz hängt» –, 14 auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheissenen Geist empfingen durch den Glauben.
Jesus hat an unserer Stelle den Fluch, die Folge der Sünde, auf sich genommen, damit der Segen Abrahams zu uns kommen kann. Abraham hat bis 99 Jahre gar keine Kinder gehabt. Damals ist die Kinderlosigkeit als Fluch Gottes betrachtet worden. Nicht aus seiner eigenen Leistung, sondern allein aus dem Glauben an die Verheissung Gottes bekam er mit 100 Jahren den Sohn Isaak. Gott hat ihn zur Segensquelle und zum Glaubensvorbild gemacht, damit alle Menschen nicht durch die eigene gute Tat, sondern allein aus dem Glauben an Jesu Blut den Segen, die Errettung, bekommen können.
Habt ihr etwas, was ihr als Fluch betrachtet? Chronische Krankheit, Finanzprobleme, Wutanfälle, mangelnde Fähigkeiten, sündige Gewohnheit, Sucht, Trauma usw. Es scheint, dass dies unser Schicksal bestimme. Wir haben auch die Konsequenzen der Sünde verdient. In Jesus können wir aber hoffen, dass das mit Gutem vergelten wird. Römer 8,28 sagt: «Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.» Psalm 23,6 «Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.»
Ich betrachtete meinen alkoholabhängigen Vater als Fluch. Aber dadurch begegnete ich dem lebendigen ewigen Gott als meinem Vater. Unsere Glaubensgeschwister hatten früher Mobbing erlebt. Aber dadurch haben sie vielmehr ein Herz für die Unterprivilegierten bekommen und fungieren als Hirtinnen in Gott.
Die lange Königsherrschaft führte David zur Verdorbenheit der Sünden. Aber durch diese Erniedrigung, diesen Niedergang, demütigte sich David vor Gott. Weder seine Sünden noch deren Konsequenzen bestimmten sein Schicksal. Durch Busse und Demütigung in Not wurden seine Beziehung und sein Vertrauen auf Gott erneuert. Sein Niedergang dauerte nicht ewig. Gott hielt seine Verheissung an ihm und stellte später in ihm die Königsherrschaft wieder her. Gottes Ziel ist nicht unseren Niedergang, sondern unsere Busse, Umkehr zu Gott und die Veränderung unseres Inneres.
Welche grosse Gnade ist es, dass all ungünstige Lage für uns nicht ein Ende ist, dass wir durch Busse Gottes Barmherzigkeit bekommen, und dass unser heutiges Fluchen, unser Niedergang mit Gutem vergeltet wird, durch das kostbare Blut Jesu Christi!
2. Absaloms Höhepunkt
Absalom und alles Volk, die Männer Israels, kamen nach Jerusalem und Ahitofel mit ihm.
Es schien, dass er als König schnell grosse Herrlichkeit und Macht ohne Blutvergiessen erreicht hatte. Wenn wir das Vers 32 lesen, galt Ahitofels Ratschläge wie die von Gott. «Wenn damals Ahitofel einen Rat gab, war das, als wenn man Gott um etwas befragt hätte; so viel galten alle Ratschläge Ahitofels bei David und bei Absalom.» Auch dass seine Ratschläge bisher so betrachtet wurden, galt nun nicht mehr. Auch durch den Rat an Absalom – das Schlafen mit Nebenfrauen seines Vaters, wandte sich Ahitofel vom Willen Gottes ab und verbündete sich für seinen Vorteil mit Absalom.
Vers 17-19: «17 Absalom aber sprach zu Huschai: Ist das deine Treue zu deinem Freunde? Warum bist du nicht mit deinem Freunde gezogen? 18 Huschai aber sprach zu Absalom: Nein! Sondern wen der HERR erwählt und dies Volk und alle Männer in Israel, zu dem gehöre ich und bei dem will ich bleiben. 19 Zum andern, wem diene ich? Ist es nicht sein Sohn, dem ich diene? Wie ich deinem Vater gedient habe, so will ich auch vor dir sein.»
Absaloms Beziehung zu seinem Vater David war so gebrochen, denn er ihn bloss als Freund zu Huschai bezeichnete. Huschai gehorchte Davids Anweisung, neben Absalom wie ein Spion zu bleiben. So ging er ein grossem Risiko ein, um die Verheissung Gottes für David, das Reich Gottes durch ihn geschehen zu lassen, zu erfüllen. Später liess Gott seinen Rat gelten.
