Lass dir an meiner Gnade genügen


2.Korinther 12,1-10

Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.
2. Korinther 12,9

Der Apostel Paulus erfüllte sein ganzes Leben lang den Auftrag, Menschen zum Herrn zu führen. Sein Weg war nicht ohne Hindernisse. Gerade im Kapitel 11 musste der Apostel Paulus angesichts der Verleumdungen durch falsche Lehrer unweigerlich darauf hinweisen, mit welcher Haltung er als von Gott Berufener dem Herrn gedient hatte. Er sagte, er hat sein ganzes Herz darauf verwendet, ein Leben zu führen, das alle Menschen als reine Braut des Herrn zu Christus führt. Auch der Kritik, er gehörte nicht zu den zwölf Aposteln Jesu, widersprach er. Ebenso widersprach er Zweifeln an seiner Autorität als Apostel. Paulus widersprach denjenigen, die an seinem Hintergrund als Diener Christi zweifelten. Er rühmte sich sogar seiner Herkunft und erklärte, er ist selbst Hebräer, Israelit und ein Kind Abrahams. Vor allem bezeugte er, dass er als Diener Christi alle Leiden und Entbehrungen auf sich genommen hatte. Paulus bekannte, dass er um Christi willen unzählige Schläge, Hunger, gefährliche Reisen, Überfälle und Todesgefahren erlitten hatte.

 Dem Apostel Paulus machte es nichts aus, von den Menschen verachtet zu werden. Er sorgte sich jedoch um die Gläubigen, die dadurch auf die Probe gestellt wurden. Deshalb offenbart er durch das heutige Wort, worauf er sich wirklich rühmt. Worauf sollen wir uns rühmen, die wir an Jesus glauben und im Glauben leben? 

Erstens, nichts steht über der Autorität der Bibel. 

 Lesen wir gemeinsam Vers 1: «Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn.» Die falschen Lehrer in Korinth kritisierte Paulus, dass er keine Erscheinungen und Offenbarung erfuhr. Paulus behaupte, dass er schon die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn erfahren hatte. Er wollte ihnen von den Erscheinungen und Offenbarungen erzählen, die er vom Herrn empfangen hatte. Gottes Erscheinung war tatsächlich die Berufung Gottes auf dem Weg nach Damaskus. Der auferstandene Jesus erschien ihm persönlich und berief ihn zum Apostel für die Heiden. Das war eine dramatische Erscheinung und Offenbarung Gottes. Seit der Berufung Jesu verwandelte er sich 100%, vom Verfolger zum Prediger, vom Ermorder zu der Liebhabenden. 

Trotzdem wollte er weitere Geschichte vom Paradis erzählen. 

Betrachten wir die Verse 2 und 3: «Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren-ist er im Leib gewesen? Ich weiss es nicht; oder ist er ausser dem Leib gewesen? Ich weiss es nicht; Gott weiss es-, da wurde deshalb entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen-ob er im Leib oder ausser dem Leib gewesen ist, weiss ich nicht; Gott weiss es-.» Der Apostel Paulus hatte vor 14 Jahren zweifellos eine erstaunliche Erfahrung gemacht. Ist es nicht wirklich erstaunlich, dass er vor 14 Jahren den dritten Himmel erlebt hat? Er weiss selbst nicht so recht, ob er derjenige war, der diese erstaunliche Erfahrung gemacht hat, oder nicht. Klar ist, dass jemand gesehen hat, wie sich jemand im dritten Himmel befand. Dies war eine lebhafte Erfahrung des Apostels Paulus. Doch selbst über diese Tatsache sprach er nur mit grosser Vorsicht. Deshalb erwähnte er diese erstaunliche, geheimnisvolle Erfahrung nicht, wenn er das Evangelium verkündete. Aus diesem Grund verwendete er hier nicht die erste, sondern die dritte Person, um sich selbst zu umgehen und die Sache zu erklären. 

