Wandeln in der Liebe und im Licht

Epheser 5, 1-20

Guten Morgen miteinander und einen gesegneten Sonntag. Wir sind dem HERRN dankbar, dass er uns auch am heutigen Tag in seinem Namen zusammengeführt hat. Heute ist wieder ein sonniger Sommertag, voller Licht. Wir wollen aber auch in einem Licht wandeln, das noch ungleich herrlicher ist: im Lichte Jesu Christi. Dafür brauchen wir Gottes lebengebendes Wort. Der Epheserbrief gibt uns eine wunderbare, aber auch klare Orientierung. Heute betrachten wir das 5. Kapitel davon, genauer gesagt, die Verse 1-20. 

Lesen wir gemeinsam den Titel dieser Botschaft: Wandeln in der Liebe und im Licht 

Und lesen wir zusammen den Leitvers 2:

und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
Epheser 5,2

Mit Hilfe des Apostels Paulus hatte der HERR das gute Werk in vielen Gläubigen in Ephesus angefangen: Sie waren nicht nur gläubig geworden, sondern hatten nun auch eine neue Identität als geliebte Kinder Gottes bekommen durch des HERRN überreiche, unverdiente Gnade. Im vierten Kapitel seines Briefs an die Epheser weist der Apostel sie darauf hin, dass sie den “neuen Menschen anziehen” und ihr altes, sündiges Leben ablegen sollten. In Epheser 5 führt Paulus nun weiter aus, was seine Adressaten als aktiv Gläubige zu beachten hatten, um sich ihrer neuen Identität als Gottes Kinder anzupassen. Vor allem aber sollten sie in Jesu Liebe sowie im Licht wandeln. Zum Thema Annahme eines gottgefälligen Lebens habe ich von KI eine kurze Geschichte generieren lassen. Ich lese sie euch vor: 

«Der Weg ins Licht. Lukas saß oft bis tief in die Nacht in düsteren Kneipen, getrieben von unstillbarer Gier und leeren Worten. Seine Tage waren erfüllt von der Finsternis des Egoismus, bis er eines Tages spürte, dass dieses Leben ihn innerlich völlig austrocknete. Ein alter Freund erinnerte ihn schließlich an das Geschenk der echten Liebe und rief ihm zu: „Wach auf, der du schläfst!“

Diese Worte trafen Lukas so tief im Herzen, dass er beschloss, die schattige Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen. Statt sich weiterhin mit Wein zu berauschen, suchte er fortan die Erfüllung in Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Er fing an, seine kostbare Zeit weise zu nutzen und den Menschen in seiner Umgebung mit aufrichtiger Nächstenliebe zu begegnen. Die alten, gehässigen Lästereien wichen in seinem Alltag bald Worten des Dankes und der Ermutigung. Sogar in schweren Zeiten stimmte Lukas nun im Herzen Lieder des Lobes an, die auch die Gemüter seiner Mitmenschen erhellten. Durch sein verändertes Handeln brachte er das Gute ans Licht und deckte die Sinnlosigkeit des alten Lebensstils auf. Als geliebtes Kind des Lichts fand er so am Ende den tiefen Frieden, nach dem er sich immer gesehnt hatte.»

Wie gross doch der Unterschied ist zwischen einem Leben in der Finsternis und dem Leben im Licht. Betrachten wir nun also genauer, welche ‚finsteren‘ Handlungen und Haltungen wir aktiv Gläubigen zu vermeiden versuchen, aber auch, was anzustreben ist, um in des HERRN Licht zu leben.


