Eine neue Schöpfung

Guten Abend, liebe Geschwister in Jesus! Es ist wunderschön, euch alle hier zu sehen. Ganz Wichtiges verbindet uns, und es ist fast greifbar im Raum zu spüren: Glauben und Liebe. Glaube kann Berge versetzen; die Liebe kann das aber noch tiefgehender. Die Liebe macht aus Tönen eine Melodie. Sie gibt der Natur ihre Schönheit. Sie verleiht uns Flügel, sodass wir über uns selbst hinauswachsen. Wer ist die Quelle der Liebe, und wessen Wesen ist Agape? Der HERR! Er hat seinen einzigen Sohn, Jesus, für uns am Kreuz geopfert, damit wir die Vergebung unserer Sünden haben. Damit hat er für uns das Liebevollste, das Allergrößte, das wahrhaft Göttliche getan! Durch meine heutige Botschaft wollen wir genauer anschauen, was passiert, wenn wir Jesu Vergebungsgnade tiefgehend annehmen. Es verändert unser ganzes Leben. Ja, wir werden eine neue Schöpfung! Lesen wir zusammen den Leitvers, 17:

(2. Korinther 5,17) Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Teil 1. Das Neue ist schon da. Und es wird immer sichtbarer durch unser Wesen.

Was ist eine neue Kreatur in Jesus? Das möchte ich im Folgenden näher betrachten.

1. Die neue Kreatur ist durch Jesu Liebe gemacht.

Eine Neuschöpfung; das mag zuerst abstrakt klingen. Aber wir haben ein konkretes, fassbares und leuchtendes Beispiel für einen Menschen, den Jesu Liebe verändert hat. Das ist niemand anderes als der Autor der vorliegenden Bibelstelle: der Apostel Paulus. Einst war er ein harter Verfolger der Christen gewesen. Er meinte, Gott damit zu gefallen, wenn er die Anhänger der vermeintlichen Sekte der Christen gefangen nahm und umbringen ließ. Bis ihm Jesus erschien, ihm vergab und ihm ein neues Leben als berufener Apostel schenkte. Jesus beantwortete Paulus‘ Hass mit Liebe. Ja, er machte seinen schlimmsten Verfolger zu seinem bedeutendsten Apostel. Diese immense Gnade erfüllte Paulus zeitlebens mit größter Dankbarkeit. Sie war in ihm ein riesiges Licht, gegen welches keine Finsternis ankam. Weder Schuldgefühle aufgrund seines früheren Handelns noch Kritik von allen Seiten an seinem Apostelamt. Die negativen Dinge waren wie ein Tropfen bitteres Wasser in einen Ozean; dessen Bitterkeit ist dort sofort nicht mehr messbar. Ja, was Jesus für Paulus getan hatte, wurde seine Motivation zum Handeln, Reden, Denken und Fühlen. Wie er im Vers 14 sagt: „Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind.“ In den Tod gegangen? Ja, genau.

2. Die neue Kreatur ist mit Jesus gestorben und lebt mit ihm.

Jesus hat sein Leben für uns am Kreuz hingegeben. Dieser Aussage stimmen wohl alle zu, die sich christlich nennen. Aber beziehen sie, und beziehen wir, Jesu Tod auch auf unser eigenes Leben? Wer denkt, dass Jesu Tod nichts mit ihm zu tun hat, wird weiterhin in der Sünde leben. Wenn so jemand Gott sucht, dann nur, um die eigene Situation zu verbessern. Wenn wir aber Jesu Tod für uns wirklich annehmen, so betrachten wir uns als mit ihm gestorben. Was heißt: der Sünde gestorben. Was uns vergeben wurde, brauchen wir nicht wieder zu pflegen. Wenn uns der HERR von den Sünden befreit hat, wollen wir uns nicht wieder von diesen versklaven lassen. In Römer 6 sagt Paulus (Verse 4, 6 und 12): „So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.“ Wir haben durch unser neues Leben mit Jesus ja auch etwas ungleich Besseres bekommen. Wir brauchen nicht mehr uns selbst zu leben, einen Daseinszweck zu erfinden oder einen Schlüssel zum Glück zu suchen. Stattdessen leben wir das sinnhafteste und erfüllteste Leben, das es gibt: Wir leben dem, der für uns gestorben ist und auferweckt wurde: Jesus. Wir dürfen in seiner Gnade wandeln, nach seiner Berufung leben und an seinem Erlösungswerk mitbauen!