 Da Erscheinungen und Offenbarungen nicht auf eigene Kraft erfolgen, sondern das Ergebnis des souveränen Eingreifens Gottes sind, konnte Paulus gar nicht anders, als sich hinführen zu lassen. Er hatte keinerlei Einfluss auf diesem Wunder eingegriffen. Denn er war von der unwiderstehlichen Kraft Gottes erfasst worden, der sich der Mensch nicht entziehen kann. Der Ort, an den er geführt wurde, war der dritte Himmel. Im Allgemeinen gingen die Juden davon aus, dass der Himmel in mehrere Ebenen unterteilt sei. Doch der Ausdruck dritter Himmel, den Paulus in diesem Text verwendet, bedeutet im Sinne von Vollkommenheit und Höchstem, dass er in den unendlich hohen und vollkommenen Himmel geführt wurde, der durch die Zahl «drei» symbolisiert wird.

 In den Versen 2 und 3 wird wiederholt der Ausdruck «Ich weiss es nicht, aber Gott weiss es» verwendet. Damit macht Paulus Gott zum Zeugen, indem er zum Ausdruck bringt, dass er selbst als Mensch diese Erfahrung nicht versteht, Gott sie jedoch kennt. Für die Adressaten des Briefes, die Gemeindemitglieder in Korinth, ist dies ein Ausdruck von grosser Überzeugungskraft. 

 Lesen wir gemeinsam Vers 4: «der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.» Paulus wurde ins Paradis versetzt und erstaunliche Dinge hörte, die sich nicht in Worte fassen lassen. Diese Worte waren sehr geheimnisvoll und übernatürlich. Was hörte er im Paradies? Er konnte sich es nicht äussern. Vielleicht hätte er die Worte der Engels hören könnten. In 1.Korinther 13,1 spricht er: «Wenn ich mit Menschen-und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.» In der Geschichte der Menschen haben wir viele Menschen gesehen, dass sie im Paradies gewesen waren. Sie konnten nicht ihre gesehenen Situationen genau erklären. Johannes sah auch Gottes Erscheinung auf der griechischen Insel Patmos. Er konnte nicht das Reich Gottes mit den menschlichen Worten beschreiben. Er sagte in Offenbarung 21, 1 und 2: «Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr, und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, vom Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.» Er hörte dort die Worte der Engel. Er sah auch wie Johannes die neue Stadt Jerusalem. Alles ist neu. Trotzdem war er für diese Wahrheit in ihrem persönlichen Glauben bewahren. Paulus erfuhr das Paradies. Aber er rühmte sich es nicht, weil er das Wort Gottes richtig lehren und Gottes Wort allein den Menschen wahre Hoffnung auf das Himmelreich schenken kann. 

Paulus hatte eine Sicherheit, dass das Wort Gottes wahrhaftig und glaubwürdig ist, weil er direkt das Paradies erfuhr. Darum konnte er den Tod von Jesus und die Auferstehung Jesu noch tiefer und hautnah erfahren. Je mehr er die heilige Schrift studiert, kann er noch tiefer das Wort als Wahrheit Gottes erkennen. Darum sagte er klar über die Autorität und Wahrhaftigkeit der heiligen Schrift in 2. Timotheus 3,16: «Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.» Wie gelehrt war der Apostel Paulus? Er studierte bei Gamaliel, der Wiege der grössten jüdischen Gelehrten. Er war ein Pharisäer unter den Pharisäern, ein Gesetzeslehrer und ein Mann von höchster Gelehrsamkeit. Doch nachdem er Jesus begegnet war, bekannte er: Sein Wissen und all seine weltlichen Errungenschaften seien wie Abfall, nämlich Dreck. (Philipper 3,8) Er bekannte, dass allein die Erkenntnis Jesu das Höchste ist. Hat er das etwa nur so in den Raum geworfen? Ganz und gar nicht. Da die Erkenntnis Jesu der Weg zur Erlösung und der Weg zum Leben ist, kann er klar bekennen, dass nichts über der Autorität der Bibel steht. 

