Absaloms Ende


2. Samuel 18,1-19,1

Das erbebte der König und ging hinauf in das Obergemach des Tores und weinte, und im Geben rief er: Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
2. Samuel 19,1

David befand sich mit seinen Soldaten in Mahanajim. Aufgrund des Verrats seines Sohnes Absalom hatte David Jerusalem zusammen mit seinen Soldaten verlassen und war bis hierher nach Mahanajim gekommen, wo ihm von Fremden unerwartete Gastfreundschaft zuteilwurde. (2. Sam 17,24–29) David erhielt von ihnen Essen, Trinken und eine Unterkunft. Nun musste David gegen seinen eigenen Sohn Absalom kämpfen. Wie tragisch ist es doch, als Vater im Krieg gegen den eigenen Sohn kämpfen zu müssen? Versetzen wir uns einmal in Davids Lage als Vater und König. Wir haben David als einen Mann nach Gottes Herzen kennengelernt, der grosse Liebe und Hochachtung in seinem Herzen trug. Doch als wir tatsächlich das erste und zweite Buch Samuel studierten, wurde uns bewusst, dass König David unbeschreiblich viele Leiden und Qualen erdulden musste. Wenn wir an David denken, denken wir auch an die Leiden unseres Herrn am Kreuz. Unser Herr führte ein Leben, in dem er von seinen geliebten Jüngern unaufhörlich verraten, von den Menschen im Stich gelassen und von der Welt verworfen wurde. Und schliesslich gab er sein Leben am Kreuz hin. Was ich damit sagen möchte, ist, dass unser Glaubensleben in dieser Welt keineswegs reibungslos verläuft. Der Apostel Paulus sagte, dass wir viele Bedrängnisse erdulden müssen, bis wir in das Reich Gottes gelangen. Apostelgeschichte 14,22: «Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.» 

 Wir bewundern zwar das Leben Davids, doch er konnte all diese Leiden durchstehen, weil er Gott fürchtete und ihm bis zum Ende vertraute. Auch wir erleben heute ungewollte Verletzungen, seelischen Schmerz, Verrat durch Menschen und viele Schwierigkeiten im Leben. Ich bete darum, dass wir alle die uns gegebenen Lebensumstände im Glauben erdulden können, indem wir auf unseren Herrn blicken, der all dies auf sich genommen hat. Wir beten, dass wir, auch wenn wir wie David unzählige Widrigkeiten durchleben, den Glauben an diesen Gott nicht aufgeben. Auch wenn wir vieles bereuen und mit uns selbst unzufrieden sind, können wir die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Wir müssen heute vor dem Herrn einen Neuanfang wagen.

 Lesen wir gemeinsam die Verse 1 und 2: «Und David ordnete das Kriegsvolk, das bei ihm war, und setzte über sie Hauptleute über Tausend und über Hundert und stellte ein Drittel des Volks unter Joab und ein Drittel unter Abischai, den Sohn der Zeruja, Joabs Bruder, und ein Drittel unter Ittai, den Gatiter. Und der König sprach zum Kriegsvolk: Ich will auch mit euch ausziehen.» David liess das Volk ausrücken: ein Drittel unter Joab, ein Drittel unter Abischai und ein Drittel unter Ittai. David nutzte den Aufschub von Absaloms Angriff, indem er drei Generäle einsetzte, nämlich Abischai, Joab und Ittai. Joab war Davids Cousin und sein treuer Elitesoldat. Abischai war ein Bruder von Joab. Ittai, der Gatiter, hatte seine Loyalität gegenüber David bestätigt. David wollte mit ihnen in den Krieg ziehen. Das Volk war aber dagegen, dass David ins Feld zog, da sein Leben im Krieg in Gefahr sein könnte. Denn obwohl David alt und gebrechlich war, war sein Einfluss nach wie vor gross, und für Absalom war er jemand, dessen Einfluss man nicht ignorieren konnte. Sein Leben war wertvoller als das von 10’000 gewöhnlichen Soldaten. Darum sollte David in der Stadt bleiben, um ihnen zu helfen. David begab sich in die Stadt, und das Kriegsvolk zog in den Kampf.