3. Die neue Kreatur ist kein Verdienst, sondern Gottes Gnade.

In der Nachfolge Jesu lernen wir eine ganze Menge. Unter anderem auch, allmählich die Perspektive auf die Welt einzunehmen, die Gott und Jesus haben. Und damit auch auf die Menschen. Paulus sagt im Vers 16: „Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr.“ Weltlich denkende Menschen kennen einander nur nach dem Fleisch. Sie beurteilen andere nach ihren eigenen Maßstäben. Andere Personen können für sie alles sein, von Abgöttern bis zu furchtbar verachteten Menschen. Ganz wie es ihnen die eigenen Emotionen und die gesellschaftlichen Normen vorgeben. Wie aber sieht der HERR die Menschen? In erster Linie als Schafe ohne Hirten. Diese fehlbaren, sündigen Menschen. Wow! Er sieht an uns immer das Gute; das Potenzial und nicht die Fehler, seine Hoffnung und nicht unser Versagen. Was wäre, wenn wir andere Menschen nach diesem Maßstab anschauen würden? Wenn wir sogar unseren ärgsten Feind als Schäfchen sehen könnten, das von Gottes Gnade abhängig ist? Wenn wir für den schlimmsten Kriegsverbrecher innig beten, er möge zur Buße finden? Wie stark das ist, und wie frei es uns macht! Frei von Groll, und offen für Liebe, die von Jesus kommt. Denn er hat uns vorgelebt, was Feindesliebe ist. Auch wir hätten nichts Liebenswertes an uns, und doch liebt uns der HERR aus tiefstem Herzen! Seine Agape wirkt gerade dann am stärksten auf uns, wenn wir uns voll bewusst sind, dass wir diese nicht verdient hätten. 

Ein Beispiel sind die Jünger Jesu. Sie hatten Jesus in seiner schwersten Stunde verlassen. Ihr schlechtes Gewissen plagte sie so sehr, dass sie alle Zeugnisse von Jesu Auferstehung ignorierten. Als ihnen dann Jesus erschien, tadelte er sie. Nicht weil sie ihn verlassen hatten, sondern weil sie nicht geglaubt hatten! Damit vergab er ihnen ihr Tun – und genau dann berief er sie: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ (Markus 16,15) Berufung ist eine Form der Vergebung, die wirklich Substanz hat. Wir folgen ihr umso lieber, weil wir wissen, dass sie aus der unverdienten Gnade des HERRN erfolgt. Und so wachsen wir allmählich in das hinein, als was uns der HERR schon sieht. Nämlich als neue Kreatur! Seit wir Jesus gefunden haben bzw. er uns gefunden hat, werden wir nicht einfach eine neue Schöpfung, sondern wir sind schon eine! Wir haben dafür noch gar nichts geleistet, aber der HERR sieht uns bereits als vollkommen neu. Gottes Volk hatte noch voll die sklavische Mentalität nach dem Auszug aus Ägypten und war in der Wüste andauernd am Murren. Aber der HERR sagte zu ihm: „Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.“ (5. Mose 7,6). Darum: Nehmen wir Gottes Perspektive auf uns an! Machen wir unsere neue Identität als Mitglieder von Gottes Volk manifest und halten wir uns selbst für Neuschöpfungen! Möglicherweise geht dem einen oder anderen von euch jetzt gerade der Gedanke durch den Kopf: Aber es ist noch so viel von meinem alten Menschen da! Das mag sein. Aber denke nicht zu viel darüber nach. Lenke deine Gedanken viel mehr auf Gottes Verheißungen für dich. Wisse, dass Gott uns allmählich zu einer neuen Kreatur formt. Träume davon, wie du Jesu Eigenschaften annehmen und in deinem Leben zur Geltung bringen kannst. Und siehe: So weit bist du manchmal gar nicht mehr von diesem deinem Traum entfernt! Manchmal habe auch ich einen Balken im Auge, der mich nicht sehen lässt, was sich in meinem Leben alles verändert hat, seit ich an Jesus glaube. Dann denke ich an Jesaja 43,19: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ Das gibt mir wieder neue Hoffnung und Zuversicht.

