Markus 9, 1-13
Guten Morgen miteinander. Es ist wunderschön, dass wir auch heute zusammen Gottesdienst feiern können. Wo sich Menschen in Jesu Namen versammeln, da ist der Christus mitten unter ihnen. Er lebt auch in uns. Er ist Gottes Sohn, daher wollen wir auf ihn hören. Wenn wir ihm nahe sind, ahnen wir die himmlische Herrlichkeit! Dass wir in Jesu Gnade stehen, hat jedoch seinen Preis: Der Messias hat für uns gelitten und ist durch seinen Kreuzestod für uns bis zum Äussersten gegangen, damit wir die volle Vergebung unserer Sünden haben. Leiden und echte Herrlichkeit sind also untrennbar miteinander verbunden. Lasst uns dessen heute wieder neu bewusst werden! Unser Weg des Glaubens ist steinig, aber er führt himmelwärts. Dies alles sollten Jesu Jünger nun auch nach und nach erfahren, unter anderem durch ein überaus eindrückliches Erlebnis: durch Jesu Verklärung.Zu Beginn bete ich kurz.
Lesen wir gemeinsam den Titel dieser Botschaft: Die Verklärung Jesu. Und lesen wir zusammen den Leitvers 7: «Und es kam eine Wolke, die überschattete sie. Und eine Stimme geschah aus der Wolke: Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören!»Jesus Christus hatte seinen Jüngern bereits angekündigt, dass er leiden und sterben würde. Damit schien Petrus grosse Mühe zu haben (s. Markus 8, 31-33). Offenbar wollte er Jesu Herrlichkeit ganz ohne Leiden. Weltlich orientierte Menschen suchen oft den einfachen Weg, um aus ihrer Sicht herrliche Dinge zu erleben, etwa Glück oder innere Ruhe. Doch dies gelingt nicht; im Gegenteil: Es führt oftmals in die Sucht oder in die Depression. Nur der Christus kann solche Personen wieder aus ihrer Situation retten. Doch diese Hilfe ist nicht gratis: Der Messias hat am Kreuz den vollen Preis für unsere Errettung bezahlt. Hierzu lese ich euch ein zusammengefasstes Lebenszeugnis vor, welches im weiteren Arbeitsumfeld meiner Schwester geteilt wurde und das ich vom Französischen ins Deutsche übersetzen lassen habe:Sithu Htun war ein gläubiger Buddhist und hätte sich nie vorstellen können, dass sich das ändern würde. «Als ich jung war, habe ich mich mit den falschen Leuten abgegeben und bin in die Drogenabhängigkeit geraten. Ich hasste mich selbst: Ich habe meinen Eltern so viel Leid zugefügt! Die Aufenthalte in Entzugszentren, die sie mir ermöglichten, halfen mir nur kurzfristig. Ich schaffte es einfach nicht, aus der Sucht herauszukommen! Eines Tages hörte ich von einem Pfarrer und ging ohne grosse Erwartungen zu ihm. Er führte mich zu Jesus, der mir den Sieg über die Drogen und den Frieden schenken konnte, nach dem ich so sehr suchte! An einem unvergesslichen Abend nahm ich Jesus als meinen Retter an. Etwas in mir zerbrach, aber etwas anderes wurde befreit. Das war meine Heilung! Seitdem bin ich ein neuer Mensch. Ich gehe in die Kirche und gebe Buddhisten und Drogenabhängigen Zeugnis von meiner Erfahrung. Einige von ihnen haben zum Glauben gefunden. Meine Eltern kennen Jesus nun. Diese Bibel ist eine Antwort auf meine Gebete. Dieses Geschenk hat mich wirklich tief bewegt.»Der vermutlich noch junge Mann hatte gewissermassen durch Leiden Herrlichkeit erlebt. Umgekehrt sind wir eher bereit, zu leiden, wenn wir darum wissen, welche Herrlichkeit uns Jesus durch seine Gnadentat am Kreuz geben kann! Der Messias bereitete nun auch seine Jünger auf seine Qualen und seinen Tod vor. Denn wenn sie den Messias in seinen schmachvollsten Stunden sehen würden, sollten sie ihren Glauben nicht verlieren. Der HERR bzw. sein Sohn lässt uns zwar Schwierigkeiten zu, stärkt aber auch unseren Glauben, denn er bleibt immer an uns dran und will uns nicht verlieren, diese All-Gnädige! Unser Herr sei hochgelobt!Teil 1: Die Herrlichkeit (Verse 1-7)Jesus begann die Vorbereitung seiner Jünger damit, dass er ihnen direkt die himmlische