Auch wenn Absalom durch einen Putsch zur Herrschaft kam und den Höhepunkt seines Lebens erlebte, dauerte diese Herrlichkeit auch nicht so lange an. Denn sein Königreich basierte nicht auf der Wahrheit Gottes, sondern auf eigener Gier .
Heutzutage gibt es viele junge Menschen, welche schnell viel Geld und Ruhm erreichen wollen um ein Leben mit Vergnügung zu führen. Es gibt Influencer, die Tricks anwenden, um viele Follower zu gewinnen. Ein Stiefsohn meines ehemaligen Chefs ist fast 17 Jahre alt. Aber er hat gar keinen Lust auf eine Ausbildung. Er will nur schnell Reichtum durch Bitcoin erlangen.
Viele Bibelstellen warnen davor, dass Reichtum und Ruhm, die auf unrechtmässige Weise erworben wurden, nicht von langer Dauer sind.
Sprüche 20,21 Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt, wird zuletzt nicht gesegnet sein.
Psalm 37,1 Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. 2 Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 3 Hoffe auf den HERRN und tue Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Auch wir möchten schnell Ergebnisse erzielen. Manchmal erzielen wir trotz grösster Anstrengungen nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft haben. Manchmal scheint es, als gäbe es überhaupt keine Fortschritte, sondern nur Niederlagen. Es ist leicht, dass wir dann aufgeben wollen und mit sozialen Medien Zeit vergeuden. Aber wenn es langen erscheint, gehen wir dennoch den richtigen Weg vor Gott: Demütigung statt Bitterkeit, Busse tun statt Hartnäckigkeit, uns als Sünder zu bekennen, statt als Opfer zu behaupten und anderen die Schuld zu geben. Des weiteren Hoffnung auf Jesu Blut statt Verzweiflung, vor allem Gott, den Segensgeber zu lieben, statt nur den Segen. Gott formt zuerst unser Inneres statt die äussere Fassade zur Schau zu stellen. So baut Gott Schritt für Schritt ein festes Fundament für das Reich Gottes in dieser Welt durch uns.
Durch die Campus-Mission habe ich erwartet, viele zur Errettung zu bringen. Aber wegen des atheistischen und materialistischen Zeitgeistes erlebten wir eher viele Ablehnungen. Student*innen kamen und gingen wieder. Ich betrachtete meine fehlende Fähigkeit und die Lage als Fluch. Aber diesen «Niedergang» gebraucht Gott, um mich zuerst zu formen. Denn ich war voller sündiger Neigung. Gegen meinen Vater, den Alkoholiker, hatte ich viel Aggression und Groll. Gott trainierte mich durch Leute wie Absalom, Ziba und Schimi in meinem Umfeld. Ich wollte ihnen wie Abischai voller Wut zurückgeben, was ich bekommen hatte und habe andere verurteilt. Wegen Minderwertigkeitsgefühle hatte ich auch den Fokus auf die Anerkennung der Menschen durch das erfolgreiche Werk in Gott, statt Gott zu lieben. Das wäre die schnelle äussere Fassade basierend auf der Gier, was auch Absalom erreicht hat. In meiner «Niederlage» suchte ich immer Gottes Willen und Gott weist mich immer auf Jesus am Kreuz hin: Seine Demut, sein Dienst, seine Liebe, seine Vergebung, seine Geduld und seine Hoffnung. Dadurch habe ich erkannt, dass wir nicht schnellen Erfolg suchen, sondern unser Fokus ist, von Jesus zu lernen und ihm ähnlich zu werden, auch wenn das langsam erscheint.
Von David lerne ich sein volles Anvertrauen, anstatt Gebetserhörung anzufordern. Ich dachte darüber nach, wie ich konkret Gott alles anvertrauen kann. Dann fiel mir das Wort aus 1. Thessalonicher 5 ein: 16 Seid allezeit fröhlich, 17 betet ohne Unterlass, 18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
Gott hat bisher meinen Fluch mit Gutem vergelten. Durch das Blut Jesu Christi formt er mich zum Kind Gottes aus seiner Barmherzigkeit und Geduld. Er wird dies auch unter uns weiter tun. Im Vertrauen kann ich nur noch fröhlich und dankbar sein, statt mir Sorgen zu machen. Ich bete Gott im Vertrauen, dass sein guter Wille unter allen Umständen geschehe.
Möge Gott jedem von uns helfen, nicht den Fokus auf eine äussere Fassade zu haben, sondern darauf, von Jesus lernen und Gott zu lieben. So ist eine Niederlage immer ein Neuanfang mit Gott für sein Reich in uns.