Die Einigkeit im Geist

Epheser 4,1-16

und sei darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens

Epheser 4,3

Habt ihr diesen Satz schon einmal gehört? Man wacht auf und die Welt hat sich verändert. Über Nacht ist man plötzlich berühmt geworden. Ist das nicht genau das, was uns der Apostel Paulus in den Kapiteln 1 bis 3 des Epheserbriefes vermitteln möchte? Habt ihr so etwas in eurem Leben schon einmal erlebt? Habt ihr schon einmal erlebt, dass sich die Welt von einem Tag auf den anderen verändert hat? Ist so etwas überhaupt möglich? Es geht hier nicht um eine Geschichte, in der man gestern am Kiosk ein Los gekauft hat und nach dem Aufwachen einen Gewinn von mehreren zehntausenden Schweizer Franken gewonnen hat. Einen Lottogewinn in Millionenhöhe zu erzielen, ist in der Tat sehr unwahrscheinlich. Wir, die wir gläubig sind, hoffen nicht auf solch ein Glück. 

 Doch wir haben erlebt, dass sich die Welt über die Nacht verändert hat. Dabei hat sich nicht die Welt verändert, sondern wir selbst. Der Apostel Paulus behandelt im Epheserbrief ausführlich, was die Gemeinde ist, was ihr Wesen ist und was ihre grundlegende Bedeutung ist. In den Kapiteln 1 bis 3 sprechen wir genau über den Segen, den die Gemeinde auf dieser Erde empfängt. Das ist Jesus Christus selbst. Wir haben die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass Jesus Christus plötzlich in unser Leben getreten ist und wir mit ihm eins geworden sind. Dies bezeichnete der Apostel Paulus in Kapitel 1, Vers 3 als den wunderbaren geistlichen Segen des Himmels. Dieser wunderbare Segen ist nicht durch unsere eigenen Anstrengungen zustande gekommen, sondern, wie in Kapitel 2 dargelegt, allein die einseitige Gnade, die Christus uns geschenkt hat. Dieser wunderbare Segen wurde allen Menschen ohne Unterschied und in gleicher Weise zuteil. In Kapitel 3 sagt Paulus, dass diese Gnade über die Gemeinde ausgegossen wurde. Das bedeutet, dass durch die Gemeinde alle himmlischen Mächte und die unermessliche Weisheit Gottes offenbart wurden. Dies ist das Fundament der Gemeinde, durch das alle Menschen das Evangelium Christi empfangen haben. Das ist die Aussage, der Dank und der Lobpreis des Apostels Paulus. Dass wir dieses Evangelium, nämlich Jesus Christus, von heute auf morgen empfangen haben – welch eine erstaunliche Gnade ist das! Wir sind Tote in unseren Sünden gewesen. Wir sind Heiden, fern von Gottes Verheissung, gewesen. Wir sind alle Kinder der Finsternis gewesen, die Gottes Zorn nicht entkommen konnten. Doch da wir durch die Gemeinde Christus persönlich kennengelernt und neues Leben erlangt haben – welch kostbarer Segen ist das, den wir von heute auf morgen empfangen haben, und wie dankbar können wir dafür sein? Der Apostel Paulus lehrt uns in den Kapiteln 4 bis 6, wie wir leben sollten, da wir in Christus eins geworden sind. Haben wir bis Kapitel 3 die Grundlagen und das Gerüst der Gemeinde kennengelernt, so lernen wir nun in den Kapiteln 4 bis 6 das Fleisch der Gemeinde kennen; dabei spricht er über unser Leben und vermittelt uns konkret, wie wir leben sollen. Der Apostel Paulus spricht über vieles, doch die Schlussfolgerung lautet: Seid eins! Die heutige Predigt kann als erster Teil davon betrachtet werden. Wie können wir in der Einheit im Geist leben?

Erstens, lebt der Berufung würdig. 

