2.Samuel 13,1-39
Der König und alle seine Knechte weinten auch gar sehr.
2. Samuel 13,36b
Wir erinnern uns an David als einen grossartigen König. Denn er wurde König des vereinigten Israels, und durch Davids Geschlecht kam der Messias auf diese Erde. In Matthäus 1,1 wird dies deutlich gesagt. Die Bibel verkündigt, während sie den Stammbaum Jesu aufzeichnet, dass es sich um die Welt Abrahams und Davids handelt. Was für ein grosser Segen ist es doch, dass David in Jesu Stammbaum erwähnt wird! Noch immer hoffen unzählige Juden sehnlichst darauf, dass ein Messias wie David auf diese Erde kommt. Gott hat versprochen, durch Davids Nachkommen den Messias zu senden, und Jesus ist als der Messias dieser Verheissung auf diese Erde gekommen.
Wie sehr haben wir letzte Woche die Worte Jesu als Gnade empfunden? Die Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt, wurde von Jesus nicht verurteilt. Vielmehr sagte er zu ihr: «Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.» (Mk 5,34) Jesus hatte auch die zwölfjährige Tochter des Jairus vom Tod auferweckt. Zu dem vor Angst zitternden Jairus sagte Jesus: «Fürchte dich nicht, glaube nur!» (Mk5,36) Durch dieses eine Wort Jesu wurde die tote Tochter wieder lebendig. Wie schön, wie bewegend und wie gnadenreich ist das doch! Solche Geschichten möchten wir auch heute noch hören.
Wir empfangen Gnade durch die Geschichte, wie David im Glauben Goliat besiegte und wie er König Saul nicht tötete, obwohl er von ihm verfolgt wurde, durch seine tiefe Freundschaft mit Jonatan und durch Davids grosses Herz, das Jonatans Kinder aufnahm. Doch als er König wurde, alle Feinde besiegte und in Frieden lebte, beging er Ehebruch und Mord. Zwar bereute er unter Tränen vor der Zurechtweisung des Propheten Natan, doch die Wurzeln seiner Sünde führten zu einer Tragödie, die in seiner Familie nicht verschwinden wollte. David musste mit ansehen, wie seine Söhne erneut Ehebruch und Mord begingen. Während wir die schöne Geschichte Davids hörten, tauchten plötzlich Ehebruch und Mord in Davids Familie auf. Es ist nicht leicht gewesen, anhand dieses Textes eine Predigt vorzubereiten. Denn es tat mir so sehr im Herzen weh. Warum mussten solche tragischen Ereignisse gerade im Haus des grossartigen David geschehen? Ich konnte es kaum glauben. Doch die Bibel berichtet die Tatsachen so, wie sie sind. Was will Gott uns damit eigentlich sagen? In dieser Situation dachte ich seufzend an Gott, der uns dieses Wort in der Fastenzeit gegeben hatte. Ich dachte darüber nach, warum Gott seinen geliebten Sohn Jesus ans Kreuz gegeben hatte. Dabei hörte ich ein leises Stöhnen, das aus den Tiefen meines Herzens erklang. Ach, wie schwach der Mensch doch ist! Weil es für so schwache Menschen keine Hoffnung gibt, brauchen wir den Erlöser Jesus! Ich erkannte, dass ich, der ich in meinem Herzen über meine eigene Schwäche weinte, die Erlösung durch Jesus brauchte. Ich konnte noch lebhafter spüren, warum Jesus am Kreuz sterben musste. Ach, so ist es also! Lass mich die Tatsache tief in mir annehmen, dass Jesus wegen unserer Schwäche für uns am Kreuz gestorben ist.
Wenn wir den heutigen Text lesen, könnten wir uns fragen, wie Menschen so etwas tun können, und diesen oder jenen beschimpfen. Doch ich bete darum, dass wir vor dem Kreuz tief erkennen mögen, dass wir auch genau diese Menschen sind.
Erstens, die Wurzel der Sünde liegt bei uns.
