Bericht von Sibylle Grace & Marianne Blessing
Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut ausser dir.
Psalm 16,2
Für unsere Missions- und Ferienreise in Griechenland, die uns der HERR auch dieses Jahr erlaubt hat, hatten wir Psalm 16 als Leitwort ausgewählt, in welchem es um das schöne Erbteil im Himmelreich geht. Der Leitvers ist Vers 2: «Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut außer dir.» Zu Beginn nahmen wir dieses Wort mit Freude auf, dann geriet es jedoch in Vergessenheit. Dennoch hatten wir Worte des HERRN, welche und durch den Sommer in unserem ‘zweiten Missionsland’ begleiteten…
Unser diesjähriger Aufenthalt in Griechenland war geprägt von zahlreichen Segnungen, unter anderem von mehr Geistlichkeit als in früheren Jahren. Die Reise zu beschreiben, kommt eigentlich schon einem grossen Dank an Gott gleich.
Für unsere Zeit in Griechenland hatten wir das Ziel, Jesu Liebestat für uns am Kreuz näher zu erfahren, aber auch als aktiv Gläubige für andere ein Segen zu sein. Schon bevor wir die erste Insel erreichten, hatte sich unser geistlicher Zustand verbessert gegenüber in den vorherigen Tagen. Das lag auch daran, dass wir dort oft mehr Gottesnähe als in der Schweiz haben, da wir in Griechenland den HERRN in vielen Momenten besser spüren und kennen als hierzulande. Daher hatten wir manchmal auch den Wunsch, Gottes Majestät zu spüren. Einige geistliche Wünsche und Hoffnungen begleiteten uns nun auf die Inseln…
Ikaria: wichtige Erkenntnisse und ein gesegnetes Trotzdem
Obwohl wir auf der ersten Insel nicht jeden Tag Gottes Wort thematisierten oder weitergaben, wussten wir uns doch unter der sicheren Führung und Begleitung des HERRN. In seiner unermesslichen Gnade schenkte uns der HERR unvergessliche Momente mit geliebten FreundInnen und Bekannten. Unsere Dankbarkeit gegenüber unserem himmlischen Vater war definitiv wieder hergestellt nach der Krise im Frühsommer! Dennoch – und zu unserem Guten – liess uns der HERR aber auch eine herausfordernde Erfahrung machen: Als wir am Anfang des Aufenthalts auf Ikaria mit zu viel Bier gefeiert hatten, stürzte Marianne Blessing und verstauchte sich den Fuss, sodass sie einige Tage nicht richtig gehen konnte. Das führte uns vor Augen, dass Sünden Konsequenzen haben. Marianne musste Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen ertragen, und ich musste einige Male schmerzlich stark zurückstecken, weil sich unsere Freundinnen und Freunde erst einmal um sie kümmern mussten. Das gab uns Heilungsanliegen (nicht nur somatische, sondern auch geistliche) ins Herz, was uns auf verschiedene Weise näher zum HERRN brachte. Dennoch liessen wir uns nichts nehmen, was zu einem guten Urlaub gehört. Dies mit Gottes Hilfe zu tun, brachte uns wieder auf den Schirm, dass uns der HERR nichts mangeln lässt!
Von den guten Kontakten mit geliebten Menschen profitierten wir denn auch manchmal im geistlichen Sinne: So hatten wir etwa mehrere geistliche Gespräche mit einem Freund und Taxifahrer, der uns auch neu lehrte, den Teufel durch den Ausspruch «Geh weg, Satan!» fernzuhalten. Zudem bezeichnete uns eine Freundin von uns als Menschen Gottes, was uns zeigte, wie der HERR uns bereits verändert hat. Dies gab uns einen richtigen Boost! Immer mehr entdeckten wir unsere dem HERRN gefälligen Tendenzen, etwa den Willen, anderen zu vergeben.