 Lesen wir gemeinsam die Verse 1 bis 3: «So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens:» Darum wurden die Gläubigen berufen, um der Berufung würdig zu leben. Wer hat sie berufen? Gott. Was ist der «Berufung würdig leben»? Gottes Eigenschaft sollen wir erkennen. Die Gemeinde Gottes ist Gottes Berufung. Diese Berufung ist durch Jesus Christus unter ihnen entstanden. Jesus ist in die Welt gekommen, um uns die Sünden zu vergeben und uns ein neues Leben zu schenken, nämlich, das ewige Leben zu schenken. Wegen der Sünde sind wir von Gott ewig getrennt und seine ewigen Feinde gewesen. Aber durch das Blut Jesu Christi sind wir von der Sünde und vom Tod erlöst worden. Darum sind wir mit dem Blut Jesu gereinigt worden. Nun sollen wir ein reines und heiliges Leben führen. Wir wollen gar nicht in die sündige Vergangenheit zurückkehren. Wir können nicht in der Sklaverei in Ägypten zurückkehren. Wir wollen gar nicht ein sündiges Leben weiterführen, weil wir den Frieden Gottes bekommen haben. Wegen der Sünde haben wir den Frieden verloren. Was haben wir nach der Bekehrung bekommen? Reichtum, Geld, Macht und Ruhm? Nein, wir haben einen wunderbaren unvergesslichen Frieden durch die Bekehrung erfahren. Dann erhalten wir ein Gefühl, als hätten wir die ganze Welt. Der himmlische Friede ist Gottes Geschenk, weil Gott unsere innerliche Furcht mit der Sündenreinigung weggenommen hat. Darum wollen wir ein reines und heiliges Leben führen. In diesem Frieden haben wir einen gleichen Geist. Gott hat uns seinen Geist geschenkt. Das ist der Heilige Geist. Der Heilige Geist wirkt mächtig in uns und in der Gemeinde, die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu bewahren. Das ist Gottes Gnade, dass wir so leben können. Darum wollen wir auch der Berufung würdig leben. Dafür sind wir berufen. Um der Berufung würdig zu leben, brauchen alle Demut und Sanftmut und Geduld. Noch dazu sollen wir einer den andern in Liebe ertragen. Christsein ist nicht ideal, sondern sehr hautnah und aktuell im Leben. 

 Es ist ein Leben voller Dankbarkeit und Wunder, wenn man die Erlösung empfängt und einen erstaunlichen Frieden geniesst. Doch wir stossen auf die Mauern der Realität, nämlich die Einheit mit unseren Brüdern und Schwestern. Sie denken anders. Auch ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten unterscheiden sich von unseren. Angesichts dieser Unterschiede geraten wir leicht in Verzweiflung und Frustration. Das ist eine Tatsache. Deshalb hat Paulus uns aufgefordert, uns mit aller Kraft um die Einheit im Heiligen Geist zu bemühen. Zunächst müssen wir uns der Demut widmen. Das bedeutet, andere für besser zu halten als sich selbst. Es bedeutet, sich in der Haltung eines Dieners zu erniedrigen und die stinkenden Füsse zu waschen. Da die Jünger Jesu sich gegenseitig übertreffen wollten, konnten sie die stinkenden Füsse nicht waschen. Jesus jedoch machte sich selbst zum Diener der Diener und wusch den Jüngern die Füsse. Wir müssen diese Demut lernen. Und wir müssen Sanftmut lernen. Das ist vergleichbar mit der Zähmung eines widerspenstigen Tieres. Ein Wildpferd zu zähmen ist eine schwere Aufgabe. Doch die Bereitschaft, nicht aufzugeben und bis zum Ende durchzuhalten, ist genau das, was Sanftmut ausmacht. Wenn man aus Abneigung aufgibt, wegwirft und geht, mag das Herz vielleicht erleichtert sein, aber man kann niemals Sanftmut erlernen. Daher ist es auch unmöglich, die Einheit im Heiligen Geist zu erfahren. Ausserdem ist Geduld erforderlich. Im Herrn sehen wir die Sünden und Fehler unserer Brüder und Schwestern. Wir müssen ihnen geduldig begegnen und ihnen dienen. Wenn wir unsere eigene Schwäche sehen, entsteht keine Hoffnung. Doch auch das sollen wir geduldig ertragen. Dort werden wir die Einheit erfahren. Und es ist notwendig, einander in Liebe zu ertragen. Wenn wir das tun, werden wir den Frieden nicht verlieren, die Einheit im Heiligen Geist erfahren und den Frieden bewahren. Ist das unmöglich? Nein, wenn wir Menschen sind, die aufrichtig zum Herrn zurückgekehrt sind und Busse getan haben, wenn wir wiedergeboren sind, dann hilft uns der Heilige Geist dabei, nach Einheit zu streben. Es kann niemals zu Spaltung, Streit, Verwirrung und Parteigeist kommen. 

