2.Samuel 15,1-37
Aber der König sprach zu Zadok: Bringe die Lade Gottes in die Stadt zurück. Werde ich Gnade finden vor dem Herrn, so wird der mich zurückbringen, dass ich sie und ihre Stätte wiedersehe.
2. Samuel 15,25
In der letzten Lektion haben wir gesehen, dass Absalom endlich von Geschur nach Jerusalem zurückkehrte. Durch die Vermittlung von Joab kam er wieder nach Jerusalem. Obwohl David es erlaubte, konnte Absalom seinen Vater zwei Jahre lang nicht sehen. Daraufhin verbrannte Absalom Joabs Ackerstück. Joab bat David darum, Absalom wieder zu empfangen. Schliesslich trafen sich David und Absalom endlich wieder, und David küsste seinen Sohn. Äusserlich gesehen schien ihre Beziehung durch Vergebung und Liebe wiederhergestellt zu sein. Doch ihre zerbrochene Beziehung war innerlich noch nicht geheilt. Die erzwungene Vergebung hatte keine Kraft. Die zeremonielle Begegnung konnte die Herzen der beiden nicht erwärmen. So hoch war die Mauer zwischen David und Absalom. Doch in Davids Herzen lebte der Glaube, dass alles in Gottes Hand liegt. Diesen Glauben hatte er schon, als er zum König Israels berufen wurde. Nachdem David vom Schafhirten zum König berufen worden war, musste er viele Leiden und Schwierigkeiten durchstehen. Wegen seiner eigenen Fehler musste er sogar den Kampf und den Tod seiner Söhne mitansehen. Hat er nicht unzählige Male gedacht, es wäre besser gewesen, niemals König geworden zu sein? Doch David lebte das Leben, das ihm gegeben war. Wenn man David betrachtet, sieht man viel Schmerz. Man sieht den Schmerz eines Königs. Man sieht auch das Leid und die Not eines Vaters. Vor allem sieht man den Schmerz, den ihm seine Kinder bereiteten. Doch trotz all dieses Schmerzes lebte David weiter. Selbst mitten in vielen Stürmen hörte er nicht auf, vor Gott zu treten. Selbst in einer Politik voller Verrat und Untreue vertraute König David alles Gott an und schritt mit seinen Wunden, seiner Trauer und seinen Tränen aufrichtig voran.
Auch wir sind berufen und leben im Glauben, doch wir erleben ungewollt viele Schwierigkeiten, Fehler, Verfehlungen und Verletzungen. Jedes Mal, wenn das geschieht, möchten wir aufgeben und aufhören. Was sollen wir tun, wenn wir uns in einer Situation befinden, die mit menschlichen Worten kaum zu beschreiben ist? Wir müssen zum Herrn gehen, zu ihm beten und den Glauben haben, alles in seine Hände zu legen.
Lasst uns gemeinsam darüber nachdenken, was wir aus Davids Gebet und seinen Tränen lernen können, wenn wir heute durch das Wort Gottes den Bach Kidron durchqueren und in die Wüste gehen.
Teil 1. Absaloms Aufruhr
Lesen wir gemeinsam Vers 1: «Und es begab sich danach, dass Absalom sich einen Wagen anschaffte und Rosse und fünfzig Mann, die seine Leibwache waren.» Absalom wusste, dass David ihn innerlich noch nicht völlig angenommen hatte. Er glaubte, dass David ihn nicht wirklich als seinen Thronfolger betrachtete. David hatte ihm dies zwar nie direkt gesagt, doch Absalom konnte seine eigenen Ambitionen nicht loslassen. Er genoss es von ganzem Herzen, dass die Menschen sein schönes Äusseres von Kopf bis Fuss lobten. Er meinte, sein Vater, König David, müsst ihm sofort die Königswürde versprechen. Doch Absalom wartete weder auf Davids Zeit noch fragte er nach Gottes Willen. Er glaubte, allein durch seine menschliche Beliebtheit ausreichend qualifiziert zu sein, König zu werden. Um seine Macht zur Schau zu stellen, liess er prächtige Pferde und Wagen bereitstellen und zog mit einer Eskorte von fünfzig Leibwächtern umher. Die Menschen fühlten sich von einem solchen Absalom angezogen. Er war fleissig und empfing die Menschen schon früh am Morgen vor dem Stadttor. Es schien fast so, als wollten unzählige junge Männer und Frauen Absalom treffen und ein Autogramm von ihm bekommen. Es erinnerte an einen Absalom-Fanclub. Freundlich bot er den Menschen seine Hilfe an und stellte bewusst zur Schau, dass der König niemanden eingesetzt habe, um die Rechtsstreitigkeiten des Volkes zu lösen, während er selbst angeblich der Richtige dafür sei. Absalom gewann durch sein attraktives Aussehen und seine rednerischen Fähigkeiten die Herzen der Menschen.