Die Organisation unserer Ausflüge, auf welchen wir vor allem Bekannte und FreundInnen besuchen wollten, gestaltete sich meistens erstaunlich einfach. Nicht jedoch am 24.7., wo wir in Zeitnot geraten waren, unter anderem, weil es wenige Taxis hatte. Doch wir vertrauten dem HERRN unser Tagesprogramm an – und erlebten Gottes erstaunliche Führung: Ganz entgegen der momentanen Lage kam ein Taxi, und unser Vorwärtskommen war gesichert! Eine weitere erstaunliche Erfahrung damit, unserem himmlischen Vater etwas anzuvertrauen, machten wir am letzten Tag unseres Aufenthalts auf Ikaria: Ich hatte vergessen, mein Medikament gegen meine Wasser- und Kälteallergie zu nehmen, als wir im Meer baden gingen. Wir beteten innig, unser Gottvertrauen wuchs – und schliesslich verspürte ich so gut wie keine Allergie-Symptome. Wie waren wir dem HERRN dankbar!
Schliesslich führte es Gott, dass wir ohne Probleme auf die nächste Insel weiterreisen konnten. Mit im Gepäck hatten wir das Anliegen, auch auf Chios als Gläubige zu reden und handeln sowie besonnener zu sein als auf Ikaria.
Chios: Nähe zu Menschen, Nähe zu Gott.
Unser Aufenthalt auf Chios war zwar von vielen weltlichen Genüssen, aber auch immer wieder von hintergründiger oder vordergründiger Geistlichkeit geprägt. Zunächst waren wir dem HERRN dankbar dafür, dass wir trotz kleinerer organisatorischer Schwierigkeiten sicher auf der Insel gelandet waren. Nun konnten unsere Ausflüge und die Besuche von FreundInnen und Bekannten beginnen. Auch wenn wir aufgrund einer Doppelbuchung mitten in unserer Zeit auf der Insel von einer Mietwohnung in die andere umziehen mussten, was uns jedoch zeigte, dass der HERR uns schon etwas Langmut und Flexibilität geschenkt hat!
Auf der Insel Chios erlebten wir auf verschiedene Arten Gottesnähe. Etwa, als wir für das neue Berner UBF-Gemeindezentrum beteten, was uns auch einiges an Zuversicht gegenüber dem HERRN gab. Zudem verkündeten wir einmal einem uns noch nicht bekannten Taxifahrer spontan das Evangelium (auch wenn wir dabei nicht ganz nüchtern waren) oder gaben einem Bekannten einen Bibelvers, für den der Mann dankbar schien. Bei einem anderen Taxifahrer thematisierten wir die Hilfe des HERRN für uns Menschenkinder, worauf der Chauffeur gemäss seinem eigenen Glauben antwortete. In unserer zweiten Ferien-Mietwohnung richteten wir zudem einen Gebetsraum, einen «War Room» ein, wo wir den Sonntags-Kurzgottesdienst hielten und gemäss Mariannes Bibelleseplan Worte Gottes hörten. Am zweitletzten Abend auf der Insel hatten wir eine sehr schöne Zeit mit türkischen Mitreisenden. Der HERR hatte es gefügt, dass das Ehepaar einen Zugang zum Glauben hatte und wir unser Herz für die beiden aus einem muslimischen Land stammenden Menschen ganz öffnen konnten. So hatte unser Gespräch mit ihnen nicht nur eine geistliche Dimension, sondern gab uns auch die Gelegenheit, den beiden einen Bibelvers auf Türkisch aus dem Internet herauszusuchen. Dieser Kontakt gab uns in doppelter Hinsicht Freude: geistliche und weltliche. Schliesslich konnten wir auch für unsere um ihren Parner trauernde Freundin Lidewij als Hirtinnen da sein: Wir trösteten sie und leisteten Fürbitte für unsere Freundin. Beten wir, dass sie ganz zu Jesus Christus findet!