 Doch David spürte als Vater instinktiv, dass das Leben seines Sohnes diesmal in grosser Gefahr war. David dachte, sein Sohn könnte in diesem Krieg sterben. Deshalb sprach er mit lauter Stimme zu den Leuten, die ins Feld zogen. 

 Lesen wir gemeinsam Vers 5: «Und der König gebot Joab und Abischai und Ittai und sprach: Schont mir den jungen Absalom! Und das ganze Kriegsvolk hörte es, als der König allen Hauptleuten Absaloms wegen diesen Befehl gab.» «Schont mir den jungen Absalom!» Das war Davids sehnsüchtiges Vaterherz für seinen Sohn. Wer war Absalom? Es kam zu einem Vorfall, bei dem Amnon, der älteste Sohn Davids und Halbbruder Absaloms, Tamar, die leibliche Schwester Absaloms, vergewaltigte. (2. Sam 13,11) Doch König David, ihr Vater, verhängte keinerlei Strafe gegen Amnon und sah tatenlos zu. Absalom, der darüber erzürnt war, schärfte sein Schwert und wartete zwei Jahre lang auf eine Gelegenheit. (2. Sam 13,23) Anschliessend lud er alle Prinzen zum Schafschurfest ein, liess sie Wein trinken und befahl seinen Gefolgsleuten, Amnon zu ermorden. Ausserdem vergewaltigte er die Nebenfrauen Davids und verriet seinen Vater. Er erklärte sich selbst zum König in Hebron (2. Sam 15,7) und vertrieb David aus Jerusalem. David war auf der Flucht in der Wüste. Nun bestand die Gefahr, dass Davids Kriegsvolk Absalom erschlagen würde. Aber David wusste, dass sein Sohn auf diesem Schlachtfeld sein Leben verlieren könnte.

 Wie sehr hat Absalom seinem Vater David das Leben schwer gemacht? Doch David hatte als Vater Mitleid mit Absalom. Auch wenn dieser Sohn ihm wie ein Feind war, so war er doch sein Sohn. Und er wollte nicht mit ansehen, wie sein Sohn im Krieg ums Leben kam. Denn Absalom war zwar sein Feind, aber dennoch sein Sohn. Deshalb bat er das Volk, das Leben seines Sohnes zu verschonen.

 Die Zeit, in der sich Vater und Sohn hätten versöhnen können, war vorbei. Absalom blieb zwei Jahre lang in Jerusalem, um das Antlitz seines Vaters zu sehen. (2. Sam 14,28) Doch David wollte Absalom nicht empfangen. Durch die Vermittlung von Joab traf er seinen Sohn zwar, doch ihre Beziehung wurde in Wahrheit nicht wiederhergestellt. Absalom hatte die Herzen des Volkes für sich gewonnen, König David aus Jerusalem vertrieben und versucht, seinen Vater, König David, zu töten. An einen solchen Sohn denkt David nun. Die Gelegenheit zur Vergebung und Versöhnung war nun verpasst. Dennoch kann David Absalom in seinem Herzen nicht loslassen. So verging die Zeit. David scheint nun auch daran gedacht zu haben, dass er seinen Sohn vielleicht nie wiedersehen und ihn für immer verlieren könnte.

 So zog, denn das Kriegsvolk ins Feld, Israel entgegen, und der Kampf entspann sich im Walde Ephraim. Das Volk Israels wurde dort von den Knechten Davids geschlagen, sodass an diesem Tag eine grosse Schlacht geschah von 20’000 Mann. Der Kampf breitete sich dort über das ganze Land aus, und der Wald frass an jenem Tage viel mehr Volk, als das Schwert es getan hatte.

Was geschah in diesem Moment?