Er war sehr stolz und sich selbst vor den Menschen hochmutig. Lesen wir gemeinsam die Verse 5 und 6: «Und wenn jemand ihm nahte und vor ihm niederfallen wollte, so streckte er seine Hand aus und ergriff ihn und küsste ihn. Auf diese Weise tat Absalom mit ganz Israel, wenn sie vor Gericht kamen zum König. So stahl Absalom das Herz der Männer Israels.» Die Menschen wollten ihre politische Zukunft auf den jungen, kraftvollen und charmanten Absalom setzen. Sie ahnten bereits, wer nach David der nächste Thronfolger werden könnte, und begannen, sich politisch hinter Absalom zu stellen. Mit seinem prächtigen Äusseren und seinen schönen Worten gewann er ihre Herzen. Er kultivierte seine verborgenen politischen Ambitionen.
Er wollte seinen Plan endlich ausführen. Lesen wir gemeinsam die Verse 7 und 8: «Nach vier Jahren sprach Absalom zum König: Ich will hingehen und mein Gelübde in Hebron erfüllen, das ich dem Herrn gelobt habe. Denn dein Knecht hat ein Gelübde getan, als ich in Geschur in Aram wohnte, und gesprochen: Wenn mich der Herr nach Jerusalem zurückbringt, so will ich dem Herrn einen Gottesdienst halten.» Absalom wollte nach Hebron gehen, um seinen Plan zu erfüllen. Er wollte dort angeblich einen Gottesdienst halten. Aber hinter seinem Plan gab es Aufruhr. Er wollte seinen Aufruhr einen historischen Ort in Hebron anfangen. Hebron war seine Heimatstadt, und David hatte dort siebeneinhalb Jahre als König über Juda regiert (2. Sam 5,4). Deshalb hatte Hebron eine starke politische Bedeutung. Absalom täuschte David mit Religion. David erlaubte es ihm, weil er nicht erkannte, welch schreckliche Sünde und rebellische Gesinnung sich im Herzen seines Sohnes eingenistet hatten. Infolgedessen wird ihm später etwas Schlimmes widerfahren. Absalom sandte seine Kundschafter in alle Stämme Israels und gab ihnen einen Auftrag, dass sie ausrufen sollten: «Absalom ist König geworden zu Hebron.» Seine Strategie war ausserdem sehr listig. Er nahm zweihundert Männer aus Jerusalem mit, die nichts von seinem Plan wussten. Dadurch wollte er erreichen, dass sie ihn später in Hebron als Nachfolger Davids anerkannten. Zudem holte er Davids bester Ratgeber Ahitofel auf seine Seite. Ahitofel war der Grossvater von Batseba (2. Sam 23,34). Immer mehr führende Persönlichkeiten Israels schlossen sich Absalom an, und somit wuchs die Verschwörung immer weiter.
Es heisst zwar, dass Absalom in Hebron Opfer darbrachte, doch handelt es sich dabei nicht um wahren Gottesdienst. Würde Gott einen solchen Gottesdienst annehmen? Dies ist ein völlig falscher Gottesdienst. Denn er wird nicht für Gott dargebracht, sondern ist ein raffinierter Plan, der Absaloms eigenen Ambitionen dient. Der Gottesdienst wird als Mittel missbraucht. Der Gottesdienst muss Gott in den Mittelpunkt stellen. Ein menschenzentrierter Gottesdienst, der lediglich als Mittel zur Erreichung eigener Ziele dient, ist kein Gottesdienst und kann von Gott selbstverständlich nicht angenommen werden. Die Tatsache, dass alle, die sich aktiv an der Verschwörung beteiligten – angefangen bei denen, die sich sinnlos auf Absaloms Seite schlugen – keine Feinde Davids waren, sondern im Gegenteil Menschen, die David sehr nahe standen, lehrt uns eine wichtige Lektion. Auch Davids Sohn Absalom rebellierte gegen ihn, obwohl er sein eigener Sohn war, ebenso wie der Ratgeber Ahitofel und all die Menschen, die ihm folgten. Sie alle waren Menschen, die David nahestanden, doch nun wurden sie zu Davids Gegnern, als wäre nichts gewesen.