Herrlichkeit zeigte! Zunächst sprach er vor den zukünftigen Aposteln vom Himmelreich: «Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie sehen das Reich Gottes kommen mit Kraft.» (Vers 1) Damit sagte der Messias ihnen in etwas kryptisch anmutenden Worten, dass er etlichen von Ihnen ein Stück seiner himmlischen Herrlichkeit sehen lassen würde, bevor sie sterben würden. Tatsächlich würden sie dies erleben durch ihr gnadenvolles, aber auch mit Leiden verbundenes Apostelamt. Vor allem deutete der Messias in Vers 1 an, dass er vor den drei Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes verklärt und ihnen somit seine wunderbare Majestät in himmlischer Herrlichkeit offenbaren würde. Dass der Messias gerade diese drei Jünger ausgewählt hat, liegt wohl daran, dass sie «als die Säulen der Gemeinde gelten», (Galater 2,9) bzw. zum inneren Kreis der Apostel gehörten. Sechs Tage nach seiner Ankündigung führte der Christus sie alleine auf einen hohen Berg, von welchem angenommen wird, dass er der Berg Thabor war. Dieser Zeitraum erinnert daran, was Mose am Berg Sinai bezüglich der Herrlichkeit Gottes erlebte: «Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte die Wolke den Berg, und die Herrlichkeit des HERRN ließ sich nieder auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage; und er rief Mose am siebenten Tag aus der Wolke. Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Israeliten.» (2. Mose 24, 15-17). Wie in einem Parallelwort (Lukas 9, Verse 28 und 29) beschrieben ist, betete Jesus bei seinen drei Kernjüngern auf dem Berg, und während dieses engen Kontakts mit seinem himmlischen Vater wurde er verklärt. Lesen wir hierzu gemeinsam Vers 3: «und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.» Somit trat die göttliche Herrlichkeit des Messias hervor, der wahrhaftig Gottes Sohn ist, auch wenn er in Knechtsgestalt zu uns auf die Erde gekommen war. In Offenbarung 1, Verse 13-16, ist die strahlende, überaus mächtige Herrlichkeit Jesu Christi wie folgt geschildert: «und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich Golderz, wie im Ofen durch Feuer gehärtet, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.» Obwohl der Anblick des verklärten Herrn Jesus Christus nicht lange dauerte, ist doch die Herrlichkeit des Messias (und seines himmlischen Vaters) zeitlos. Die Erscheinung, welche mit der Verklärung verbunden war, stellte eine faszinierende Gleichzeitigkeit dar, die auf die Ewigkeit sowie die ewige Präsenz der Heiligen Dreieinigkeit hinweist: «Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus.» (Vers 4) Mose steht für das Gesetz Gottes, während Elia für die Bekehrung der Menschenherzen steht. Beide werden als Figuren der Endzeit betrachtet. In Maleachi 3, 22-24 wird dies genauer ausgeführt: «Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte! Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.» Worüber die beiden mit dem Sohn Gottes sprachen, können wir im Lukas-Evangelium (Kapitel 9, Vers 31) lesen: «Die erschienen in himmlischer Klarheit und redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.» Durch sein Leben auf Erden, seinen Kreuzestod sowie seine Auferstehung hat Jesus Christus sowohl das Gesetz Moses erfüllt als auch viele Menschen bekehrt. Er hat alles bereits vollbracht! Wie reagierte Petrus nun auf das Gesehene und Geschehene? Lesen wir gemeinsam den Vers 5: «Und Petrus antwortete und sprach zu Jesus: Rabbi, hier ist für uns gut sein; wir wollen drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.» Der kommunikative Jünger wünschte sich nichts sehnlicher, als für immer auf dem Berg zu bleiben und Jesu Majestät und Herrlichkeit zu sehen. Damit wird die Haltung dieses Apostels sichtbar: Petrus wollte Herrlichkeit ohne Leiden; er dachte somit diesbezüglich noch weltlich. Doch