Darum sagte er in Vers 6: «Denn wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich kein Narr; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört.» Das Evangelium vom Kreuz erscheint nach weltlicher Weisheit als Torheit, doch für diejenigen, die daran glauben, ist es die absolute Kraft Gottes, die von Sünde und Tod errettet. Der Apostel Paulus hütete sich äusserst davor, dass irgendwelche menschlichen Umstände, seine eigenen Erfahrungen oder gar sein Wissen die Kraft des Evangeliums in den Vordergrund stellen könnten. Er bezeugte, dass das Kreuz der einzige Weg ist, der den Menschen erlösen kann. In 1.Korinther 1,18 heisst es: «Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft.» Paulus befürchtete, dass man ihn für überheblich halten könnte. Er hatte Angst, dass die Menschen ihn so wahrnehmen könnten, als seien seine Fähigkeiten aussergewöhnlich und seine Weisheit erstaunlich. Dennoch sah er sich gezwungen, sich zu rühmen, weil falsche Apostel und Lehrer unter verschiedenen Vorwänden die Oberhand gewannen und der Gemeinde mit falschen Lehren, die vom Evangelium abwichen, Schaden zufügten. Paulus verfügte zwar über Erfahrungen, Erscheinungen und Offenbarungen, die denen der anderen überlegen waren, doch er wollte sich auf eine ganz andere Weise rühmen. Während diese sich selbst und nicht Gott in den Vordergrund stellten, war Paulus bereit, selbst seine eigenen Erfahrungen zu verbergen, wenn sie der Offenbarung Gottes im Wege standen.

Zweitens, Erleben wir die Gnade, in der Schwäche stark zu werden.

 Lesen wir gemeinsam die Verse 7 bis 9: «Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.» Obwohl Paulus die Erscheinungen und die Offenbarung persönlich erfuhr, hatte er ein Pfahl im Fleisch. Wir wissen, was sein Phahl im Fleisch ist, weil er es uns nicht mitteilt. Das machte ihn schwer. Er bekannte. Doch damit er nicht überheblich wird, wurde ihm ein Pfahl ins Fleisch gegeben, nämlich des Satans Engel, der ihn quält und ihn daran hindert, überheblich zu werden. Was immer es auch gewesen sein mag: Es war ein chronisches und zermürbendes Leiden, das ihn manchmal daran hindert zu arbeiten. Dieser Pfahl war ein Hindernis für seinen Dienst und er bat Gott, ihn davon zu befreien; aber Gott lehnte dies ab. Paulus war ein sehr selbstständiger Mensch, deshalb machte dieser Phahl ihm sicher zu schaffen. Er liess Paulus demütig bleiben und erinnerte ihn an die Notwendigkeit, ständig mit Gott in Verbindung zu bleiben. Ausserdem war er für die Menschen seiner Umgebung nützlich, weil sie sahen, wie Gott in seiner Schwäche wirkte.  

 Paulus nennt seinen Pfahl Satans Engel. Das war schwer für ihn. In ihrer Mission hatte er viele Herausforderungen. Das kann auch seine leiblichen Krankheiten sein, Augenkrankheit oder Epilepsie. 