 Lesen wir gemeinsam Vers 9: «Und Absalom begegnete den Knechten Davids und ritt auf einem Maultier. Und als das Maultier unter eine grosse Eiche mit dichten Zweigen kam, blieb sein Haupt an der Eiche hängen, und er schwebte zwischen Himmel und Erde; denn sein Maultier lief unter ihm weg.» Das Schlachtfeld war ein dichter Wald mit mächtigen Eichen. Absalom musste fliehen, da die Lage für ihn ungünstig war. Absalom, der sehr auf sein äusseres Erscheinungsbild und seinen Stolz bedacht war, ritt auf einem Maultier. Doch dann verfing sich sein langes Haar in einer Eiche, sodass Absalom in der Luft hängen blieb. Das Maultier war inzwischen geflohen. Der Mann, der in den Krieg gezogen war, hatte sich nicht einmal die Haare schneiden lassen. Tatsächlich war er so stolz auf sein üppiges, langes Haar, dass er es nicht abschneiden liess. Sein Haar war sein Stolz, sein Selbstwertgefühl, sein Ruhm und seine Eitelkeit. Doch gerade dieses Haar wurde ihm zum Verhängnis. Hatte er etwa kein Schwert in der Hand? Sicherlich hätte er sich die Haare abschneiden und von dort entkommen können. Doch selbst im Moment des Todes wollte er seine Haare nicht aufgeben. Selbst angesichts des Todes wollte er seine Haare nicht aufgeben, die für ihn Ehre, Stolz und Ruhm bedeuteten. Doch diese prächtigen und glanzvollen Haare konnten Absaloms Leben nicht retten. Er liebte seine Haare mehr als sein eigenes Leben.

 Lasst uns noch einmal über diese Lage nachdenken: Da verfing sich Absaloms Kopf in einem Ast einer Eiche, und das Maultier rannte davon, während Absalom daran hing. So lag Absalom plötzlich schutzlos vor ihm. Doch er griff ihn nicht an. Auch wenn er durch das Verschonen Absaloms möglicherweise selbst angegriffen worden wäre und der Krieg dadurch nicht zu Ende gegangen wäre, verschonte er ihn wohl, weil er Davids Worte befolgen wollte, Absalom gnädig zu behandeln. Dieser Vorfall mag wie ein Zufall erscheinen, doch Absaloms Haar, mit dem er sich gewöhnlich rühmte, und sein Maultier, das er gescholten hatte, deuten darauf hin, dass es kein Zufall war.

 Davids Mann stand nun vor einer Entscheidung. Er befand sich in einer zweideutigen Situation, in der er Absalom weder töten noch am Leben lassen konnte. Er berichtete diese Lage Joab. Joab wollte ihn auch nicht direkt mit seinen eigenen Händen erschlagen, weil er wusste, dass er dafür selbst die Verantwortung tragen würde. Auch Joab war sich dessen bewusst. Auch er kannte Davids Befehl. Auch er wollte nicht mit eigener Hand töten. Deshalb sagte er Folgendes. Vers 11: «Und Joab sprach zu dem Mann, der’s ihm kundgetan hatte: Wenn du das gesehen hast, warum schlugst du ihn nicht gleich zu Boden? So hätte ich zehn Silberstücke und einen Gürtel gegeben.» Der Mann sprach zu Joab: «Wenn du mir tausend Silberstücke in meine Hand gewogen hättest, so hätte ich dennoch meine Hand nicht an des Königs Sohn gelegt; denn der König gebot dir und Abischai und Ittai vor unsern Ohren: Gebt ja acht auf den jungen Absalom!» (V.12) Er wusste genau, was geschehen würde: Selbst wenn er Absalom getötet hätte, hätte Joab ihn nicht in Ruhe gelassen.

 Joab kannte zwar den Befehl von König David, Absalom nicht zu töten, glaubte aber andererseits, dass der einzige Weg, diesen Krieg zu beenden, der das Land in zwei Teile gespalten hatte, darin bestand, Absalom zu töten. Deshalb nahm Joab drei Stäbe und stiess sie Absalom ins Herz. Auch zehn von Absaloms Waffenträgern folgten dem Beispiel ihres Vorgesetzten und erschlugen Davids Sohn.