Am 1. August trugen wir T-Shirts, auf denen Psalmworte auf Griechisch stehen. Mehrere Personen bekamen die Worte aus Psalm 23 und 37 zu lesen, was uns (und bestimmt auch den HERRN) erfreute. Gleich am nächsten Tag war Sonntag, und bei unserem Kurzgottesdienst hatten wir ein aus unserer Sicht besonderes Anliegen: An diesem Tag wollten wir abstinent bleiben. Der HERR erhörte unser Gebet: An jenem Sonntag tranken wir keinen Tropfen Alkohol. Dafür belohnte uns Gott nicht nur dadurch, dass wir Freude an dieser Art von Keuschheit und an der Gebetserhörung bekamen, sondern auch wunderschöne Kontakte mit lieben Menschen vor Ort hatten. So geht wohl Interaktion mit dem HERRN. Eine weitere Gebetserhörung erlebten wir, als wir unseren himmlischen Vater darum baten, uns eine Spende-Möglichkeit für das Rote Kreuz zu geben. So ergab es sich, dass wir unsere Geld- und Warenspende dort sicher deponieren konnten, obwohl keine der für die Institution Zuständigen anwesend war. Einmal mehr erlebten wir, dass es uns einen Boost gibt, etwas für den HERRN zu tun! Ja, durch solche positiven Erlebnisse erfuhren wir viel über des HERRN Eigenschaften.
Allerdings gab es auch Gegebenheiten, welche uns bewusst machten, dass wir dem HERRN noch nicht in allem gehorsam sind. So hatten wir einmal, völlig nüchtern, einen Streit über Lappalien. Doch der HERR gab es, dass wir uns wieder versöhnten und, zumindest im Nachhinein, auf dem Schirm hatten, dass er es war, der dies (die Versöhnung) in seiner immensen Gnade für uns tat. Zudem übertrieben wir es nach wie vor mit dem Essen und Trinken. Daher hatte Marianne Blessing Nachtträume, die uns vor den Konsequenzen dieser sündigen Handlungen warnten. Der HERR sprach also mit sanfter Stimme zu ihr, väterlich und absolut gütig. Nicht zuletzt hatten wir zwei Busseanliegen: Wir bereuten und baten Gott um Verzeihung, dass wir nicht viele Bibelverse verteilt hatten und vor allem noch nicht bereit waren für ein ganzheitliches Glaubensleben.
Nach zehn überaus erfüllten Tagen auf Chios ging unsere Reise weiter nach Kreta. Wir beteten für eine gute Weiterreise, die uns Gott auch erlaubte. Und auch unser Wunsch, ebenfalls auf der dritten Insel für den HERRN zu wirken, sollte von unserem himmlischen Vater erfüllt werden…
Kreta: Liebe erfahren, die aus Jesu Quelle fliesst
Auch unser Aufenthalt auf Kreta war geprägt von Segnungen und Freude. Uns wurde wieder einmal bewusst, dass wir in Griechenland erstaunlich viele Gebetserhörungen auch für kleine Dinge erleben, etwa segensreiche Gemeinschaft mit Freunden und Bekannten oder Gelegenheiten zum Weitergeben von Gottes Wort. Die Gebete erhört zu bekommen, erfüllte uns mit Freude, Erstaunen und Dankbarkeit. Dazu gehörten viele Sofort-Erfüllungen von Gebeten: beispielsweise passende Timings, ein verschwindender Reibungsschmerz, eine friedliche Stimmung oder das Vermeiden von Peinlichkeiten waren das Ergebnis dieser Erhörung. Als wir einmal gar kein Taxi fanden, beteten wir um unser Weiterkommen, und der HERR führte die Situation so, dass uns gegen Abend ein freundliches junges Paar aus Spanien an unser Ziel bringen konnte. Dies alles machte mich und Marianne Blessing ehrfürchtig und boostete unsere Liebe zum HERRN.
Während unseres Aufenthalts auf Kreta stellten wir mit Freude andere Menschen auf, gaben ihnen Liebe und Trost. Vor allem aber hatten wir unerwartet einige von Geistlichkeit (mit-)geprägte Kontakte mit dortigen Menschen. So fanden wir etwa am 9.8. in einem uns zuvor nicht bekannten Taxifahrer einen Glaubensbruder, welcher Gottes Güte lebt, was uns Freude und Erstaunen gab. Am Tag danach besuchten wir unsere guten Freunde, denen wir im Jahr 2020 eine wichtige Spende hatten geben können. Die Mutter der einen Freundin leidet an Demenz, weshalb sie nicht mehr selbständig ist. Das bereitet ihnen Sorgen und auch Mühe, da es keine geeignete Pflegeeinrichtung gibt. Wir, vor allem Marianne, konnten die Familie kurzzeitig entlasten, indem wir uns mit der dementen, aber immer noch von uns geliebten Dame beschäftigten, aber auch versuchten, unseren Freunden Verständnis und Trost zu geben. Danach sprachen wir ein Gebet um Weisheit, wie wir der Familien helfen könnten, und beteten für sie um Kraft und Gottes Führung. Fürbitte leisteten wir auch für Arijeta, welche sich in einer herausfordernden beruflichen Situation befindet.