4. Die neue Kreatur ist auf Gottes Versöhnung angewiesen.

Wir sind also neue Kreaturen, da wir Jesus angenommen haben. Wir sind wunderbare Früchte der Versöhnung Gottes. Wie der Vers 18 sagt: „Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.“ Jesus hat sein Leben hingegeben, damit er unsere durch unsere Sünden entstandene Feindschaft mit Gott vernichtet hat. In der Minute seines Todes am Kreuz riss der Vorhang zum Allerheiligsten von oben nach unten entzwei. Der Weg zu Gott, der uns versperrt war, ist nun frei. Wir dürfen zum HERRN kommen, wie wir sind. Wenn man die strengen Gebote im Alten Testament liest, erahnt man, wie viel Jesus getragen hat, damit wir es nicht mehr tragen müssen. Die damalige Strenge gilt noch immer, da Gott sich nie verändert, aber er hat sie auf seinen Sohn gelegt. Ja, er hat ihm alle Missetaten aufgebürdet, die wir begangen haben; wie im Vers 21 steht: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ Das bedeutet, dass wir als neue Kreatur nicht nur Gerechtigkeit haben, sondern Gerechtigkeit sind. Dies allerdings nicht automatisch. Wir sind neu in Jesus, und doch sind wir noch ganz die sündigen Menschen. Daher kommen wir zu Gott durch das Blut Jesu, um uns versöhnen zu lassen: Wir tun Buße. Dann erleben wir Gottes Vergebung. Unbeschränkt oft. Der Glaube rechtfertigt uns; die Buße reinigt uns; das Leben nach Gottes Willen heiligt uns. Wie wunderbar und herrlich ist das!

5. Die neue Kreatur ist eine Botschafterin Christi.

Wir können nie ganz erfassen und nie genug dafür danken, was Jesus für uns getan hat. Aber wir können es mit anderen teilen. Es ist gedacht, dass wir es weitererzählen. Denn wir haben das Amt empfangen, die Botschaft der Versöhnung, also das Evangelium, weiterzugeben. Wir können zwar niemanden von der Todesmacht der Sünde befreien. Aber wir können Sündern den Weg zu Jesus weisen, der sie wirklich befreien und erretten kann. Und wir können kraft der erlebten Versöhnung leben: Wenn wir wahrgenommen haben, wie Jesus uns die ganze Menge unserer Sünden vergeben hat, so bekommen wir den Wunsch, selber auch anderen Menschen zu vergeben. Sind Jesu Licht und Liebe in uns, so entsteht kein Groll gegenüber anderen Personen, auch wenn sie böse gegenüber uns handeln. Es ist aber nicht immer einfach, zu verzeihen. Wenn jemand an unseren wunden Punkten kratzt, können diese aufgehen. Dann werden wir in die Vergangenheit zurückversetzt, in welcher diese wunden Punkte entstanden sind, und wir werden emotional: verletzt oder wütend oder beides. Dann sind umso mehr das Bewusstsein von Jesu Vergebung und der Wille zum selber Verzeihen gefragt. Die Versöhnungsarbeit lohnt sich. Machen wir bei den Personen, die wir wegen ihres Verhaltens gegenüber uns gemieden haben, den ersten Schritt auf sie zu, wenn das geht. Ansonsten vergeben wir ihnen im Gebet und in unseren Gedanken. Mit dem gelebten Verzeihen werden wir authentische Botschafter und Botschafterinnen der Versöhnung. Was enthält unsere Botschaft, außer dem Zeugnis Jesu? Eine besondere Aufforderung. Sie steht im Vers 20, ich lese den vor: „So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Jesus ist nicht mehr als Mensch auf der Erde. Daher führen wir seine Werke fort. Wir sind nun diejenigen, die andere dazu aufrufen, sich unter Jesu Liebesherrschaft zu stellen und das alte sündige Leben gegen ein neues, gutes Leben in Jesus einzutauschen. Wenn wir auf dem Campus Studierende sehen, die sich mit Lernstoff eindecken und ihr Leben investieren, um immer mehr zu wissen, regt sich dann nicht Mitleid in uns? Wir wollen ihnen am liebsten zurufen: „Hey, es ist toll, dass du dich so bemühst, um deine Ziele zu erreichen. Aber wenn du im Leben wirklich glücklich sein willst, so lass zwischendurch diese Büffelei. Höre, was dir der zu sagen hat, der dich geschaffen hat. Jesus liebt dich, er ist für dich da, er bringt dir Rettung und Heilung!“ Es ist schön, wenn wir Solches zu den passenden Gelegenheiten den Studierenden sagen. Wie sie darauf reagieren, ob sie Gottes Wort annehmen oder nicht, wenn wir es ihnen weitergeben: Das ist alles dem HERRN überlassen! Säen wir sein Wort aus. Durch Jesaja 55,11 verspricht uns Gott: „So soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“