Teil 1: Die Abkehr von den Sünden

In Kapitel 5 und 6 des Epheserbriefs lehrt Paulus, was die rechten Früchte des Glaubens sind und warnt seine Adressaten (und somit auch uns) vor den Begierden des Fleisches. Zunächst führt er seine Ermahnungen zu einem gottseligen Leben fort. Bevor er dies tut, weist er jedoch darauf hin, weshalb und in welcher Orientierung die Gläubigen nach einem geistlich geführten Leben trachten sollten. Lesen wir hierzu gemeinsam die Verse 1 und 2: «So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.» Aus seiner unendlich grossen Liebe hat der Christus uns von den Sünden befreit, indem er am Kreuz für uns sein kostbares Blut vergossen hat. Wer Jesu reine, maximal hingebungsvolle Liebe und Gnade bereits tiefgehend erfahren hat, bekommt den Wunsch, dem HERRN in seiner Heiligen Dreieinigkeit zu dienen und ihm nachzufolgen. Wir brauchen ein Vorbild, einen Massstab, nach dem wir uns richten können – und das sollten nicht unsere Gefühle oder unser Ego sein, sondern der Gott! Für unseren Lebenswandel haben wir also kein geringeres Vorbild als den HERRN. Ihn nachzuahmen, scheint ein sehr hoher Standard zu sein, den wir nicht erreichen können. Doch der HERR begleitet und unterstützt uns auf unserem Glaubensweg. Wenn wir selbst an unsere Grenzen stossen, kommen wir mit Demut zu Jesus und bekennen, wie sehr wir auf ihn angewiesen sind; so sind wir ihm auch nahe. 

Da Jesus Christus uns abschliessend kennt, weiss er auch um unsere Schwächen. Vor allem aber versteht er sie auch sozusagen aus eigener Erfahrung: Er selbst hat im Gebetskampf alle Schwäche überwunden, um Gottes hohe Anforderungen zu erfüllen: Als Lamm Gottes zu sterben, war für Jesus schwierig. In Matthäus 26,36 sagte er zu seinen Jüngern: «Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir!» Hebräer 5,7 sagt hierzu: «Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.» Jesus war also nicht nur Gott, sondern auch Mensch. Um Gottes Plan zu erfüllen und somit des HERRN Massstab zu entsprechen, hat er mit Flehen und lautem Schreien sowie unter Tränen gebetet. Wir müssen Gott nicht Perfektes zeigen, sondern durch Jesus zu ihm kommen und im Gebet mit Gott ‘ringen’. Diese Gemeinschaft bringt uns näher zur Liebe Jesu. So steht im Brief an die Hebräer (Kapitel 4, Verse15-16): «Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.» Lassen wir uns also diese Gelegenheit nicht entgehen, auf diese Weise Gottes Gnade zu erfahren, wenn wir einmal in einer ungünstigen Lage sind!

In dieser Gemeinschaft mit Jesus lernen wir immer mehr, in der Liebe Jesu und in seinem Licht zu wandeln. Zudem bringen wir unserem Herrn Jesus, der alles für uns getan hat, als Opfer Lob und Dank dar. Das gereicht unserem himmlischen Vater schliesslich auch zu einem lieblichen Geruch. Denjenigen, welche bereits ein aktives Glaubensleben führen und somit die Werke der Liebe tun, merkt man anhand von deren Verhalten und neu gewonnenen gottgefälligen Eigenschaften deutlich an, dass sie im HERRN wandeln. Bleiben auch wir also dran und halten wir uns sozusagen geistlich fit! 

Paulus ermahnt nun die Epheser Gläubigen, sich klar von sündigen Verhaltensweisen und Haltungen zu distanzieren. Kein menschliches Wesen ist ohne Sünde; doch wenn wir uns an Jesus Christus wenden, vergibt er uns. Dafür wünscht er sich sehr, dass wir uns verändern und unsere Sünden nach und nach loslassen. Paulus nennt hier einige Beispiele für solcherlei Verfehlungen: Zunächst geht er auf die Unzucht ein. Heute leben wir in einer Zeit der sexuellen Unmoral; die Welt scheint nach dem Motto «alles ist erlaubt» zu funktionieren. (Auch die Epheser sollten dem damaligen Zeitgeist nicht nachgeben, welcher von Götzendienst geprägt war.) Auch der Begriff Unreinheit kann auf ein ‘schmutziges’ Sexualleben bezogen werden. Jedoch sieht der HERR es allgemein gerne, wenn wir uns und unsere Umgebung reinhalten. Ebenso erwähnt der Apostel die Habsucht. Diese ist ein übles Laster, denn sie führt oft zu Diebstahl und hat allgemein ein gewisses Suchtpotenzial. 