 Der Tod Absaloms ist wahrlich bedauerlich. Anstatt nach Gottes Willen zu leben, verliess er sich auf seine politischen Ambitionen und weltliche Macht. Ahitofel stand ihm nicht mehr zur Seite. (2. Sam 17,23) Es gab niemanden, der ihm angemessene Ratschläge geben konnte. Er hatte in diesem Krieg keinerlei Strategie. Deshalb geriet er in die Falle der Strategie des erfahrenen Königs David und verlor 20’000 junge Leben. So enden die Pläne und Strategien eines Menschen, der ohne Gott lebt. Aus purer Gier und Ehrgeiz strebte er nach dem Thron seines Vaters, doch Gott war nicht mit ihm. Und er tat bis zum Schluss keine Reue. Joab blies die Trompete, um den Krieg zu beenden, und man warf Absaloms Leichnam in eine Grube und schüttete einen Steinhaufen darüber. (V. 16) Absalom hatte dort ein Denkmal zu Ehren seines Namens errichtet, doch er selbst starb neben diesem Denkmal, begraben unter einem Steinhaufen. Das ist wahrlich eine sinnlose und lächerliche Geschichte. Absalom hat nichts gewonnen. Vielmehr hat er Israel unauslöschlichen Schmerz und den Verlust unzähliger Menschenleben zugefügt. Letztendlich hat er nichts gewonnen und musste sogar sein eigenes Leben auf tragische Weise verlieren.

 Joab missachtete die Anweisungen von König David und tötete Absalom. Er hätte Absalom am Leben lassen und zu König David bringen müssen. Und er hätte auf die Entscheidung von König David warten müssen. Doch aus politischen Erwägungen heraus tötete er Absalom, der Auslöser dieser Rebellion und dieses Verrats war. Auch dies war eine grosse Sünde. Er hatte König David an seiner Seite unterstützt und in vielen Kriegen Siege errungen, doch oft befolgte er die Anweisungen von König David nicht. Deshalb hatte David seinem Sohn Salomon gesagt, er solle sich vor Joab in Acht nehmen. (1.Kön 2,6)

 Ahimaaz, der Sohn des Priesters Zadok, wollte David diese Nachricht überbringen. Lesen wir gemeinsam die Verse 19 und 20: «Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sprach: Lass mich doch laufen und dem König die gute Botschaft bringen, dass der Herr ihm Recht verschafft hat gegen seine Feinde. Joab aber sprach zu ihm: Du bist heute nicht der Mann für eine gute Botschaft. An einem anderen Tag darfst du eine Botschft bringen, aber heute nicht; denn des Königs Sohn ist tot.» Joab meinte, es wäre gut, wenn der Kuschiter diese Nachricht an David überbringen würde. Also beauftragte er den Kuschiter, die Nachricht zu überbringen. Der Kuschiter lief als Erster los. Dennoch sagte Ahimaaz, er müsse ebenfalls zu David laufen, um ihm diese gute Nachricht zu überbringen. Joab gab ihm die Erlaubnis, und auch er rannte los. Die Wächter am Stadttor entdeckten die beiden und meldeten es David. David dachte, er würde sicherlich eine gute Nachricht hören

 Ahimaaz kam als Erster an und berichtete David davon. Lesen wir gemeinsam Vers 28: «Ahimaaz aber rief und sprach zum König: Friede! Und er fiel nieder vor dem König auf sein Antlitz zur Erde und sprach: Gelobt sei der Herr, dein Gott, der die Leute, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben, dahingegeben hat.» Aber er berichtete nicht vom Tod Absaloms. David wollte wissen, wie es Absalom ging, und fragte den Kuschiter danach. Vers 32: «Der König aber sprach zu dem Kuschiter: Geht es dem jungen Absalom gut? Der Kuschiter sprach: Es müsse den Feinden meines Herrn, des Königs, ergehen, wie es dem jungen Mann ergangen ist und auch allen, die sich böswillig gegen dich auflehnen.» Der Kuschiter berichtete vom Tod Absaloms.

Wie reagierte David, als er vom Tod seines Sohnes Absalom erfuhr?