Deshalb müssen auch wir stets vorsichtig sein. Auch wir könnten zu Absalom oder Ahitofel werden und den Fehler begehen, uns gedankenlos von Gott zu entfernen. Ich bete darum, dass wir alle jeden Tag mit Furcht und Zittern vor den Herrn treten und uns bewusst machen, dass selbst unsere eigenen menschlichen Überzeugungen und Gedanken, die auf unserem eigenen Willen und unseren eigenen Absichten beruhen, möglicherweise nicht dem entsprechen, was Gott will.
Teil 2. David verlässt Jerusalem
Lesen wir gemeinsam die Verse 13 und 14: «Da kam einer, der sagte es David an und sprach: Jedermanns Herz in Israel hat sich Absalom zugewandt. David aber sprach zu allen seinen Knechten, die bei ihm in Jerusalem waren: Auf, lasst uns fliehen! Denn hier wird kein Entrinnen sein vor Absalom. Eilt, dass wir gehen, damit er uns nicht einholt und uns ergreift und Unheil über uns bringt und die Stadt schlägt mit der Schärfe des Schwerts.» David hörte die Nachricht, dass Absalom rebelliert hatte. Er sagte zu seinen Leuten, sie sollten sich schnell in Sicherheit bringen. Er tat dies, weil er wusste, dass Gottes Gericht, wie es der Prophet Nathan prophezeit hatte, nahe war. Doch um David herum gab es noch immer treue Soldaten. Er hätte durchaus gegen die Rebellen kämpfen können. Doch David wollte nicht gegen seinen eigenen Sohn kämpfen und kein Blut vergiessen. David liess seine zehn Nebenfrauen im Palast zurück und floh, denn er glaubte fest daran, dass er nach Jerusalem zurückkehren würde. Unter ihnen waren auch die Kreter, Pleter und alle Gatiter mit etwa sechshundert Mann.
Wer war unter ihnen? Lesen wir gemeinsam Vers 19: «Und der König sprach zu Ittai, dem Gatiter: Warum gehst auch du mit uns? Kehre um und bleibe bei dem König, denn du bist mein Ausländer und von deiner Heimat hierhergezogen.» Unter denjenigen, die David treu folgten, wird als Erster Ittai aus Gat genannt, der nicht zum Stamm Juda gehörte. Er war ein Krieger, der ein Gatiter in Philister aus politischen Gründen zu David geflohen war.
Er scheint der Anführer der sechshundert Mann aus Gat gewesen zu sein. Aber Ittai wollte nicht in seine Heimat zurückkehren. Er wollte mit David zusammenbleiben. Vers 21: «Ittai antwortete dem König und sprach: So wahr der Herr lebt und so wahr mein Herr und König lebt: Wo immer mein Herr, der König, ist, es gerate zum Tod oder zum Leben, das wird dein Knecht auch sein.» David erinnerte sich an das Schicksal Urias. In der Vergangenheit hatte er Uria an die vorderste Front geschickt, um seine eigene Schuld zu vertuschen, und ihn damit in den Tod getrieben. Doch nun sorgte er dafür, dass Ittai am Leben blieb und nicht sterben musste. Ittai jedoch erklärte, er wolle mit David sterben und mit ihm leben. Er versprach, David und Davids Gott bis zum Ende zu dienen. Man sieht, wie tief Ittai von Davids Leben geprägt war. Das ist vergleichbar mit Noomi, die, nachdem ihr Mann und ihre zwei Söhne gestorben waren und sie keine Hoffnung mehr hatte, ihren Schwiegertöchtern sagte, sie sollten in ihre Heimat zurückkehren und ein neues Leben beginnen. Doch eine von Noomis Schwiegertöchtern, Rut, folgte Noomi ins Land Juda und erklärte, sie werde Noomis Gott bis in den Tod dienen. David befand sich gerade in einer Krise. Wie gross muss da der Trost und die Kraft gewesen sein, die ihm der Ausländer Ittai gab, der versprach, bis zum Ende bei ihm zu bleiben. Davids Herz war zerbrochen und schwer. Aber er wurde durch ihn viel getröstet.