Dies alles stellt schändliches Tun dar, welches sich für aktiv Gläubige, welche vom HERRN ‘geheiligt’, also gerechtfertigt sind, nicht geziemt. Von solcherlei Dingen sollte unter den Epheser nicht einmal gesprochen werden. Dies an sich kann bereits als schändliches Reden betrachtet werden. Paulus warnt hier auch davor, unsinnige oder leichtfertige Worte zu äussern. Die Rede der Gläubigen sollte nicht zur Sünde dienen, sondern anderen Menschen nützlich sein. Dazu sagt Paulus in Epheser 4, Vers 29: «Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.» Stattdessen ist es ein wunderbares Ding, Worte des Danks und des Gotteslobs zu äussern! Es ist wichtig, stets den HERRN zu preisen für alles, was er für uns getan hat, tut und noch tun wird.

Der Apostel Paulus unterstreicht durch eindrückliche Worte, wie wichtig es ist, sich von sündigem Tun fernzuhalten. Lesen wir gemeinsam den Vers 5: «Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.» Auch in seinem 1. Brief an die Korinther spricht Paulus eine ähnliche, ebenso eindringliche Ermahnung aus: «Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.» (1. Korinther 6, Verse 9-10) 

Habsucht kann deshalb als Götzendienst verstanden werden, weil sie das Herz eines Menschen vereinnahmen und ihn somit gänzlich vom HERRN entfernen kann. Dies kann einen Menschen ins Verderben bringen; man denke an das dramatische Ende von Judas Iskariot! Es ist nicht möglich, zugleich dem Mammon und dem HERRN zu dienen, wie auch in Lukas 16, Vers 13, erwähnt ist: «Kein Knecht kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.» 

Sich von Sünden fernzuhalten ist nicht nur für die Gläubigen selbst wichtig, sondern schliesslich auch für deren Glaubensgeschwister. Denn diese förderliche Einstellung hilft ihnen, ihre eigenen Verfehlungen zu erkennen, zu bereuen und im Idealfall dafür Busse zu tun. Paulus warnt auch ausdrücklich davor, sich zu verführen bzw. irreführen zu lassen durch leere Worte: Es gibt Menschen, die uns einzureden versuchen, eine bestimmte Sünde sei nicht so schlimm oder sogar gut! Denen zu glauben, anstatt dem Wort Gottes, erregt den Zorn des HERRN. Der Apostel empfiehlt somit, dass sich die Gläubigen von solchen Leuten fernhalten sollten. Wie wunderbar ist es, wenn man sich von den sündigen Einflüssen dieser Welt und somit des Satans fernhält und sich stattdessen nur am HERRN orientiert – das führt zur Seligkeit, wenn man dranbleibt!

Teil 2: Das Leben im Licht

Die Adressaten von Paulus’ Brief hatten einst in der Finsternis des Unglaubens gelebt. Nun jedoch waren sie von der Erkenntnis Gottes erfüllt und vom Heiligen Geist sozusagen erleuchtet. Somit hatten sie auch keine Entschuldigung mehr, zu sündigen; vielmehr sollten sie als wahre Gläubige leben, als Kinder des Lichts, ja, als das Licht der Welt. Es ist so wunderbar, dass der Herr Jesus Christus uns durch seine unendliche Gnade von der Finsternis zum Licht gebracht – und gemacht! – hat. Auch in seinem 1. Brief an die Thessalonicher Gemeinde (Kapitel 5, Vers 5) hält der Apostel fest: «Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.» Im Licht bzw. als aktiv gläubiger Mensch zu wandeln bedeutet auch, allerlei Gutes zu haben und an andere Menschen weiterzugeben. Denn die Frucht des Geistes sind wunderbare Dinge. Lesen wir hierzu Vers 9: «die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.» Galater 5 (Verse 22 und 23) nennt diesbezüglich noch weitere geistliche Früchte: «Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz.» Daher ist es auch wichtig, stets zu prüfen, was dem Willen des HERRN entspricht und was Gott nicht gefällt. (Es geht jedoch nicht darum, was uns selbst gefällt; vielmehr sollten wir stets Fokus auf den HERRN haben. Denn der Satan will uns ständig dazu verführen, unseren Gefühlen und unserer Gier zu folgen und führt uns auf diese Weise auch immer wieder in die Finsternis, aber der Fokus auf Gott und Jesus bringt uns zum Licht.) Die Orientierung an des HERRN Willen und an Gottes Wort ist der vollkommene Leitfaden für unser Leben!