Lesen wir gemeinsam die Verse 1 und 2: «Und es begab sich danach: Absalom, der sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hiess Tamar; und Amnon, der Sohn Davids, gewann sie lieb. Und Amnon grämte sich, sodass er fast krank wurde, um seiner Schwester Tamar willen, denn sie war eine Jungfrau, und es schien Amnon unmöglich, ihr etwas anzutun.» Wer war Amnon? Er war ein Sohn von Ahinoman, der Jesreeliterin. (2.Sam 3,2) Amnon war der erstgeborener Sohn Davids. Absalom war der dritte Sohn Davids, der Sohn der Maacha, der Tochter Talmais, des Königs von Geschur. (2.Sam 3,3) Absalom und Tamar hatten die gleiche Mutter. Amnon war ihr Halbbruder. In diesem Fall begehrte Amnon seine Halbschwester. Doch er wusste, dass diese Liebe unerfüllbar war. Er konnte ihr nicht nahekommen. Deshalb erkrankte er. Man könnte sagen, er litt an Liebeskummer. Er musste genau diese sündige Begierde ablegen. Das Gesetz enthielt eine klare Anweisung, seine Halbschwester nicht zu berühren. In 3. Mose 18,11 heisst es: «Du sollst die Scham der Tochter der Frau deines Vaters, die deinem Vater geboren ist und deine Schwester ist, nicht entblössen.» Amnon musste vor Gottes Wort seine Sünden aufrichtig bereuen. Unter der Herrschaft seines Vaters David hatte er wie ein Prinz ohne Probleme gelebt. Als Prinz hätte er seine Würde und die Autorität des Königtums wahren müssen. Mit anderen Worten: Als ältester Sohn Davids hätte er an die Nachfolge von König David denken müssen. Doch seine Begierden hatten ihn blind gemacht. Die Begierden des Fleisches hatten ihn überwältigt, und er litt unter seinen Sünden.
In dieser Zeit war ein Mann, Jonadab. Vers 3: «Amnon aber hatte einen Freund, der hiess Jonadab, ein Sohn von Davids Bruder Schima, und dieser Jonadab war ein sehr kluger Mann.» Jonadab war ein Kusin von Amnon. Er war sehr klug. Dieser kluge Mann gab Amnon einen schlechten Ratschlag bezüglich seines Liebenslebens. Amnon sagte zu ihm, warum er krank war. Jonadab gab ihm einige Ratschläge in Vers 5: «Lege dich auf dein Bett und stelle dich krank. Wenn dann dein Vater kommt, dich zu besuchen, so sprich zu ihm: Lass doch meine Schwester Tamar kommen, damit sie mir Krankenspeise gebe und vor meinen Augen das Essen bereite, dass ich zusehe und von ihrer Hand esse.» Wie kann man ihm einen solchen Rat geben? Es ist, als würden die Söhne reicher Leute gemeinsam in Clubs herumtollen. Zahlreiche junge Leute aus wohlhabenden Verhältnissen unterscheiden sich nicht von denen, die auf den grossen Geldsegen hoffen. Wie viele junge Menschen vergnügen sich auch heute noch auf diese Weise? Man kann gar nicht ahnen, wie viele junge Leute teuren Alkohol trinken, verbotene Drogen konsumieren und wilde Nächte verbringen. Ammon und Jonadab waren, zeitlich gesehen, junge Männer vor etwa 3000 Jahren. Die jungen Menschen vor 3000 Jahren waren gleich wie die von heute. Ja, natürlich der älteren Menschen auch. Dank ihrer Eltern waren sie Menschen, die Reichtum und Ruhm genossen. Was hatten sie getan? Welche Mühen hatten sie auf sich genommen? Es waren junge Männer, die jeden Tag an den von ihren Eltern gedeckten Tischen sassen und ein Leben in Luxus führten. War ihr Leben gesund? Sie waren wie Prinzen, die jeden Tag in Vergnügungen und Ausschweifungen versanken. In ihnen war kein Herz, das das Volk liebte. Sie glichen Motten, die nur den fleischlichen Genüssen nachjagten. Amnon plante ein Spiel mit dem Feuer, und sein Freund gab ihm den bösen Rat, Öl ins Feuer zu giessen. Jonadab spielte eine noch bösere und teuflischere Rolle als Amnon. Jonadab war mit seinem klugen Verstand noch eifriger darin, Sünden zu begehen.