gerade in dieser Schwäche würde er später Jesu grosse unveränderliche Liebe und Geduld erfahren. – Die Jünger waren von der eindrücklichen Erscheinung richtiggehend verstört; Freude und Schrecken kämpften in ihren Herzen um die Oberhand. Auch dies zeigt, dass die Zwölf noch nicht im geistlichen Sinne verwandelt waren, denn die menschliche Natur an sich kann die Majestät des ewigen Lebens nicht dulden. Wie einst am Berg Sinai, wo Mose das Gesetz des HERRN empfangen würde, oder als die Israeliten während ihrer Wanderung durch die Wüste von Gott geführt worden waren, erschien auch bei Jesu Verklärung eine Wolke. Aus dieser ertönte nun die liebevoll-autoritäre Stimme Gottes, welcher hier zugleich direkt in die Situation eingriff und den Christus als den Sohn Gottes bezeugte: «Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören!» (Vers 7b) Matthäus (Kapitel 3, Vers 17) fügt hier hinzu: «an dem ich Wohlgefallen habe». Die hier gesprochenen Worte kommen auch an drei weiteren Stellen der Heiligen Schrift jeweils in ähnlicher Form vor: Psalm 2, Jesaja 42 und 5. Mose 18. Im Alten Testament finden wir direkte Hinweise auf Jesus Christus. Denn der Messias existiert seit vor aller Zeit, und er wird auch in Ewigkeit sein! – Wie die Jünger Jesu, sollten auch wir auf den Immanuel hören. Legen wir unseren Fokus nicht in erster Linie darauf, was wir für ihn tun können, sondern merken wir auf sein lebengebendes Wort! Schliesslich geht es darum, nicht von ihm etwas zu bekommen, sondern unsere lebendige Beziehung mit dem Ewig-Vater zu pflegen. Bleiben wir in seinem Wort. Seien wir bereit, für und mit Jesus zu leiden, so können wir die Herrlichkeit erleben, etwa durch Gottesnähe und durch das Erfahren von Jesu Gnade. Er, Jesus Christus selbst, hat uns unvorstellbar lieb, sowie er von seinem himmlischen Vater geliebt ist. Teil 2: Das LeidenAls sich die Jünger das nächste Mal umsahen, erblickten sie nur noch Jesus Christus allein, welcher nun wieder in Knechtsgestalt war. Somit kam die Zeit, dass die Jünger mit dem Messias wieder vom Berg der Herrlichkeit herabsteigen sollten, wie auch wir nach intensiven ‘Gott-Erlebnissen’ in unser Alltagsleben zurückkehren. Sie sollten nicht immer in der Herrlichkeit bleiben (wollen). Auch wir tun gut daran, nicht die Herrlichkeit ohne Leiden zu suchen, wie die Welt es tut und wie uns der Satan dazu verführen will, denn dies würde uns in den Sumpf von Sünden und Suchtproblemen führen.Wie sollten die drei Kernjünger nun mit dem soeben Erlebten richtig umgehen? Lesen wir dazu den Vers 9: «Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot ihnen Jesus, dass sie niemandem sagen sollten, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn auferstünde von den Toten.» Wozu gebot der Messias den dreien, zu schweigen? Es ist leicht passiert, dass wir den Fokus auf die Herrlichkeit legen, anstatt auch das Leiden im Blick zu haben. Das kann sogar zu Überheblichkeit führen. Zudem stand das Leiden und Sterben des Messias relativ kurz bevor; somit war nicht die Zeit dafür, nur die himmlische Herrlichkeit des Christus hervorzuheben. Vor allem konnte das Ausposaunen von Erlebnissen mit Jesu himmlischer Majestät Konflikte mit den konservativen Juden auslösen, welche die falsche Vorstellung von Jesu Königreich als ein weltliches Reich hegten. Sprechen auch wir so zu unseren Mitmenschen über Jesus und dessen Wort, dass wir nicht missverstanden werden! Nun beschäftigte die Jünger eine grundsätzliche Frage. Lesen wir gemeinsam den Vers 10: «Und sie behielten das Wort und befragten sich untereinander: Was ist das, auferstehen von den Toten?» Offenbar konnten sich die zukünftigen Apostel noch nicht vorstellen, wie Jesu ewiges Reich in Herrlichkeit und das schmachvoll scheinende Leiden und Sterben des Gottessohns zusammengehören