Vom geistlich unfruchtbaren, sündigen Tun sollten wir uns jedoch nicht nur fernhalten, sondern es auch aufdecken. So fragen wir uns selbst beispielsweise immer wieder, welchen ‘Götzen’ wir noch dienen. Das Erkennen und Aufdecken von Sünden betrifft jedoch nicht nur uns selbst: Denn es ist wichtig, dass wir die Verfehlungen unserer Glaubensgeschwister nicht billigen oder ‘totschweigen’, sondern unsere Brüder und Schwestern darauf hinweisen bzw. ermahnen, in aller Liebe, wie auch uns der HERR durch sein Wort Ermahnungen gibt. Das zu tun ist gar nicht so einfach, sondern erfordert viel Feingefühl und Weisheit – doch der HERR gibt uns diese Dinge, wenn wir ihn darum fragen! Dem HERRN sind jedoch auch die scheinbar gänzlich geheim gehaltenen Sünden nicht verborgen. Kommen diese Verfehlungen jedoch ans Licht, so kann derjenige Mensch, der gesündigt hat, seine Missetaten erkennen, bereuen und dafür Busse tun. 

Es ist für uns Gläubige ausserordentlich wichtig, dass wie ständig unseren Wunsch erneuern, nach dem geistlichen Prinzip zu leben. Im Glauben (wieder) aktiv zu werden heisst, sozusagen aufzuwachen. Lesen wir gemeinsam den Vers 14b: «Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.» Paulus nimmt hier Bezug auf den Propheten Jesaja, der im Kapitel 60 (Verse 1-3) spricht: «Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkelheit die Völker. Aber über dir geht der Herr auf und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht.» Aufzuwachen und aufzustehen heisst, nicht mehr in der Gottesferne und den toten Werken der Sünden zu ‘schlafwandeln’, sondern sich aufzumachen, ein Leben für und in Gott zu leben. So nehmen wir denn auch unsere Berufung (neu) an, welche wir aus des HERRN unendlicher Gnade bekommen haben! 

Wir Gläubige haben das grosse Privileg, vom HERRN geistliche Weisheit und Erkenntnisse bekommen zu haben. Deshalb tun wir gut daran, diese auch zu nutzen und unseren Verstand im für Gott richtigen Sinne zu gebrauchen. Lesen wir gemeinsam den Vers 15: «So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise,». Auch unsere Zeit sollten wir sinnvoll nutzen – am besten, um dem HERRN zu dienen. (Paulus nennt dieses Ausnutzen der Lebenszeit «auskaufen».) Dies zu tun ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil wir, wie damals die Epheser, in einer Zeit leben, wo viel Böses in der Welt herrscht und die Menschen beeinflusst. Solche Leute brauchen den HERRN bzw. Jesus, und wir können ihnen diesen näherbringen! Der Satan versucht zudem, uns durch seine bösen Werke am Tun von Gottes Willen zu hindern; umso mehr sollten wir ihm Widerstand leisten mit Gottes Hilfe. Dazu sollten wir jedoch stets verstehen, was der Wille des HERRN ist. So lassen wir uns immer weniger von der Welt versuchen oder verführen. Bleiben wir also weise und verständig; halten wir die Weisheit fest, damit wir nie wieder als Unverständige herumirren müssen!

Wie man nicht zwei Herren gleichzeitig dienen kann, so ist es auch nicht möglich, zwei miteinander unvereinbare Geister in sich zu haben. So kann ein Mensch nicht gleichzeitig vom Geist des HERRN und vom Weingeist beeinflusst sein. Der Apostel Paulus ermahnt seine Adressaten somit, sich nicht zu betrinken. Betrunkene Menschen neigen stark zu losem oder wütendem Geschwätz, Jähzorn oder anderen Unarten, von welchen manche auch nach dem Abklingen des Rausches bestehen bleiben können. Trinkerinnen oder Trinker haben zudem nicht nur in ihren Gefühlen ein Chaos, sondern führen nicht selten ein ungeordnetes Leben. In der heutigen Zeit kann der Wein jedoch auch noch für weitere Dinge stehen, welche zwar die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn bewirken, einem jedoch die Motivation wegnehmen, ein gesundes (Glaubens-) Leben zu führen: unkontrollierter Medienkonsum, soziale Medien, Vergnügungen aller Art etc.