Am 12. August trennten Marianne Blessing und ich uns für ein paar Stunden, um je unsere eigenen FreundInnen zu besuchen. Noch nie waren wir so zuversichtlich gewesen wegen Gottes Begleitung und Führung, wenn es um solche getrennten Wege ging. Auf unserem alleine unternommenen Ausflug hatten wir Gelegenheiten zu geistlichen Gesprächen bzw. zum Verteilen von Bibelworten, was nicht nur uns erfreute.
Auf Kreta erlebten wir manchmal die absolute Unbeschwertheit. Dies lag auch daran, dass wir wussten und wissen, dass der HERR für uns alles zum Besten führt. Wir erfuhren also, dass wir bereits nach Gottes Ratschluss berufen sind! Dies sowie ein Gespräch unter uns über Jesu Gnade oder auch unsere zeitweise Dienstbereitschaft für andere zeigten uns auf wunderschöne Weise, dass uns der HERR bereits nach seinem Plan verändert hat.
Dennoch empfanden wir nach wie vor eine gewisse Gier: Wir bekamen nicht einfach so genug von all der aus reinem Herzen kommenden, oft auch geistlich motivierten Liebe, die uns viele Einheimischen entgegenbrachten. Auch konnten wir uns nicht dazu überwinden, unser sündiges Ess- und Trinkverhalten nennenswert zu reduzieren. So bekamen wir das Gebetsanliegen, vom HERRN zu einem Essverhalten geführt zu werden, welches die Gewichtszunahme stoppt, sowie zu mehr Keuschheit bezüglich des Alkoholkonsums.
Am letzten ganzen Tag auf Kreta trat bei mir ein Problem mit der Benutzung meiner Bankkarte auf: Zuerst konnte ich kein Geld mehr abheben, später auch nicht mehr mit der Karte bezahlen. Ich erschrak darüber, dann aber betete ich einigermassen innig. Nun war ich schon bedeutend ruhiger. Als dann zuerst die Bezahlung mit der Bankkarte noch funktionierte, war ich mir der Versorgung durch unseren himmlischen Vater so sicher, dass ich aus Dankbarkeit dem HERRN ein spontanes Gedicht ‘widmete’. Ich wusste nicht, dass mein Bankkonto so gut wie leer war; doch selbst wenn ich dies gewusst hätte, so war mir doch bewusst: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…
Unser Aufenthalt in Griechenland neigte sich definitiv dem Ende zu. Nun blieb der Wunsch, die in Griechenland gewonnenen geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse in die Schweiz mitzunehmen. Zudem hegten wir bereits Hoffnung auf die Herbst-Bibelfreizeit in Lörrach. Diese lieblichen Dinge begleiteten uns auf der absolut sicheren, wenn auch aufgrund einer langen Taxifahrt etwas teuren Rückreise in unsere Heimat…
Wir blicken auf vier reich gesegnete, erfüllte, glückliche und erkenntnisreiche Wochen in Griechenland zurück. Dafür sind wir dem HERRN extrem dankbar – nicht zuletzt auch deshalb, weil uns die Ferien- und Missionsreise einen geistlichen Boost gegeben hat. Wir wollen die Liebe und die geistlichen Erkenntnisse, die wir dort bekommen haben, auch hier in der Schweiz haben und weitergeben. Hier brauchen die Menschen ganz viel Liebe und Geistlichkeit, eigentlich noch mehr als in Griechenland. Und so beginnen wieder unsere Tätigkeiten für den HERRN in unserem angestammten «Missionsland»…