Teil 2. Jesu Liebe und Gottes Wort haben auch mich verändert.

Nächstes Jahr feiere ich mein zwanzigstes Jubiläum. Nicht irgendein Jubiläum, sondern es ist dann zwanzig Jahre her, seit ich zum Glauben gefunden habe. Ja, es gibt ein klares Vorher-Nachher in meinem Leben. Ich bin behütet aufgewachsen in einer Familie, in der christliche Werte wichtig sind. Nicht aber Gott und Jesus selber. Meine Gemütlichkeit der Kindheit hörte auf, als ich an die Sekundarschule kam. Vier Jahre war ich dort, vier Jahre wurde ich von meinen Mitschüler:innen gemobbt. Das schlug tiefe Wunden in meine Seele. Gegenüber Gleichaltrigen verschloss ich mich wie eine Auster, da ich verraten worden war. Ich traute niemandem außerhalb der Familie. Und auch zu Hause lief es nicht gut. Es gab jede Menge Streits, bis ich bald nach der Schule auszog. Doch damit waren die Probleme nicht einfach aus der Welt geschafft. Ich machte immer wieder Schlankheitsdiäten, bis es zum Zwang wurde. Und ich entdeckte die Liebe zum Alkohol. Wiederholte Exzesse waren schuld an Streitereien, und zweimal landete ich volltrunken im Krankenhaus, wo ich bis zum nächsten Tag blieb… Doch 2007 sprach mich meine noch heutige Bibellehrerin Maria Seo an. Sie lud mich in die Gemeinde ein und damit zu Jesus. Ich sagte ja! Noch war ich wie ein Rohdiamant, aber Gott sah in mir schon den geschliffenen Diamanten. Ich fand Jesu Lehre gut und nützlich; sie sagte mir mehr als die vielen sogenannten Sinnangebote in der Welt. Ich kam also zum Bibelstudium. Und ahnte nicht, was für Veränderungen ich in meinem Leben mit Gott und Jesus erfahren würde.