Warum?

 Nun denken wir an unserer Berufenen? Lesen wir gemeinsam die Verse 4 bis 6: «ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.» Wir haben einen Leib in Christus. In Christus sind wir alle Brüder und Schwestern. Wir sind die Glieder von Jesus Christus. Wir haben einen Geist, der in uns wohnt. Dieser Geist ist von Gott gekommen. Wir haben eine Hoffnung. Unsere Berufung führt uns zu einer Hoffnung auf das Himmelreich, das ist eine lebendige Hoffnung in Gott. Wir haben auch einen Herrn, der uns von der Sünde errettet hat. Er ist unser einzigartiger Erlöser. Wir haben auch einen Glauben. Wir glauben an Jesus, der das einzigartige Lamm Gottes ist. Wir haben eine Taufe, die durch Gott Vater, Sohn Jesus und den Heiligen Geist kommt. Wir haben auch einen Gott, der Vater aller ist und unser ewiger Hirte und über allen Dingen herrscht.  

 Seht doch: Es ist e in und derselbe, der uns ruft. Derjenige, der uns ruft, ist Gott, und er wünscht sich von ganzem Herzen, dass wir durch Jesus alle eins werden. Deshalb müssen wir unserer Berufung würdig leben, indem wir uns bemühen, die Einheit im Heiligen Geist als Band des Friedens zu bewahren. Wenn wir an Gott denken, der uns berufen hat, müssen wir alle Hindernisse beseitigen, die uns daran hindern, eins zu werden. Dazu müssen wir uns mit aller Kraft bemühen, bis wir den Frieden erlangen, denn der Heilige Geist schenkt.

 Daher bedeutet unsere Einheit im Heiligen Geist, ein Leben zu führen, das unserer Berufung würdig ist. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir uns bemühen müssen, im Heiligen Geist eins zu sein, um ein Leben zu führen, das unserer Berufung würdig ist, und wir müssen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dies zu bewahren. 

Zweitens, wachset in allen Stücken zu Jesus Christus.

 Lesen wir gemeinsam die Verse 7 bis 10: «Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Mass der Gabe Christi. Darum heisst es: Er ist aufgefangen zur Höhe, hat Gefangene in die Gefangenschaft geführt und den Menschen Gaben gegeben. Dass er aber aufgefahren ist, was heisst das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.» Gott schenkt der Gemeinde Gaben, damit sie ihre Einheit bewahren kann. In Vers 8 erläutert der Apostel dies anhand eines Triumphzuges in Rom. Vers 8 ist ein Zitat aus Psalm 68,19. So wie ein siegreicher Feldherr, der einen Triumphzug antritt, die Beute unter den Soldaten verteilt, die mit ihm gekämpft haben, so schenkt der siegreiche Christus diese Gaben allen Gläubigen der Gemeinde. Jesus ist der einzige Sohn Gottes, der die Herrlichkeit Gottes verliess und mit menschlicher Gestaltung in die Welt kam. Er erniedrigte sich selbst und starb am Kreuz. Aber nach der Schrift ist er am dritten Tage auferstanden und in den Himmel gefahren. Er hat den Satan besiegt und die Verdammnis der Sünde und des Todes zerbrochen. Er hat die zerbrochene Ordnung der Schöpfung wiederhergestellt. Er, der heruntergekommen ist, ist derselbe, der über alle Himmel hinaufstieg, damit er Herr über alles ist. 