Tamar, die Jonadabs List erlag, backte Gebäck und brachte es Amnon. Doch Amnon schickte alle Diener fort und liess sich von Tamar selbst füttern. Betrachten wir die Verse 11 bis 14: «Und als sie diese zu ihm brachte, damit er esse, ergriff er Tamar und sprach zu ihr: komm, meine Schwester, schlaf bei mir! Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder, schände mich nicht; denn so tut man nicht in Israel. Tu nicht solch eine Schandtat! Wo soll ich mit meiner Schande hin? Und du wirst in Israel sein wie ein Ruchloser. Rede aber mit dem König, der wird mich dir nicht versagen. Aber er wollte nicht auf sie hören und ergriff sie und tat ihr Gewalt an und schlief bei ihr.» Ammon befriedigte gewaltsam seine fleischlichen Begierden. Er erfüllte seine Begierden aus eigener Kraft. Tamar sagte ihm, dass dies eine unerlaubte Handlung ist, die gegen das Gesetz verstosst. Sie riet ihm, lieber mit König David zu sprechen und ihn zu bitten, seine Halbschwester zur Frau zu nehmen. Doch er hörte nicht auf sie. Die Sünde besiegte Ammons Gewissen. Die Macht der Sünde besiegte Ammons Begierde. Die Sünde führte Amnon ins Verderben. Das war die Wurzel der Sünde. Die Wurzel der Sünde Adams wirkte auch bei Amnon noch. Seine Sündhaftigkeit wuchs immer weiter.
Lesen wir gemeinsam die Vers 15 und 16: «Und Amnon wurde ihrer überdrüssig, sodass sein Hass grösser war als vorher seine Liebe. Und Amnon sprach zu ihr: Steh auf, geht! Sie aber sprach zu ihm: Dass du mich von dir stösst, dies Unrecht ist grösser als das andere, das du an mir getan hast. Aber er wollte nicht auf sie hören,» Die Liebe des Mannes zu Tamar war eine Lüge. Es war eine Sünde, mit der er sich selbst gründlich getäuscht hatte. Was er für Liebe gehalten hatte, ging nicht über die Befriedigung fleischlicher Begierden hinaus. Und dann war er sie hinaus. Diese Tat ist schlimmer als die Sünde des Ehebruchs, sagte Tamar. Denn nach dem Gesetz hätte Tamar nun die Frau des Mannes werden müssen, der sie vergewaltigt hatte. Doch Amnon warf Tamar wie einen Abfall weg, sein Hass auf sie entbrannte, und er vertrieb sie. Dies war ein völlig verantwortungsloses Handeln, das das Leben einer Frau gänzlich missachtete. Als Mann, der für das Leben einer Frau Verantwortung tragen sollte, beging der Mann eine abscheuliche Sünde, indem er die Zukunft einer Frau vollständig mit Füssen trat und sie wegwarf.
Tamar streute Asche auf sich, zerriss ihre Kleider und schrie laut. Sie konnte diese Ungerechtigkeit nicht ertragen. Sie berichtete ihrem Bruder Absalom von dieser Tatsache. Absalom liess Tamar in seinem Haus wohnen.
Lesen wir gemeinsam die Verse 21 und 22: «Und als der König David dies alles hörte, wurde er sehr zornig. Aber er tat seinem Sohn Amnon nichts zuleide, denn er liebte ihn, weil er sein Erstgeborener war. Doch Absalom redete nicht mit Amnon, weder Böses noch Gutes. Denn Absalom hasste Amnon, weil er seine Schwester Tamar geschändet hatte.» Als David von der Sache mit Tamar hörte, geriet er in grosse Wut. Doch er ergriff keinerlei Massnahmen. Absalom missfiel dieses Verhalten Davids. Man konnte daher die unheilvolle Vorahnung nicht ausschliessen, dass Unheil über das Haus Davids hereinbrechen würde. Dunkle Wolken zogen über dem Haus Davids auf. Auch dies ist die Wurzel der Sünde des Menschen.
Zweitens, der Lohn der Sünde ist der Tod.