Lesen wir gemeinsam Vers 23: «Und das ganze Land weinte mit lauter Stimme, während das ganze Kriegsvolk vorüberzog. Und der König ging über den Bach Kidron, und das ganze Kriegsvolk zog weiter auf dem Wege, der zur Wüste geht.» Alle, die gekommen waren, weinten laut, als sie mit David den Bach Kidron durchquerten. Es war für sie unfassbar, dass sie mit König David von einem Tag auf den anderen Jerusalem verlassen mussten. Niemand wusste, was ihnen in Zukunft bevorstehen würde. Sie wollten diese Realität nicht wahrhaben. Da sie diese Realität nicht akzeptieren konnten, weinten sie laut.
In dieser Not dachte David an Gott und Gottes Führung. Lesen wir gemeinsam die Verse 24 und 25: «Und siehe, Zadok war auch da und alle Leviten, die bei ihm waren, und sie trugen die Lade des Bundes Gottes und stellten sie nieder. Und Abjatar brachte Opfer dar, bis das ganze Kriegsvolk aus der Stadt vorübergezogen war. Aber der König sprach zu Zadok: Bringe die Lande Gottes in die Stadt zurück. Werde ich Gnade finden vor dem Herrn, so wird er mich zurückbringen, dass ich sie und ihre Stätte wieder sehe.» David sprach zu dem Priester Zadok und wies ihn an, die Lade Gottes nach Jerusalem zurückzubringen. Er hielt es für richtig, dass die Lade Gottes in Jerusalem blieb. Auf den ersten Blick scheint es, als wäre David damit ein grosses Risiko eingegangen. Wir erinnern uns daran, wie sehr sich David freute, als er die Hauptstadt nach Jerusalem verlegte und die Lade Gottes dorthin brachte. David sang und tanzte. Dahinter standen sein tiefer Glaube und sein Vertrauen darauf, dass Gott ihm helfen und für immer bei ihm sein würde, sowie sein Entschluss, sich allein an Gott zu erfreuen und nur ihm zu dienen. Die Lade Gottes symbolisierte auch Gottes Gegenwart und Hilfe. Die Lade Gottes bei sich zu haben, war Davids ewige Freude und Kraft. Darüber hinaus befand sich David gerade in einer grossen Krise. War dies nicht genau die Zeit, in der die Lade Gottes umso dringender bei ihm hätte sein müssen, um seine Königsherrschaft, seine Legitimität und das Vertrauen des Volkes zu sichern? Doch er wies den Priester vor den Augen des Volkes an, die Lade Gottes zurück nach Jerusalem zu bringen, das er verlassen hatte. Jerusalem würde bald unter die Herrschaft seines verräterischen Sohnes Absalom fallen, und die Lade Gottes würde Absalom damit nur noch mehr Macht verleihen. Doch David wollte die Lade Gottes nicht für seine politische Stabilität missbrauchen. Er hielt es für richtig, dass die Lade Gottes in Jerusalem blieb. David sandte die vier Männer – die Priester Zadok und Abjatar sowie deren Söhne Ahimaaz und Jonatan – nach Jerusalem, damit sie dort Opfer darbrachten und David über die Handlungen Absaloms berichteten. Obwohl David auf der Flucht war, dachte er an Gott und an seinen rebellischen Sohn. Er vertraute in der Not allein auf Gott. Er war bereit, Gottes Willen anzunehmen und danach zu handeln. Wenn diese Not Gottes Gericht war, wollte er dieses Gericht ohne Widerstand annehmen. Gleichzeitig glaubte er: Wenn Gott es erlauben würde, könnte er nach Jerusalem zurückkehren. Er legte alles in Gottes Hand und vertraute absolut auf Gott und seine Führung. Darum konnte er die Lade Gottes nach Jerusalem zurückschicken. David wurde von den Leviten und den Priestern immer noch anerkannt. Sie standen nicht auf Absaloms Seite, sondern auf Davids. Auf der Flucht wurde David dadurch gross getröstet. Er setzte den Herrn als den wahren König über sein Leben ein.