Lesen wir gemeinsam Kapitel 19 Vers1: «Da erbete der König und ging hinauf in das obergemach des Tores und weinte, und im Gehen rief er. Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!» Wer könnte schon die Gefühle von Eltern nachvollziehen, die ein Kind verloren haben? Durch Davids Sünden war bereits ein blutiges Gemetzel in seiner Familie entbrannt. Wegen seiner Sünde, des Ehebruchs mit Batseba, hörte das Schwert im Hause Davids nicht mehr auf zu schwingen. Hätte er die Ereignisse um Amnon entschlossener angegangen, wäre es vielleicht nicht zum Verrat Absaloms gekommen. Absalom kehrte nach drei Jahren nach Jerusalem zurück, und obwohl Absalom zwei Jahre lang die Gelegenheit hatte, David ins Gesicht zu sehen und sich mit ihm zu versöhnen, vergab David  aber ihm nicht. Sie sahen sich nur kurz, doch dies war die letzte Begegnung mit Absalom. David rief Absaloms Namen und sagte, er selbst hätte sterben müssen. Er gab zu, dass all diese Tragödien durch seine eigene Sünde verursacht worden waren. David vergab Absalom, doch diese Vergebung kam viel zu spät. Davids Trauer war unermesslich, doch er konnte sie nicht auslöschen. Selbst diese Trauer kam zu spät. David liebte seinen Sohn Absalom, doch er konnte ihm nicht vergeben, als er noch lebte. Nachdem David Absalom verloren hatte, weinte er bitterlich darüber, dass er ihn nicht früher in seine Arme geschlossen und ihm vergeben hatte. Wie unfassbar und herzzerreissend ist das doch! Das heutige Wort regt uns zum Nachdenken an. Womit rühmen wir uns? Was ist für uns wie langes Haar? Worauf verlassen wir uns und womit rühmen wir uns, wenn Gott nicht da ist?

 Und was ist dieser Stolz, den wir nicht loslassen können? Gott hat seinen einzigen Sohn am Kreuz geopfert, um die Sünden der Menschen zu vergeben. Durch das Blut des Herrn haben wir Vergebung unserer Sünden empfangen und die wunderbare, barmherzige Liebe des Herrn erfahren. Diese vergebende Liebe hat uns neues Leben und neue Hoffnung geschenkt. Im Herrn wurde unser ganzes sündiges Selbst vergeben, und wir sind zu neuen Geschöpfen Gottes geworden. «Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.» (2.Kor 5,17b) Wenn wir heute eine Seele betrachten, müssen wir geduldig sein, abwarten und zuerst vergeben. Wir müssen beten und dienen, bis eine Seele durch das Verdienst des kostbaren Blutes des Herrn Erlösung erlangt. Dazu müssen wir täglich unsere sündige Natur, unser starkes Ego und unseren starken Stolz ans Kreuz nageln. Deshalb müssen wir bekennen, dass nicht ich in mir lebe, sondern Christus: 

«Ich lebe doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.» (Gal 2,20a) Sonst ist es zu spät. In Prediger 3,1 bis 4 heisst es: «Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werde hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit, pflanzen hat seine Zeit, ausreissen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit, töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, hausen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.» 

 Es ist wichtig, jetzt zu vergeben, jetzt zu lieben, jetzt sich zu versöhnen, jetzt zu verstehen, jetzt zu weinen, jetzt für die Sünde Busse zu tun und jetzt zusammen zu sein. Lasst uns heute an Jesus denken, der an unserer Stelle am Kreuz gestorben ist, und darum beten, dass wir seine Vergebung und seine Liebe empfangen. Lasst uns darum beten, dass die grossartige Liebe und Barmherzigkeit des Herrn erneut über uns alle ausgegossen wird. Lasst uns darum beten, dass wir unseren verlorenen Brüdern und Schwestern vergeben und ein Leben in vollem Glauben in der Liebe des Herrn führen können. Denn später könnte es schon zu spät sein. 

«Das erbebte der König und ging hinauf in das Obergemach des Tores und weinte, und im Geben rief er: Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!»

Halleluja, Amen.