Lesen wir gemeinsam 23 und 24: «Nach zwei Jahren aber hatte Absalom Schafschur in Baal-Hazor, das bei Ephraim liegt. Und Absalom lud alles Söhne des Königs ein und kam zum König und sprach: Siehe, dein Knecht hat Schafschur; der König und seine Knechte mögen mit seinem Knecht hingehen.» Baal-Hazor ist ein Ort, der etwa 24 km nördlich von Jerusalem auf einer Höhe von 1,016 Metern liegt und sich hervorragend für die Schafzucht eignete. Absalom hielt, wie die anderen Prinzen auch, seine Schafherde in Baal-Hazor. In der Viehzucht ist die Schafschur ein grosses Ereignis, vergleichbar mit der Erntezeit in der Landwirtschaft. Da dieser Tag ein freudiges Fest war, lud man Familie und Verwandte ein, um die Freude miteinander zu teilen.
Absalom verbrachte zwei volle Jahre damit, den Tag der Rache an Amnon zu planen, der seine Schwester Tamar vergewaltigt hatte. Er ging davon aus, dass Amnon nach zwei Jahren seine Schandtaten längst vergessen haben würde. Absalom lud die ganze Familie zum Schafschur-Fest ein und hielt dies für den geeigneten Tag, um sich an Amnon zu rächen; daher lud er auch seinen Vater, König David, und seine Brüder ein. König David lehnte jedoch ab und erklärte, dass es für seinen Sohn Absalom eine Belastung wäre, wenn er mit seinen Gefolgsleuten in grosser Zahl käme. Absalom bat erneut darum, doch König David ging nicht hin, sondern segnete ihn stattdessen. Daraufhin gab Absalom nicht auf und bat darum, dass zumindest sein ältester Sohn Amnon teilnehmen möge, falls der König nicht kommen wolle. König David lehnte dies zunächst ebenfalls ab, doch auf Absaloms erneutes Bitten hin schickte er nicht nur Amnon, sondern alle seine Söhne. So fand das Schafschurfest statt, doch es kam zu einer Tragödie.
Das steht in Vers 28: «Absalom aber gebot seinen Leuten: Seht darauf, wenn Amnon guter Dinge wird vom Wein und ich zu euch spreche: Schlagt Amnon nieder!, so sollt ihr ihn töten. Fürchtet euch nicht, denn ich hab’s euch geboten; seid nur getrost und geht tapfer dran!» Absalom hatte zwei Jahre lang Rache geschmiedet. Seine Männer erschlugen Amnon. Die Prinzen gerieten in Panik und flohen auf ihren Maultieren in alle Richtungen. Als David glaubte, Absalom habe alle Prinzen getötet, warf er sich zu Boden und zerriss seine Kleider. Da schlich sich Jonadab wie eine Schlange an David heran und teilte ihm mit, dass nicht alle Prinzen tot waren, sondern nur Amnon. Absalom floh daraufhin nach Geschur und blieb dort drei Jahre.
Lesen wir gemeinsam Vers 36: «Und als er ausgeredet hatte, siehe, da kamen die Söhne des Königs und erhoben ihre Stimme und weinten. Der König und alle seine Knechte weinten auch gar sehr. Absalom aber floh und ging zu Talmai, dem Son Ammihuds, dem König von Geschur. David aber trug Leid um seinen Sohn alle Tage.» David und seine Söhne weinten bitterlich und klagten. Was war geschehen? David wusste, dass sein Weinen die Folge all der Ereignisse war, die aus seiner Sünde hervorgegangen waren. Wie der Prophet Natan vorausgesagt hatte, würde Unglück über Davids Haus kommen, und genau so war es gekommen. (2.Sam 12.11) Davids Trauer rührte daher, dass er die Folgen seiner Sünde vor Augen hatte. Er sah die Sünde, die er begangen hatte, als er mit der Frau Urias schlief und Uria in den Krieg schickte, damit er dort sterbe. Die gleiche Sünde führte dazu, dass seine Tochter von Amnon vergewaltigt wurde und Amnon daraufhin von seinem Halbbruder getötet wurde. Das ist die Folge von Davids Sünde. David tat zwar Busse, doch die Früchte der Sünde waren bitter und elend. David sah, dass der Tod die Folge der Sünde ist. Die Sünden von heute mögen süss sein, doch die Folgen, denen wir in der Zukunft gegenüberstehen werden, sind unerträglich gross. Der Lohn der Sünde ist der Tod. Wenn wir das wissen, wie sollen wir dann heute leben?