Lesen wir gemeinsam die Verse 30 und 31: «David aber ging den Ölberg hinan und weinte, und sein Haupt war verhüllt, und er ging barfuss. Auch alles Volk, das bei ihm war, hatten ein jeder sein Haupt verhüllt und gingen hinan und weinten. Und als David gesagt wurde, dass Ahitofel im Bund mit Absalom sei, sprach er: Herr, mache den Ratschlag Ahitofels zur Torheit!» David war sehr verwirrt und ohnmächtig. Er ging den Ölberg hinauf und weinte. Er ging barfuss. Auch das ganze Volk weinte mit verhülltem Haupt. Wie sehr muss König David erschrocken und in Eile gewesen sein, dass er barfuss fliehen musste? David war völlig fassungslos angesichts der Lage, in der er sich befand. Darüber hinaus war er zutiefst schockiert darüber, dass sogar Ahitofel, sein eigener Berater, sich auf die Seite Absaloms geschlagen hatte. David betete darum, dass Ahitofels Ratschlag zur Torheit werden möge.
Lesen wir gemeinsam Vers 37: «So kam Huschai, der Freund Davids, in die Stadt. Und Absalom zog in Jerusalem ein.» David betete, dass Ahitofels Ratschlag zur Torheit werden möge. Gleich darauf kam Huschai zu David und stand auf seiner Seite. David sandte ihn nach Jerusalem, damit er Absalom diene und die Ratschläge Ahitofels zum Scheitern bringe. Gott sandte ihm die richtige Person zur richtigen Zeit. Gottes Führung war perfekt. Bevor Absalom nach Jerusalem kam, ging Huschai bereits dorthin. Das war kein Zufall. Gott war mit David. Gott war Davids bester Berater.
Wer ist unser König? Wer herrscht über unser Leben? David beging Ehebruch, Mord und viele Fehler. Er verlor seine geistliche Einsicht und vergass sogar, wer der wahre König über sein Königtum war. Er erlebte grosses Familiendrama und verlor seine königliche Stabilität und Würde. Er wurde so elend, dass er wegen des Aufruhrs Absaloms fliehen musste. Weinend ging er über den Bach Kidron. Er tat Busse über seine Sünde und seinen menschlichen Hochmut.
Als David unter Tränen den Weg zum Ölberg hinaufstieg, wurde ihm seine Sünde tief bewusst, und er betete. Er dachte darüber nach, was für ein Mensch er gewesen war. Er erinnerte sich daran, wie er als Schafhirte Löwen und Bären besiegt hatte, wie er Goliath mit einer Steinschleuder besiegt hatte, wie er zum König Israels gesalbt worden war, wie er von König Saul zu Unrecht verfolgt worden war, an die zahlreichen Kriege, an denen er teilgenommen und die er gewonnen hatte, und er erinnerte sich an seine Sünden und Verfehlungen. Und er erinnerte sich an Gottes unendliche Gnade und Barmherzigkeit. Erst jetzt kam er zur Besinnung. Durch das Leid erkannte und akzeptierte David auf neue Weise, wer der Herr seines Lebens ist und wer sein Leben lenkt: Gott ist der Herr seines Lebens und der wahre König. Inmitten des Leids vertraute David auf Gott und auf Gottes Herrschaft. Durch das Leid und die Krise wurde David reiner, und seine richtige Beziehung zu Gott wurde wiederhergestellt.
Gehst du im Moment über den Bach Kidron hinauf zum Ölberg? Wir erinnern uns an Jesus, der über den Bach Kidron zum Ölberg nach Gethsemane ging und dort die ganze Nacht unter Blut und Schweiss betete.
Der Herr sieht deine Tränengebete, während du durch das Kidron-Tal der Tränen gehst. Der Herr weiss, dass du dich verzweifelt an ihn klammerst, während du durch das Tal Kidron gehst. Ich bete darum, dass du den Trost und die Kraft des Herrn empfängst. Ich bete darum, dass wir nicht versuchen, selbst Könige zu sein, dass wir Gott nicht dazu benutzen, uns selbst zu erhöhen, sondern dass wir demütig alles in die Hände des Herrn legen. Der Herr wird deine Tränen abwischen, dich wiederherstellen und dir helfen, noch tiefere geistliche Erfahrungen zu machen. In keiner Situation gibt es Zufall. Ich bete von ganzem Herzen, dass wir alle an das Wirken des Herrn glauben, an seine Hilfe und Güte glauben und das Tal der Tränen mit der Kraft des Herrn gut durchstehen.
«Aber der König sprach zu Zadok: Bringe die Lade Gottes in die Stadt zurück. Werde ich Gnade finden vor dem Herrn, so wird der mich zurückbringen, dass ich sie und ihre Stätte wiedersehe.»
Halleluja, Amen.