 Der Messias wird in den Himmel auffahren, seine Feinde besiegen und sie gefangennehmen, und hat Gaben für die Menschen als Belohnung für seinen Sieg empfangen. Nun hat jeder von uns seinen Anteil an der Gnade geschenkt bekommen, so wie Christus sie uns geschenkt hat. Jedes Glied hat eine besondere Aufgabe. Keine zwei Glieder sind gleich, und keine zwei haben genau die gleiche Funktion. Die Rolle eines jeden wird nach dem Mass der Gabe Christi zugewiesen, d.h., der Geist gibt die Gaben, wenn er sieht, dass jemand für sie geeignet ist. 

 Wie teilt der Herr seinen Heiligen die Gaben? Lesen wir gemeinsam die Vers 11 und 12: «Und er selbst gab den heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.» In der Gemeinde gibt es verschiedene Gaben. Jeder hat seine Gabe, als Apostel, als Prophet, als Evangelist, als Hirte, als Lehrer, usw. Aber sie sollen zum Werk des Dienstes gebraucht werden. Sie sollen den Leib Christi erbauen. Gott beruft uns als Glieder seines Leibes. Einige von uns können diese Aufgabe erfüllen, manche die andere. Dadurch können wir die Fülle Christi zum Ausdruck bringen. Unsere Gaben sind nicht für uns, sondern für die Gemeinde. Die Gemeinde gehört zu Jesus Christus. Jesus hat uns eine grosse Mission gegeben, das Evangelium in die ganzen Welt zu predigen und alle Völker zu Jüngern zu machen. Dafür soll die Gemeinde eins sein. Die Welt ist in die Irre gegangen. Sie brauchen die Erlösung Gottes. Um diese Aufgabe zu erfüllen, soll die ganze Gemeinde zusammenarbeiten. Für diese Werke Gottes sollen wir einander gut dienen. Darin gibt es weder Streit, noch Konkurrenz.

 In 1.Korinther 3,5 bis 8 heisst es: «Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begiesst, sondern Gott, der das Gedeihen gibt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.» Christus hat jedem Menschen eine Gabe geschenkt. Es gibt niemanden auf dieser Erde, der keine Gabe des Herrn empfangen hat. Manche haben die Gabe zu ernten, andere die Gabe zu säen. Das bedeutet, dass jeder seine Gabe einsetzen muss, um Seelen zu retten. Habt ihr das Wort Gottes studiert? Wie lange wollt ihr die Bibel noch studieren? Wir müssen hinaus in die Welt gehen und das Wort lehren. Habt ihr Liebe empfangen? Nun müssen wir diese empfangene Liebe mit der Welt teilen. Habt ihr viel Geld verdient? Habt ihr in der Welt Erfolg gehabt? Sie dürfen das nicht für sich selbst benutzen. Sie müssen es als Werkzeug zur Rettung verlorener Seelen einsetzen. Die durch die Sünde toten Gaben sind durch den Herrn wieder zum Leben erweckt worden. Die Gaben, die früher für die Sünde genutzt wurden, werden nun als Werkzeuge des Evangeliums eingesetzt, um Seelen zu retten. 

Wie ist das möglich geworden?

 Lesen wir gemeinsam Vers 13: «bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Mass der Fülle Christi,» Wir sollen alle im Glauben eins werden und den Sohn Gottes immer besser kennen lernen, sodass unser Glaube zur vollen Reife gelangt und wir ganz von Christus erfüllt sind. Ziel all dieser Gaben ist die Förderung der geistlichen Reife einer Gemeinde. Durch die Gaben, die der Herr uns geschenkt hat, wird die Gemeinde reifer. Reife Gläubige tragen zur Reife der Gemeinde bei, und eine reife Gemeinde erlebt die Fülle Christi immer intensiver. Diese Reife ist das Wachstum jedes einzelnen Gläubigen und zugleich das Wachstum der Gemeinde. 

Wie weit sollen wir also wachsen? Welche Verantwortung tragen wir?