  Mit den bösen Menschen sollte er viel kämpfen. Viele Menschen wollten ihn beseitigen. In Apostelgeschichte 23, 12-22 finden wir eine wichtige Tatsache. Etwa 40 Juden schmiedeten ein Komplott, um Paulus zu ermorden. Sie schworen, nichts zu essen oder zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten, und suchten daraufhin den Hohepriester und die Ältesten auf, um einen Plan auszuarbeiten, Paulus vor den Hohen Rat zu laden und ihn dort aus dem Hinterhalt zu töten. Doch als der Neffe des Paulus davon erfuhr und es dem römischen Hauptmann meldete, schlug der Plan fehl. Was hat den Apostel Paulus wohl gequält? Es könnte seine chronische Krankheit gewesen sein. Oder vielleicht waren es Menschen. All dies waren Dinge, die ihm nach dem Leben trachteten. Paulus bezeichnete sie sogar als «Engel des Satans». Das zeigt, dass es Kräfte gab, die ihn zu Fall bringen wollten. Wo der Heilige Geist wirkt, ist auch immer der Satan dabei. Als Jesus in der Wüste versucht wurde, versuchte Satan, ihn zu Fall zu bringen. (Mt4) Auch als Petrus bekannte, dass Jesus der Christus und der Sohn des lebendigen Gottes ist, versuchte Satan, Jesus zu Fall zu bringen. Selbst am Kreuz verspottete Satan Jesus. Er verspottete ihn und forderte ihn auf, vom Kreuz herabzusteigen, wenn er wirklich der Messias ist. In Paulus Leben als Missionar, als Mann des Glaubens und als Diener Gottes gab es stets einen Pfahl Satans, der ihn quälte. Er betete dreimal darum, dass dieser entfernt werde, doch Gott erhörte ihn nicht. Er erkannte, dass dies Gottes Plan war, damit er nicht hochmütig werde. Wie grossartig ist dieser Diener des Glaubens, dass der grosse Apostel Paulus über die körperlichen Leiden, die er erdulden musste, ein solches Bekenntnis ablegen konnte! Was lautet also sein Bekenntnis?

 Lesen wir gemeinsam Vers 9: «Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.» Gottes Gnade ist alles, was er braucht. Gottes Kraft zeigt sich in seiner Schwäche. Paulus erkannte die Gnade Gottes. Die Gnade Gottes ist noch stärker als sein Leiden. Er ist zufrieden mit seiner Schwäche, damit die Kraft von Christus durch ihn wirken kann. Gott befreite Paulus zwar nicht von diesem Leiden, aber er versprach, seine Macht in Paulus zu demonstrieren. Das ist die Gnade Gottes. Alles ist genug. 

 Wir möchten immer stärker werden. Auch in unserem Glaubensleben möchten wir stets siegreich sein und in jedem geistlichen Kampf den Sieg davontragen. Wir möchten in allem, was wir tun, Gottes Herrlichkeit offenbaren. Doch wenn wir ehrlich darüber nachdenken, möchten wir unseren Erfolg in vielen Fällen nach allzu weltlichen und säkularen Massstäben messen. Mehr Geld, einen besseren Job, bessere zwischenmenschliche Beziehungen, ein schöneres Haus und Auto sowie eine bessere Gemeinde und eine bessere Zukunft. Doch oft sieht unsere Realität ganz anders aus. Wir können nicht alles besitzen, was wir uns wünschen. Das Leben verläuft auch nicht immer so, wie wir es uns vorstellen. Wir sagen zwar, wir wollen Gottes Herrlichkeit offenbaren, doch in Wahrheit wollen wir unsere eigene Herrlichkeit offenbaren. Wir wollen, dass unser Name bekannt wird. Wir wollen unser Ansehen wahren. Doch es gibt etwas, das wir in vielen Fällen übersehen: Gottes Gnade. Kommen wir Gott näher, wenn wir in der Welt Erfolg haben? Können wir sagen, dass wir Gott näherstehen, wenn wir gesünder sind? Werden wir uns wirklich für Gott und unseren Nächsten einsetzen, wenn wir in dieser Welt erstaunlichen materiellen Reichtum geniessen? Das wäre natürlich schön. Doch tatsächlich scheint unser Glaube nicht proportional dazu zu sein, wie gut es uns in der Welt geht. 