Wer hingegen nicht vom Weingeist, sondern vom Geist Gottes beeinflusst ist, distanziert sich von den hier beschriebenen Unsitten. Stattdessen ist ein solcher Mensch erfüllt mit geistlicher Rede, Gotteslob und Psalmen. An dieser Stelle ermuntert Paulus die Epheser Gläubigen dazu, nach solcherlei Dingen zu streben. Lesen wir gemeinsam den Vers 19: «Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.» So bleibt das Wort Jesu unter und in den Gläubigen! In seinem Brief an die Kolosser (Kapitel 3, Vers 16) sagt der Apostel denn auch: «Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.» 

Wie wunderbar es doch ist, nicht nur für uns selbst erbauliche, uns mit dem HERRN verbindende geistliche Worte und Lieder zu haben, sondern auch, sie mit unseren Glaubensgeschwistern zu teilen! Dies boostet auch unsere Dankbarkeit gegenüber dem HERRN, der so unermesslich viel für uns getan hat, tut und tun wird, da wir seine herzlich geliebten Kinder sind. Auch Paulus hält die Epheser – und somit auch uns – zur jederzeitigen Dankbarkeit gegenüber Gott an. Lesen wir gemeinsam den Vers 20: «und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.» Durch den Messias hat Gott uns von unseren Sünden befreit – dafür können wir doch gar nie genug dankbar sein! Ein dankbares Herz bewahrt uns vor vielerlei Sünden und behält uns in der Gottesnähe. (Entscheidend ist zudem der Fokus auf das Licht statt auf die Finsternis. Denn wo es Licht gibt, da verschwindet die Finsternis.) Daher gibt der Apostel Paulus im 1. Thessalonicher-Brief (Kapitel 5, Vers 18) seinen Adressaten denn auch eine wertvolle Ermunterung mit, welche auch wir uns mit Freude zu Herzen nehmen sollten: «seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.» Bleiben wir also in der wunderbaren Dankbarkeit und loben wir den HERRN täglich mit einem grossen, glücklichen Halleluja! Dem HERRN in seiner Heiligen Dreieinigkeit sei alle Ehre! Amen.

Liebe Glaubensgeschwister, wisst ihr, dass ihr Königskinder seid? Als Kinder Gottes seid ihr überaus geliebte Menschen, denen ein grosses Privileg gegeben ist: ein Leben im Licht. Mit diesem geht jedoch auch hehre Aufgaben einher: das Streben nach den Früchten des Geistes, die Anpassung an die neue Identität als Gottes Kinder und schlussendlich die Berufung! Dies alles anzunehmen ist wiederum ein grosser Segen, sowohl für uns selbst als auch für unsere Mitmenschen. 

Ich selbst bin eine Lernende im Glauben. Leider kann ich von mir selbst nicht behaupten, ich sei frei von fleischlichen Begierden, unbedachten Worten oder an manchen Tagen auch dem Weingeist. Komm, Herr Jesus, wasche mich mit deinem kostbar am Kreuz vergossenes Blut rein von diesen Sünden, da ich davon nicht aus eigener Kraft loskomme! Umgekehrt hat mich meine Bibellehrerin einmal gefragt, welche geistlichen Früchte ich bereits haben würde. Ich nannte Liebe und Freundlichkeit. Auch bemühe ich mich immer mehr, die Wahrheit zu sagen – und des HERRN Wahrheit als Orientierung zu haben. Wie dankbar ich dem HERRN für alles bin, was ich schon an Eigenschaften habe, die mich ihm ähnlicher machen. Ich bin zuversichtlich, dass diese immer mehr werden. In uns allen wirkt Gott mächtig weiter, formt und trainiert uns, bis wir ins Himmelreich passen. Dort werden wir ewig leben in der ungetrübten Gemeinschaft mit dem HERRN in seiner Heiligen Dreieinigkeit, für immer frei von allen Sünden und allen Elementen der Finsternis – etwas Herrlicheres kann es gar nicht geben. Der HERR sei hochgelobt und gepriesen im Himmel und auf Erden! Amen.