 Lesen wir gemeinsam die Verse 15 und 16: «Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Von ihm aus gestaltet der ganze Leib sein Wachstum, sodass er sich selbst aufbaut in der Liebe-der Leib, der zusammenfügt und gefestigt ist durch jede Verbindung, die mit der Kraft nährt, die jedem Glied zugemessen ist.» Die Gläubigen müssen in Christus aufrichtig sein. So können sie in wahrer Liebe wachsen. Sie sollen ein Leben führen, in dem sie einander vertrauen, anerkennen und wertschätzen, und in allem danach streben, Christus ähnlich zu werden. In Christus sind die Brüder und Schwestern ein Leib. Durch die vielen Glieder wird der Leib Christi gebildet. Die Glieder sind miteinander verbunden und verflochten. Jedes Glied hat seine eigene Rolle, und diese Rollen führen einander und verbinden sie tief miteinander. Sie lernen, einander zutiefst zu vertrauen und zu lieben. In dieser Liebe wachsen sie geistlich. Ein geistlich gewachsener Leib kann diese Welt ertragen und sie überwinden. Durch geistliches Wachstum werden wir immer mehr eins miteinander. Wer nicht reift, ist entweder krank oder braucht Hilfe. Wer nicht wächst, wird zur Sorge der Gemeinde. In diesem Zustand kann man nicht wachsen. Weder der Einzelne noch die Gemeinde können wachsen. Um zu wachsen, müssen wir schmerzhafte Prüfungen durchstehen. Nichts wächst von selbst. Um zu wachsen, müssen wir unsere alten Gewohnheiten aufgeben. Wir dürfen nicht in die List und die hinterhältigen Machenschaften der Menschen verfallen und uns nicht von jeder neuen Lehre hin und her treiben lassen. Wir leben zwar in der Welt, dürfen aber nicht in ihr versinken. In Christus müssen wir die Welt durch gegenseitige, aufrichtige Liebe überwinden. 

 Jesus sprach in Johannes 15,5: «Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» Jesus ist der Weinstock, und wir sind seine Reben. Dies lehrt uns, wie wir in der Gemeinde wachsen und Frucht bringen können. Weichen wir nicht einen Augenblick von Christus ab. Leugnen wir Christus nicht, egal welche Prüfungen und Schmerzen auf uns zukommen mögen. Christus ist der Herr unseres Lebens und unseres Hauptes. Wenn wir unser Leben ganz auf ihn ausrichten, werden wir in jeder Hinsicht wachsen können. Wenn wir die Glieder, die uns gegeben sind, aufrichtig lieben, werden wir wachsen. 

 Wir müssen im Heiligen Geist eins werden. Wir müssen lernen, unter allen Umständen eins zu sein. Eins zu werden ist eine schwierige Aufgabe. Deshalb müssen wir, um eins zu werden, die Hilfe des Heiligen Geistes in Anspruch nehmen, uns selbst verleugnen, unser Kreuz auf uns nehmen und Jesus nachfolgen. Mit der Erlösung ist es nicht getan. Nun müssen wir uns in der Gemeinde bemühen, ein Leben zu führen, das der Berufung würdig ist. Und als Glieder Christi müssen wir mit den Gaben, die der Herr uns gegeben hat, die Gemeinde aufbauen und in wahrer Liebe wachsen. Wenn wir nicht wachsen, werden wir zu Krüppeln. Dann können wir nicht vollständig heranwachsen. Deshalb müssen wir jeden Tag vor dem Kreuz unsere Sündhaftigkeit bereuen und das Evangelium mutig bezeugen. Durch die heutige Predigt habe ich gelernt, wie wichtig es ist, im Heiligen Geist eins zu sein. Auch wenn wir unsere Erlösung nicht von heute auf morgen erfahren haben, müssen wir uns nun bemühen, ein Leben zu führen, das unserer Berufung würdig ist. Und ich bete darum, dass wir geistlich wachsen und ein wunderbares Leben führen können, in dem wir das Evangelium in alle Welt verkündigen. Ich bete von ganzem Herzen, dass der Herr uns allen von nun an bis in alle Ewigkeit bei all unseren Bemühungen um die Einheit beisteht. 

«und sei darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens:»

Halleluja, Amen.