sollten. Es geht darum, den Christus auf richtige Weise zu erkennen. Die Jünger würden immer mehr an diesbezüglicher Erkenntnis zunehmen, und auch wir tun dies aus des HERRN wunderbarer Gnade und Berufung. – Als die Jünger über die Verheissung von Jesu Gnadentod und Auferstehung nachdachten, drängte sich ihnen bereits die nächste Frage auf: «Und sie fragten ihn und sprachen: Sagen nicht die Schriftgelehrten, dass zuvor Elia kommen muss?» (Vers 11) Gemäss einer Interpretation hatten die zukünftigen Apostel jedoch noch eine weltliche Sicht auf Jesus Christus und das Ende der Welt: Sie hofften noch immer auf eine weltliche Königsherrschaft des Christus und setzten das Ende des weltlichen Reichs mit dem Ende der Welt im Allgemeinen gleich. Somit konnten sich die Jünger auch nicht vorstellen, wie Jesus in Kürze sterben würde, wenn doch Elias noch nicht gekommen war, von dem doch gesagt wurde, dass er vor dem Jüngsten Tag und vor der Auferstehung der Toten wieder in diese Welt kommen würde. Somit legten sie das Wort Maleachis falsch aus. Wie wichtig ist es doch, Jesu Wort (und auch das Herz des Menschensohns) richtig zu verstehen! Im 1. Korintherbrief (Kapitel 8, Verse 2 und 3) sagt Paulus: «Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.». Unsere lebendige Beziehung zu Gott in seiner Heiligen Dreieinigkeit führt uns in die Wahrheit beziehungsweise zur Erkenntnis des lebengebendem Wortes Gottes.Der Christus bestätigte den Jüngern nun, dass Maleachi gesagt habe, Elias werde kommen und die Kirche Gottes wiederum zurechtbringen. Wer hier jedoch als Elia identifiziert wird, ist Johannes der Täufer. Im Matthäus-Evangelium findet sich der Hinweis darauf: «Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; und wenn ihr’s annehmen wollt: Er ist Elia, der da kommen soll.» (Kapitel 11, Verse 13 und 14). Johannes der Täufer war bereits gekommen, um die Herzen der Menschen ‘zurechtzubringen’, das heisst, zu bekehren. Schliesslich war er ja niemand Geringeres als der Wegbereiter Jesu Christi. Im selben Satz, wie Jesus Elia beziehungsweise den Täufer erwähnte, sprach er auch von seinem eigenen künftigen Leiden. Ja, er würde von seinem eigenen Volk so behandelt werden, als wäre er der ärgste Lump und ein Mörder, er, der ganz ohne Schuld war! Dies jedoch würde er bereitwillig auf sich nehmen um unser aller Willen. Bereits in Jesaja 53 und Psalm 22 finden sich Hinweise darauf, daher sagte denn Jesus auch, dass dies von dem Menschensohn geschrieben sei. Wie der Christus, so sollten auch die Jünger (sowie wir alle, die wir in der Nachfolge Jesu stehen) bereit sein, Leiden auf sich zu nehmen. 1. Petrus 2, 21 sagt hierzu: «Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen;». Sich an Jesu Leiden zu beteiligen, kann äusserst förderlich sein für den Glauben: «Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe vor der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe.» (1. Petrus 4, Verse 1 und 2) Später würden die Jünger eine grosse Entwicklung im Glauben durchmachen und schliesslich bereit sein, Leiden zu erdulden, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und hinfort als Apostel zu leben. Seien also auch wir bereit, im Bewusstsein um Jesu Gnade durch den dunklen Tunnel des Leidens hin zum herrlichen Licht Jesu Christi zu gelangen!Zum Schluss seiner Rede wies Jesus die Jünger darauf hin, dass auch Johannes der Täufer schwer gelitten hatte unter dem Volk. Zwar hatten sich viele tatsächlich von ihm bekehren lassen, doch allzu viele seiner Zuhörenden waren offensichtlich im gottlosen Leben geblieben. Das Volk war dem Täufer mit Hass, Vorurteilen und Verfolgung begegnet. Auch darin war er der Vorreiter Jesu Christi. Dennoch war er seinem Amt treu nachgekommen, solange ihm das zugelassen wurde, wie die Propheten Jesaja in