Die Bibel sagt, dass man erntet, was man sät. Gott wägt alle unsere Taten, ob gut oder böse, auf der Waage ab. Im Jakobusbrief heisst es: «Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde, die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.» (Jakobus 1,15) Durch die Gnade des Herrn haben wir Vergebung unserer Sünden empfangen, wurden vor dem Höllenfeuer gerettet und haben das ewige Leben als Geschenk erhalten. Doch wir können die Früchte unserer Sünden nicht ignorieren. Unsere Bosheit ist immer noch in uns. In uns ist Hass. In uns ist Rachsucht. In uns sind bittere Wurzeln. In uns sind böse Gedanken wie die von Jonadab. Wir sind heute das Ergebnis unseres vergangenen Lebens. Das heutige Ich ist die Schlussfolgerung meines vergangenen Lebens. Wir wissen, dass Jonadab böse ist. Doch wir können Jonadab nicht die Schuld geben. Wir wissen, dass Ammon böse ist. Doch wir können Ammon nicht als bösen Menschen verurteilen. Wir wissen, dass Tamar als eine unreine Frau verurteilen. Wir können Absalom beschimpfen und König David verurteilen. Doch denken wir einmal darüber nach.
Doch ich denke an die Personen, die in diesem Text vorkommen. Als ich über den Text nachdachte, kam mir plötzlich der an das Kreuz auf dem Kalvarienberg genagelte Jesus in den Sinn, und gleichzeitig dachte ich an die unzähligen Menschen, die unter diesem Kreuz standen. Mir kamen die römischen Soldaten, die kraftlos weinenden Frauen, die riesige Menschenmenge und die religiösen Führer in den Sinn. Als ich den heutigen Text las, dachte ich, dass wir genau wie die Menschen in diesem Text sind, und spürte die unendliche Liebe des Herrn. Als ich an Jesus dachte, der wegen unserer Sündhaftigkeit ans Kreuz genagelt wurde und sein kostbares Blut vergoss, war ich tief bewegt und meine Dankbarkeit war grenzenlos. Ich dankte dem Herrn, dass er uns in dieser Fastenzeit einen Text geschenkt hat, der es uns ermöglicht, tiefer über das Kreuz des Herrn nachzudenken. Genau so sehen wir selbst aus. Wir müssen anerkennen, dass dies genau das Bild unserer selbst als schwache Sünder ist.
Das heutige Ich ist das Ergebnis der Vergangenheit. Ich esse die Früchte meiner Sünden. Deshalb dürfen wir vor dem Herrn die Heiligkeit und Reinheit nicht vergessen. Wir dürfen die Verdienste des Herrn, der am Kreuz sein Blut vergossen hat, nicht vergessen. Durch das Blut des Herrn sind wir zu neuen Geschöpfen und zu neuen Menschen geworden. Wir dürfen nicht mehr sündigen und müssen uns jeden Tag vor dem Wort erneuern. Paulus sagte darum in 1.Korinther 15,33 und 34: «Lasst euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! Denn einige wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande.» Es gibt viele Menschen in unserem Umfeld, denen wir Groll hegen und die wir hassen. Rache kennt kein Ende. Wir können leicht auf die falschen Worte von Freunden hereinfallen. Unsere eigene Gier und unsere sündigen Begierden können uns ins Verderben stürzen. Ich bete darum, dass wir alle jeden Tag vor unserer sündigen Natur Busse tun, dass wir erkennen, dass der Lohn der Sünde der Tod ist, und dass wir uns auf das kostbare Blut am Kreuz des Herrn verlassen, um durch Gnade gegen die Strömungen dieser bösen Welt anzukämpfen und zu siegen.
Ich bete stets darum, dass wir durch die Gnade des Herrn jeden Tag über unsere Sünden weinen und trauern und dass wir alle als heiliges Volk, als reines Volk Gottes, leben. Ich bete darum, dass Gott uns alle, die wir nach dem Maßstab seines Wortes leben wollen, reichlich segnen möge.
«Der König und alle seine Knechte weinten auch gar sehr.»
Halleluja, Amen.