Damals hing mein Herz noch am schnöden Mammon. Doch dann stand ich eines Tages da, ohne Job, ohne Aussicht auf staatliche Unterstützung, mit gerade mal etwas über 2000 Schweizerfranken auf dem Konto. Da wurde mir voll bewusst, wie sehr ich auf den HERRN angewiesen bin. In einem Gebet bekannte ich: „HERR, ich will nicht von einem fetten Bankkonto leben, sondern aus deinen Ressourcen.“ In dem Moment zeigte sich am Himmel zu einer ungewöhnlichen Tageszeit ein Regenbogen. Ein paar Tage später hatte ich einen Job… In den Folgejahren lernte ich viel. Ich nahm für mich an, dass ich als Sünderin auf Jesu Gnade angewiesen bin und dass er mein Retter ist. Ich lasse mich von ihm versöhnen. In Gottes Orientierung blickte und blicke ich ganz anders auf meine Mitmenschen. Ich reagierte überempfindlich auf Spott. Doch als ich eines Tages beim Einladungswerk an der Uni erlebte, wie eine Studentin mich verspottete, wurde ich nicht wütend. Stattdessen empfand ich Schmerz und brachte diesen zu Gott. Und ich hielt umso inniger Fürbitte für diese Studentin… Lange Zeit blieb jedoch eine Sünde bestehen: meine Gier nach Alkohol. Bis ich mich letztes Jahr wegen einer Arthrose am linken Hüftgelenk operieren ließ. Nach der Operation soll man 15 Tage keinen Alkohol trinken. Das tat ich. So kam ich auf den Geschmack der Nüchternheit… Das ist gnadenvoll. Aber einer hat keine Freude an diesen Entwicklungen: der Satan. Er versucht mich immer wieder zu attackieren. Er sagt mir: „Du bist nicht errettet.“ Oder: „Was in der Bibel steht, gilt nicht für dich.“ Aber ich widerspreche ihm mit dem, was Gott mir sagt und was ich mit dem HERN erlebt habe… Etwa 2015 hat mir Maria einen christlichen Zweitnamen gegeben: Blessing. Es ist meine Sehnsucht, als Segensquelle zu wirken, und dazu formt mich Gott. Vor zwei Jahren hat er Wichtiges dazu aufgegleist. Ich verlor eine Arbeit, die ich als Traumjob ansah. Das war sehr hart, aber heilsam: Als ich nämlich des Jobsuchens müde war, betete ich: „HERR, gib mir nicht den Job, den ich will, sondern den, den du willst.“ Und so bekam ich die beste Stelle überhaupt: als redaktionelle Mitarbeiterin beim Missionswerk „Bibeln via Internet“! Was ich mir nie erträumt hätte. Zu einer ähnlichen Zeit konnte ich als Segen wirken, indem ich einer mittellosen Freundin eine lebenswichtige Operation mit bezahlte. Diesen Frühling bin ich von Bern nach Biel umgezogen. Und Jesus hat mir ein Herz für die Studierenden der hier ansässigen Fachhochschule gegeben. So gebe ich diesen Gottes Wort weiter, indem ich Zettel mit Bibelsprüchen verteile oder Bibeln verschenke. Möge Gott das Evangelium zu allen Universitäten und Fachhochschulen in der ganzen Schweiz bringen!

Zum Schluss

Lesen wir zum Schluss nochmals zusammen den Leitvers, Vers 17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Wir sind schon eine neue Kreatur in Jesus. Auch du bist schon eine solche Neuschöpfung. Amen! Werden wir uns jeden Tag neu tief bewusst, was Jesus für uns getan hat. Er hat alles schon vollbracht und den vollen Preis für unsere Sünden bezahlt. Seine Liebe treibt uns an, ein Leben zu führen, in welchem wir als neue Kreatur immer mehr an Gestalt gewinnen. Und diese Gestalt sieht Jesus verblüffend ähnlich. Und wenn wir uns noch immer als alte Kreatur fühlen, die sich einfach nicht verändern will? Denken wir an das, was der HERR uns in seinem Wort verheißt. Wir haben bei ihm das ewige Leben, und schon in dieser Welt gibt uns ein Leben mit Jesus wahres Glück. Wir haben viele Worte, die uns Trost geben und unsere geistliche Hoffnung erneuern. Wie zum Beispiel Jesaja 43,19; ich lese es noch einmal vor: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“

Ich bin alles andere als perfekt im Glauben. Und doch hat der HERR es mir anvertraut, diese Botschaft zu halten. Kraft seiner Gnade bin ich eine neue Kreatur. Aus seiner Güte bin ich berufen als Botin der Versöhnung, weil ich Jesu Vergebung erlebt habe. Und als diese Botin rufe ich euch auf: Lasst euch versöhnen mit Gott, wo das noch nicht erfolgt ist. Gebt die Widerstände auf, dort, wo sie noch vorhanden sein mögen! Begebt euch unter die wundervolle Liebesherrschaft Jesu Christi. Es wartet eine herrliche Zukunft auf uns alle, denn Gott formt uns tatsächlich immer mehr zu einer neuen Kreatur. Möge der HERR euch reichlich segnen und euch die ganze Fülle des Lebens und himmlische Freude schenken!