 Wir müssen lernen, dass es nichts Stärkeres gibt als die Gnade. David bekennt in Psalm 23, Vers 1: «Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.» Dieses Bekenntnis gab David zu einer Zeit ab, als er von König Saul verfolgt wurde. Es war eine Zeit äusserster Not, in der er nicht wusste, wann er sterben würde. Dennoch bekannte David, dass er mit allem zufrieden ist und es ihm an nichts mangelt. Warum? Weil David wusste, dass Gott mit ihm war und sein vollkommener Hirte ist. Inmitten aller Prüfungen und Leiden vertraute David darauf, dass Gott bei ihm war und sein guter Hirte war. In diesem Glauben wurde er auch in schwierigen und herausfordernden Umständen in Gottes Gnade immer stärker. David, der von Gott berufen worden war, obwohl er ein Niemand war, und der vom Schafhirten zum König von Israel gesalbt worden war, war auch inmitten der Leiden von grenzenloser Dankbarkeit und Freude gegenüber Gott erfüllt. Er erkannte stets, dass Gott gerade in seiner Schwäche mächtig wirkte. Deshalb war alles Gnade, und durch diese Gnade erlebte er Stärke inmitten seiner Schwäche. Ja, genau so ist es. 

 Die Tatsache, dass Gottes Macht in unserer Schwäche zum Ausdruck kommt, soll uns Maut und Hoffnung geben. Indem wir unsere Grenzen erkennen, verlassen wir uns mehr auf Gott als afu unsere eigene Energie, Anstrengung oder Begabung. Unsere Begrenztheit trägt nicht nur dazu bei, unseren Glaubensleben zu formen, sondern vertieft auch unsere Anbetung Gottes. Indem wir unsere Schwachheit zugeben, bestätigen wir Gottes Stärke. Darum bekennt Paulus in Vers 10: «Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.» Es gibt einen Grund, warum der Apostel Paulus trotz aller Leiden, Schwächen, Demütigungen, Entbehrungen und Nöte sich freuen konnte. Es geschah um Christi willen. All dies geschah um Christi willen. Paulus erlebte die Stärke Christi, die sich in seiner eigenen Schwäche offenbarte. Genau das ist Gnade, und genau das war der Weg des Glaubens, der in der Gnade zum Sieg führt. 

 Was haben wir aus der heutigen Predigt gelernt? Wir dürfen die Autorität des Wortes Gottes nicht missachten. Unsere Glaubenserfahrungen sind natürlich zweifellos wichtig. Wir müssen den lebendigen Gott durch das Wort erfahren und uns mit dem Wort wappnen. Wenn Gottes Wort in uns lebendig ist, können wir Gottes Kraft erfahren. In dieser Hinsicht ist es für unser geistliches Wachstum äusserst wichtig, dass wir täglich über die Bibel nachdenken und in ihr lesen. Wir müssen erkennen, dass es keine höhere Autorität gibt als die der Bibel. Und in den Worten der Bibel werden wir uns unserer Schwäche bewusst. Doch gerade diese Erkenntnis unserer Schwäche ist Gnade. Es bedeutet, darauf zu vertrauen, dass Gott allein in all diesem Leid und diesen Prüfungen seinen Willen vollbringen wird. Dass wir leben, ist allein die Gnade des Herrn. Dass wir unendliche geistliche Erfahrungen machen können, ist ebenfalls die Gnade des Herrn. Dank dieser Gnade erfahren wir, dass wir zwar schwach sind, aber im Herrn Stärke finden. Ich bete darum, dass in unserem Glaubensleben allein Gott die Ehre zuteilwird. Der Herr liebt uns und hat alles für uns getan. Der Herr hat uns die Vergebung der Sünden und neues Leben geschenkt. Der Herr hat uns Kraft gegeben, damit wir aus unserer Schwäche aufstehen können. Er hat uns den Segen geschenkt, täglich von seinem Wort zu leben und darin zu bleiben. Ich bete darum, dass wir alle jeden Tag für die Gnade des Herrn dankbar sind und uns freuen und den Herrn preisen, der uns erlöst hat. 

«Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.»

Halleluja, Amen.