Kapitel 40 und Maleachi im Kapitel 4 von ihm geweissagt hatten. Er hatte fleissig gepredigt und die Heuchler zurechtgewiesen, doch dafür hatte er bösen Dank erhalten. Am Schluss war er von Herodes getötet worden. Ja, die Welt hasst die frommen Diener des HERRN und vergilt ihnen Gutes mit Bösem! Der Messias zeigte den Jüngern also das Leiden, nachdem sie die himmlische Herrlichkeit gesehen hatten. Jesu Reich war und ist vorhanden, und bald würde er darin eingehen, jedoch nicht mit weltlichem Glanz, sondern durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz. Das sollten die Jünger nun verstehen. Wer mit dem geistlichen Verstand die Brücke vom Leiden zur Herrlichkeit herstellen kann, baut mit Jesu Hilfe für sich (und andere) eine Brücke zum ewigen Leben im Himmelreich!Teil 3: SchlusswortLiebe Glaubensgeschwister, habt ihr schon einmal die Herrlichkeit Jesu Christi beziehungsweise Gottes gesehen? Ganz gewiss: Nicht, dass einer oder eine von uns den verklärten Messias gesehen hätte. Dennoch erleben wir seine Herrlichkeit, indem wir in seiner Gnade stehen. Wir dürfen von ihm lernen, von ihm lebengebende Worte hören und uns von ihm durchs Leben begleiten lassen. Ich persönlich hatte noch kein konkretes Erlebnis, bei dem ich ihn sinnlich wahrnehmbar erlebt habe. Auch kann ich keinen konkreten Zeitpunkt benennen, zu welchem ich gläubig geworden bin. Dennoch führt mich mein himmlischer Vater immer tiefer in seine Wahrheit. Durch seinen Logos offenbar er mir immer mehr seiner himmlischen Geheimnisse, wozu vor allem auch Jesu Leiden und Kreuzestod gehört. So kann ich nicht nur immer mehr seine göttliche Herrlichkeit, sondern vor allem auch ihn selbst immer besser kennenlernen. Noch habe ich Sünden, welche ich nicht loslassen kann (etwa Selbstverletzung, Faulheit, Begierden oder Weltliebe) – aber ich bin zuversichtlich, dass Gott in seiner Heiligen Dreieinigkeit an mir dranbleibt und mich zur Busse führen wird. Er führt mich immer wieder zu sich, in sein Wort sowie in seine Liebe zurück, wenn ich ihm fern gewesen bin. In herausfordernden Situationen, etwa wenn ich beim Verfassen geistlicher Texte nicht weiterweiss, suche ich ihn und er hilft mir durch seine Führung in seinem Geist. In schwierigen Momenten ist mir der Christus besonders nahe, und wenn ich ihn dann suche (was ich leider nicht immer tue), bekommt meine Beziehung zu ihm einen besonderen geistlichen Tiefgang. Das gibt mir nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch wahre Freude! Als ich im Sommer 2025 nach einem Moment, in dem ich mich von Menschen benachteiligt gefühlt hatte, betete, bekam ich sogar den Wunsch, meinen früheren Feinden zu vergeben. Welch eine riesige Gnade unser ewiger Vater doch für uns hat! Bleiben wir in ihm!Nehmen wir also Jesus Christus täglich neu als unseren Ewig-Vater und König an! Durch sein Leiden und seinen Gnadentod am Kreuz hat er für uns alles gegeben, damit wir die Sündenvergebung und somit das ewige Leben haben. Dafür können wir ihm nie genug danken – ihm gebührt alle Ehre und unsere tiefe Liebe! Halleluja! Nun gilt es aber, in Jesu Wort und in seiner Nachfolge zu bleiben. Hören wir also auf ihn – und nicht auf unsere eigenen Emotionen oder die Stimmen dieser Welt! Je mehr wir schon an Glauben und Erkenntnis zugenommen haben und je mehr wir schon Jesu Gnade tiefgehend erlebt haben, desto mehr sind wir auch bereit, für ihn Leiden auf uns zu nehmen. Tragen wir unser Kreuz der Nachfolge Jesu! Der Christus sagt uns denn auch: «Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten.» (Markus 8, 35). Bleiben wir auf dem guten Weg, der zwar schmal und schwierig sein kann, der uns jedoch ins Himmelreich, in die ewige ungetrübte Gemeinschaft mit dem HERRN in seiner Heiligen Dreieinigkeit führen wird! Zum Schluss bete ich nochmals kurz.